Moto2

Moto2 Katar 2019: Tom Lüthi und Marcel Schrötter am Podest

Thomas Lüthi und Marcel Schrötter fahren beim Moto2-Auftakt 2019 in Katar auf das Siegertreppchen. Stärker als das Dynavolt-Intact-GP-Duo war nur ein Fahrer
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Deutschsprachiger Feiertag beim Moto2-Saisonauftakt 2019 in Katar! Sowohl der Schweizer Thomas Lüthi, als auch der Deutsche Marcel Schrötter dürfen beim ersten Rennen des Jahres gleich zur Siegerehrung. Das Fahrerduo von Dynavolt Intact GP erreichte die Plätze zwei und drei, hinter Rennsieger Lorenzo Baldassarri.

Die Schlüsselszene

Den Grundstein zum Sieg legt Baldassarri bereits sehr früh. Zusammen mit Xavi Vierge führt er in den ersten Runden bereits das Rennen an. Vierge konnte allerdings nicht lange mithalten. Danach fährt Baldassarri stets mit einem kleinen Sicherheitspolster von ein paar Zehnteln um den Kurs. Thomas Lüthis Aufholjagd sorgt am Schluss nochmal für Spannung, doch es sollte nicht mehr reichen für den Schweizer.

Der Rennfilm

Start: Vierge holt sich den Holeshot und führt das Feld an, gefolgt von Baldassarri und Schrötter. Im hinteren Feld kommt es in Kurve 1 zu einer größeren Karambolage. Navarro, Bulega und Lecuona hat es erwischt.

1. Runde: Vierge und Baldassarri setzen sich leicht von Schrötter ab, dahinter liegen Binder und Gardner. Bezzecchi ist in Kurve 6 gestürzt, kann aber weiter fahren.

2. Runde: Schrötter kann die kleine Lücke nach vorn wieder schließen. Schnellste Runde von Fernandez.

3. Runde: Hinter Schrötter gibt es Getümmel in Kurve 1; Binder setzt sich durch gegen Gardner, Lowes, Marquez und Marini. Gardner überholt Binder aber kurz darauf. Nagashima und Dixon stürzen ebenfalls. Lüthi fährt auf P9 liegend die schnellste Runde.

4. Runde: Lowes greift Marquez in Kurve 4 an, bleibt aber Siebter. Hinter den Top-4 ist eine kleine Lücke aufgegangen.

5. Runde: Marquez überholt Binder in Kurve 1 für P5.

6. Runde: Gardner greift Schrötter in Kurve 6 an, bleibt aber Vierter. Spitzenreiter Baldassarri hat das Duo und Vierge schon um eine halbe Sekunde abgehängt.

7. Runde: Schrötter greift Vierge in Kurve 10 an und geht vorbei! P2 jetzt für den Deutschen. Zwei Kurven später schnappt sich auch Gardner Vierge. Lüthi liegt auf P9, Raffin auf P14, Aegerter auf P17. Tulovic und Öttl fahren außerhalb der Top-20.

8. Runde: Baldassarri hat sich zwischenzeitlich um 0,8 Sekunden abgesetzt, doch Schrötter knabbert jetzt wieder ein wenig vom Vorsprung des Italieners ab.

9. Runde: Lüthi ist jetzt auf dem Vormarsch, er hat Binder in Turn 1 P7 abgenommen. Lowes und Vierge packt der Schweizer in Kurve 6. Lüthi fährt auch die schnellste Runde.

10. Runde: Vorne hat sich jetzt eine Dreiergruppe aus Baldassarri, Schrötter und Gardner gebildet, dahinter kämpfen Marquez und Lüthi um Anschluss. Schrötters Rückstand beträgt weniger als 0,3 Sekunden. Lüthi dreht erneut eine schnellste Runde.

11. Runde: Lüthi schnappt sich in der ersten Kurve Marquez und ist Vierter. Der Spanier kann aber kontern. Schrötter verliert wieder ein wenig auf Baldassarri.

12. Runde: Lüthi ist jetzt endgültig vorbei an Marquez und hat P4 jetzt sicher.

13. Runde: Schrötter gerät langsam unter Druck von Gardner, auch Lüthi hat die Lücke geschlossen. Fernandez überholt Marquez in Kurve 6 und ist Fünfter. Raffin liegt auf P15, Aegerter auf P19, Tulovic und Öttl fahren weiterhin außerhalb der Top-20.

