Moto2

Moto2 Aragon: So lief es für Lüthi, Aegerter und Raffin

Tom Lüthi holt für die Schweiz bei der Moto2 in Aragon die Kohlen aus dem Feuer. Unauffälliges Rennen von Aegerter und Raffin. Die Schweizer im Check:
von Redaktion Motorsport-Magazin.com

Sonntag - Rennen

Thomas Lüthi (4.): In der Startphase legte Thomas Lüthi wie die Feuerwehr los. Lüthi kämpfte sich in die Top-3 nach vorne und kämpfte mit seinen Kollegen. Rasch ging es aber wieder zwei Plätze nach hinten. Lüthi konnte sich aber wieder an Simone Corsi vorbei arbeiten und drehte lange als sicherer Vierter seine Runden. Am Ende musste Lüthi noch einmal gegen den anstürmenden Brad Binder verteidigen, schaffte dies aber - Platz vier.

Dominique Aegerter (12.): Der einstige Blitzstarter Dominique Aegerter konnte in der Startphase keinen Eindruck machen. Aegerter hielt seine elfte Startposition und kämpfte zunächst gegen Brad Binder und Takaaki Nakagami um die Top-10. Aegerter fiel im weiteren Rennverlauf weiter zurück, profitierte andererseits aber auch von Problemen seiner Vorderleute. Am Ende reichte es für Aegerter zu Platz zwölf und damit zu vier Punkten.

Jesko Raffin (23.): Beim Aragon-GP konnte der dritte Schweizer im Bunde, Jesko Raffin, keinen großen Eindruck schinden. Raffin absolvierte sein Rennen in unauffälliger Weise fernab von den Kameras. Immerhin ging es für ihn im Vergleich zu seiner Startposition um einige Plätze nach vorne. Raffin sah auf Platz 23 liegend die Zielflagge.

Samstag - Qualifying

Tom Lüthi (7.): Mit der Spitze konnte Lüthi im Qualifying nicht ganz mithalten. Zunächst waren die beiden Asse von Marc VDS schneller, am Ende schoben auch noch Miguel Oliveira und Mattia Pasini den Schweizer in der Startaufstellung nach hinten. Kleiner Trost: WM-Rivale Franco Morbidelli startet von P4 und damit direkt vor Lüthi.

"Wir sind sehr nahe an die Spitze herangekommen, aber trotz einer starken Runde bin ich nicht weiter als zum siebten Platz gekommen. Ich habe kurz noch die Leistung meiner stärksten Konkurrenten analysiert und wir haben wohl alle dasselbe Problem: es wird sehr schwierig werden, den Grip währen des gesamten Rennens zu halten. Diese Situation kennt man, und es stellt sich die Frage, ob es Sinn macht, sich eine Taktik für das Rennen zurecht zu legen. Das ist bei solch kleinen Zeitunterschieden aber schwierig, vor allem, weil ich vom siebten Platz aus starte. Da muss man gleich in den ersten Runden viel riskieren. Vielleicht kann man sich dann im späteren Verlauf des Rennens etwas zurücknehmen, wenn es die Situation zulässt."

Dominique Aegerter (11.): Nachdem es in Silverstone und zuletzt in Misano im Qualifying für Aegerter super gelaufen war, kam er in Aragon nicht ganz so gut auf Touren. Er verlor fast eine halbe Sekunde auf die Bestzeit und musste sich am Ende mit dem 11. Rang begnügen.

"Das heutige Qualifying war keine einfache Angelegenheit. Die Reifen haben ziemlich bald abgebaut. Doch damit hatten eigentlich alle ein bisschen zu kämpfen, da die Performance nur zwei, drei Runden gut war. Wie auch immer, die Platzierung entspricht nicht ganz den Erwartungen. Auf der anderen Seite sind wir hinsichtlich der Rundenzeit nur 0,4 Sekunden hinter der Bestzeit. Doch wir müssen schauen, dass wir unsere Pace für das Rennen noch ein bisschen verbessern können. Mit 21 Runden wird es bestimmt ein sehr langes Rennen und wenn es gelingt, mit dem Drop gut umgehen zu können, dann kann man über die Distanz ganz weit vorne mitfahren. Betreffend des Hinterreifens braucht es noch etwas mehr Konstanz."

