Moto2

Romano Fenati verliert Rennlizenz: Karriere damit zu Ende?

Italiens Motorrad-Verband entzieht Romano Fenati die Lizenz. Was bedeutet das für seine Karriere? Die Fragen und Antworten im Q+A.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Der italienische Motorrad-Verband (FMI) hat Romano Fenati am Dienstag die nationale Rennlizenz entzogen. Die FMI reagiert damit auf den Ausraster des Italieners im Moto2-Rennen in Misano, als er bei voller Fahrt den Bremshebel seines Konkurrenten Stefano Manzi zog und dafür disqualifiziert, gesperrt und anschließend von seinem aktuellen und seinem nächstjährigen Team gefeuert wurde.

Fenati-Eklat in Misano: Auf Nimmerwiedersehen, Romano!: (28:31 Min.)

Am 14. September wird es zu dieser Causa eine Anhörung in Rom geben, bei der sich Fenati im Beisein seines Anwalts den Konsequenzen stellen muss. Ist seine Motorrad-Karriere somit bereits im Alter von 22 Jahren zu Ende? Die Antworten in einer Q+A-Session:

Was bedeutet der Verlust seiner Rennlizenz?

Romano Fenati verliert seine nationale, durch den italienischen Motorrad-Verband FMI ausgestellte Rennlizenz. Sobald dieser Entzug rechtskräftig ist, darf er an keinem Rennen mehr teilnehmen, das von der FMI veranstaltet wird. Somit wäre ihm zum Beispiel der Weg in die italienische Superbike-Meisterschaft versperrt. Zudem kann er an keinen Veranstaltungen außerhalb Italiens teilnehmen, die eine Rennlizenz durch den nationalen Verband erfordern.

Führt der Lizenz-Entzug automatisch zum WM-Aus?

Nein, Fenati verliert nur seine nationale Lizenz. Im Sportlichen Reglement des Weltverbandes FIM ist explizit festgeschrieben, dass eine solche nicht zwingend notwendig ist, um an Rennen der Motorrad-Weltmeisterschaft teilzunehmen. Auf Seite 17 unter Punkt 1.10.1. heißt es hierzu: "Die FIM verpflichtet die GP-Fahrer nicht zum Besitz einer nationalen Lizenz."

Allerdings benötigt Fenati für ein Comeback in der Motorrad-WM eine "FIM Grand Prix Lizenz". Diese kann ihm nur von der Teamvereinigung IRTA in Abstimmung mit der Grand-Prix-Kommission erteilt werden. Das Prozedere sieht folgendermaßen aus:

Es steht nach wie vor jedem Team frei, Romano Fenati unter Vertrag zu nehmen. Allerdings muss jedes Team jeden verpflichteten Fahrer bei der IRTA und der GP-Kommission melden und dort eine entsprechende Lizenz für ihn beantragen. Verweigern die Gremien diese Lizenz ist der entsprechende Pilot trotz eines Vertrages mit einem Team nicht startberechtigt.

Es ist schwer vorzustellen, dass die IRTA und die GP-Kommission in absehbarer Zeit erneut eine "FIM Grand Prix Lizenz" an Fenati erteilen.

Wie sieht es mit Wildcard-Einsätzen aus?

Theoretisch könnte Romano Fenati mit einem eigenen Team bei ausgewählten Rennen per Wildcard an den Start gehen. Doch auch solche Einsätze müssen vorab von der Grand-Prix-Kommission genehmigt werden.

Wird Romano Fenati je wieder ein Motorrad-Rennen fahren?

Ein Lizenzentzug ist nicht endgültig und so könnte ihm der italienische Verband in Zukunft eine neuerliche Bewerbung erlauben. Grundsätzlich könnte Fenati auch in jedem anderen Land um eine Lizenz ansuchen - so fuhr etwa DTM-Ass Timo Scheider jahrelang mit einem österreichischen Dokument. Die Teilnahme an FMI-Rennen in Italien bliebe ihm damit dennoch verwehrt, von einer "FIM Grand Prix Lizenz" ganz zu schweigen.

Mit seinem WM-Aus hat sich Romano Fenati mittlerweile aber abgefunden. So erklärte er in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung "La Repubblica": "Die Weltmeisterschaft ist für mich abgeschlossen. Ich werde dort nie wieder fahren. Ich werde jetzt für eine Weile im Eisenwarenladen meines Opas arbeiten, mit ihm und meiner Mutter"


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