15. Runde: Lüthi lanciert einen Angriff auf Gardner in Kurve 1, kommt aber nicht vorbei. In Kurve 6 schafft es der Schweizer. Baldassarri konnte sich immer noch nicht entscheidend absetzen, 0,6 Sekunden beträgt sein Vorsprung auf Schrötter.

17. Runde: Lüthi überholt Schrötter jetzt in Kurve 1. P2 für den Schweizer, P3 für den Deutschen. 0,8 Sekunden sind es nach vorne zu Baldassarri.

18. Runde: Schrötter muss sich warm anziehen, von hinten kriegt er wieder Druck von Gardner. Lüthi kann 0,4 Sekunden auf Baldassarri aufholen.

20. Runde: Lüthi hat den direkten Anschluss hergestellt und fährt in Baldassarris Windschatten. Gardner kassiert Schrötter in Kurve 1. Lüthi greift Baldassarri im letzten Sektor an, findet aber keinen Weg vorbei.

Ziel: Lüthi verpasst in der finalen Windschattenschlacht den Sieg, Schrötter dagegen holt sich P3 gegen Gardner nochmal zurück. Baldassarri siegt damit vor Lüthi, Schrötter, Gardner und Fernandez. Lowes, Marquez, Marini, Bastianini und Vierge erreichen die Top-10. Die letzten Punkte holen Di Giannantonio, Binder, Locatelli, Raffin und Martin. Aegerter wird 18., Tulovic 21., Öttl 23.

Reaktionen vom Podium

1. Lorenzo Baldassarri (Pons HP40): "Der Druck war am Ende sehr hoch, denn im ersten Rennen die Lücke und alles zu checken... Wir haben da noch nicht so viel verstanden, da es sehr viele Signale gibt. Am Ende war Tom sehr stark, ich konnte regelrecht hören, wie er immer näher kam. Auch am Ausgang von Kurve 10 konnte ich ihn hören. Ich habe alles versucht, um die Lücken zu schließen und hatte da auch ein paar Momente mit dem Heck. Aber am Ende konnte ich gewinnen. Wir haben einen sehr guten Job gemacht, danke ans Team und alle."

2. Thomas Lüthi (Dynavolt Intact GP): "Ich bin so happy, aber ich hätte auch gewinnen können. Dafür habe ich aber am Start zu viele Plätze verloren. Ich war nicht bereit für die Kämpfe im Feld und hatte dafür keinen guten Rhythmus. Aber danach hatte ich einen guten Speed. Danke ans Team, sie haben an mich geglaubt und gut gearbeitet. Ich habe es dann umgesetzt. Das Team hat das so sehr verdient. Gratulation auch an Marcel, wir sind beide am Podium und das ist großartig."

3. Marcel Schrötter (Dynavolt Intact GP): "Der Start war nicht so schlecht. Aber es hatte sich so angefühlt, als hätte ich die Kupplung schon losgelassen, trotzdem bin ich nicht wirklich voran gekommen. Danach hing ich ein wenig hinter Xavi fest, er war sehr schnell auf der Geraden. In der ersten Kurve wollte ich auch keinen Fehler machen. Als ich vorbei war, konnte ich die Lücke ein wenig schließen. Dann hatte ich das Gefühl, Balda pusht wieder ein wenig stärker und das ging hin und her. In den letzten acht Runden hatte ich ein wenig Probleme mit Chattering und habe sowohl die Front, als auch das Heck verloren. Daher hatte ich dann das Mapping verändert. Zum Glück bin ich auf das Podium gekommen, aber wir wollen mehr."

So lief es für die Deutschen und Schweizer

Beginnen wir zunächst mit den Schweizern. Jesko Raffin wurde durch die Konfusion der ersten Kurve nach vorne gespült und hielt sich das gesamte Rennen über in den Punkten oder knapp dahinter auf. Am Ende konnte er zählbares aus Katar mitnehmen, denn als 14. im Ziel erhält er zwei Punkte. Auch Dominique Aegerter war zwischenzeitlich schon in den Punkten unterwegs, konnte sich aber letztlich nicht behaupten. Er wurde 18.

Lukas Tulovic und Philipp Öttl waren Leidtragende der Kollision in der ersten Kurve des Rennens. Beide konnten keinerlei Eindruck schinden und sahen die Zielflagge außerhalb der Top-20. Für Tulovic steht am Ende Platz 21 zu Buche, Öttl für zwei Ränge dahinter über die Ziellinie.

Die Lehren des Rennens

  • Der neue Triumph-Motor sorgt für atemberaubenden Sound
  • Mit Lüthi und Schrötter ist in diesem Jahr zu rechnen
  • Baldassarri fährt in Top-Form

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