Jesko Raffin (30.): Kein gutes Qualifying für Jesko Raffin. Mit 1,9 Sekunden Rückstand schaffte es der Schweizer nicht über den 30. Platz hinaus und steht somit am Sonntag in Aragon nur in der zehnten Startreihe.

"Im dritten freien Training heute Morgen war ich nur 1,3 Sekunden hinter der Spitze, ich habe mich sehr gut gefühlt. Leider habe ich meinen Rhythmus anfangs im Qualifying nicht wiedergefunden, im zweiten Turn war das aber schon wieder besser. Auch wenn das der Startplatz nicht glauben lässt, ich denke ich habe gute Chancen morgen im Rennen, denn bei diesr Hitze und den schwierigen Gripverhältnissen wird es viele Überraschungen geben. Ich darf mir selber nur nicht mehr zu viel Druck machen, um ruhiger auf dem Motorrad zu sein."

Freitag - Training

Tom Lüthi (8.): Im feuchten ersten Training setzte Tom Lüthi gleich ein Ausrufezeichen. Der Schweizer fuhr zu einer deutlichen Bestzeit, vier Zehntel vor Mattia Pasini. Auch das zweite Training unter am Ende trockenen Bedingungen verlief für den WM-Kandidaten positiv. Ganz vorne konnte er aber nicht angreifen, Lüthi blieb in der Tageswertung Rang acht, eine Sekunde hinter der Bestzeit.

"Am Vormittag war die Strecke anfangs teilweise nass, teilweise trocken. Am Schluss des ersten Trainings war es dann ganz nass, das machte es einfacher. Voraussichtlich sollte es morgen und am Sonntag besser sein, trotzdem ist es aber wichtig, auch im Nassen gut zu arbeiten. Am Nachmittag habe ich erst noch etwas gewartet, bevor ich rausgefahren bin. Ich bin dann direkt mit den Slicks raus und konnte schnell einen guten Rhythmus finden, irgendwann konnte ich mich aber nicht mehr verbessern. Dann, am Ende des Trainings, bin ich nochmals in die Box gefahren weil ich dachte, der Hinterreifen sei total zerstört. Das war er allerdings nicht, ich hatte schlichtweg keinen Grip mehr."

Dominique Aegerter (12.): Der Misano-Sieger kam in Aragon nur schwer aus den Startlöchern. In der ersten Session kam Aegerter nicht über Rang 29 hinaus, über dreieinhalb Sekunden fehlten auf die Spitze. Eine Steigerung gelang ihm dann in der zweiten Session. Aegerter schob sich im Trockenen vor bis auf Rang zwölf, auf die Bestzeit fehlten dem Suter-Piloten 1,4 Sekunden.

"Als es im Verlauf von FP1 stärker zu regnen begann, hatten wir die Reifen schon ziemlich beansprucht. Trotzdem hatte ich ein gutes Gefühl auf nasser Strecke. Die Nachmittagssession verlief eigentlich umgekehrt. Zunächst war es stellenweise noch nass, doch wir sind gleich mit Slicks rausgegangen. Wir haben bestimmt noch Arbeit vor uns, da wir im Moment noch leichte Probleme im Kurveneingang haben. Ich tue mich auf dieser Strecke auch immer etwas schwerer. Zudem muss ich mich mit der Suter noch mehr an dieses Layout gewöhnen. Ausserdem soll das Wetter besser und zudem mehr Gummi auf dem Asphalt sein. Die Zeiten werden daher ein gutes Stück schneller sein. Trotzdem bleibt ein Startplatz in den ersten drei Reihen unser Ziel."

Jesko Raffin (25.): Der dritte Schweizer im Bunde platzierte sich in Training Nummer eins knapp vor seinem Landsmann Aegerter. Dafür reichte es im zweiten Moto2-Training dann aber nicht mehr. Raffin kam über Platz 25 in der Session- und Tageswertung nicht hinaus.

"Ein turbulenter Tag, wettertechnisch gesehen. Der Vormittag im Nassen war nicht schlecht, auch am Nachmittag hatte ich ein gutes Gefühl für das Motorrad. Wir arbeiten weiter, werden am Bike noch das ein oder andere verbessern. Der 25. Platz ist nicht brilliant, trotzdem war der Tag positiv. Ich mag die Strecke hier sehr und kenne sie noch aus den Zeiten der Spanischen Meisterschaft gut."


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