Moto2

Alex Marquez wirft in Silverstone Führung weg, Nakagami gewinnt

Alex Marquez und Franco Morbidelli lieferten sich im Moto2-Rennen in Silverstone ein heißes Duell. Den Sieg staubte am Ende aber Takaaki Nakagami ab:
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Takaaki Nakagami wurde durch seinen MotoGP-Aufstieg sichtlich beflügelt: Der Japaner gewinnt das Moto2-Rennen in Silverstone und holt damit seinen ersten Saisonsieg. Er setzt sich vor den von Pole Position gestarteten Mattia Pasini und WM-Leader Franco Morbidelli durch. Tom Lüthi wird Vierter und büßt somit in der Gesamtwertung weiteren Boden auf Morbidelli ein. Sandro Cortese konnte das Rennen nicht beenden.

Die Schlüsselszene

Es war alles angerichtet für einen Doppelsieg des Marc VDS Teams. Alex Marquez und Franco Morbidelli hatten sich gegenseitig an der Spitze abgewechselt und waren dem Feld schon um zweieinhalb Sekunden enteilt. Doch in der 11. Runde rutschte Marquez in Kurve 14 weg und warf seine Siegchancen weg. In der darauffolgenden Lap war auch Morbidellis Siegchance dahin, als er einer Attacke von Takaaki Nakagami nichts entgegen zu setzen hatte. Binnen zwei Minuten wurden so aus einem nahenden Doppelsieg leere Hände.

Der Rennfilm

Start: Pole-Sitter Mattia Pasini kommt schlecht weg und fällt auf Platz fünf zurück. An der Spitze setzt sich Alex Marquez vor Takaaki Nakagami durch.

1. Runde: Morbidelli schnappt sich Nakagami. Marquez an der Spitze hat bereits eine halbe Sekunde herausgefahren. Aegerter und Lüthi kommen auf den Plätzen 6 und 7 über Start/Ziel, Cortese nur auf Platz 16.

2. Runde: Marquez zieht vorne weiter weg, dahinter kann sich auch Morbidelli ein wenig absetzen. Erster Verfolger ist nun Pasini, der sich Nakagami schnappt und in einem sehenswerten Duell Luca Marini niederringt.

3. Runde: Marquez und Morbidelli sind die einzigen Fahrer, die unter 2:06 fahren. Sie haben sich bereits um eineinhalb Sekunden von ihren Verfolgern abgesetzt. Lüthi kann Marini kassieren, Aegerter hingegen fällt hinter Oliveira zurück. Cortese ist nur noch auf Platz 19.

5. Runde: Im Kampf um den 3. Platz hat sich nun ein Dreikampf entwickelt: Nakagami, Pasini und Lüthi duellieren sich. Dahinter ist Oliveira schon eineinhalb Sekunden zurück.

8. Runde: Morbidelli schnappt sich Marquez und übernimmt die Führung. Ende der Hangar Straight setzt sich der WM-Leader an die Spitze.

10. Runde: Marquez überholt Morbidelli wieder - an der gleichen Stelle, an der er die Führung verloren hatte. Oliveira unterläuft ein Fehler bei der Attacke gegen Pasini. Er muss weit gehen und fällt auf P14 zurück. Damit rückt Aegerter im Kampf gegen Luca Marini auf Platz 7 auf. Das Feld hat sich ein wenig aufgeteilt: Nakagami auf P3 hat nun bereits 1,5 Sekunden Vorsprung auf Lüthi, dem Pasini und Oliveira folgen.

11. Runde: Alex Marquez stürzt! In Kurve 14 rutscht er seitlich weg und verhilft damit Morbidelli zur Führung. Er steigt wieder auf, muss allerdings außerhalb der Top-15 wieder ins Rennen.

12. Runde: Nakagami schnappt sich Morbidelli. Der Italiener fällt rasch zurück. Hat er ein Problem? Oder hat er zu Beginn zu viel Gas gegeben und seine Reifen überansprucht?

13. Runde: Der Kampf um das Podium spitzt sich zu: Nakagami ist zwar vorne weg, aber dahinter büßt Morbidelli Vorsprung auf Pasini und Lüthi ein.

14. Runde: Sandro Cortese ist raus! Im letzten Sektor kommt er in Kurve 16 auf Platz 19 liegend zu Sturz.

15. Runde: Um Platz 5 hat sich jetzt alles zusammengeschoben: Bagnaia, Manzi, Corsi, Aegerter, Binder, Maini, Oliveira und Vierge dürfen sich noch Chancen ausrechnen. Pasini saugt sich an den Zweitplatzierten Morbidelli ran.

16. Runde: Pasini schnappt sich Morbidelli, der sich nicht wehren kann. Damit hat der Pole-Sitter nach seinem schwachen Start nun wieder Platz zwei inne. Lüthi hat auf das Podest 1,7 Sekunden Rückstand.

Zieleinlauf: Nakagami bringt sein Bike 0,747 Sekunden auf Pasini ins Ziel. Dahinter fahren Morbidelli und Lüthi einsam ein, Platz fünf geht an Bagnaia. Domi Aegerter fährt als 10. ein.

So lief es für Schweizer und Deutsche

Tom Lüthi hatte diesmal keine Chance auf das Podest. Nach einem langen Kampf mit Mattia Pasini musste er sich mit Rang vier zufrieden geben. Da Titelrivale Franco Morbidelli als Dritter die Zielflagge sah, liegt der Schweizer in der Gesamtwertung nun 29 Punkte zurück. Dominique Aegerter kämpfte gegen Ende in einer großen Gruppe ab Platz fünf und kam als Zehnter ins Ziel. Für Sandro Cortese war das Rennen vier Runden vor Schluss nach einem Sturz zu Ende. Zu diesem Zeitpunkt lag der Schwabe aber bereits außerhalb der Punkteränge. Jesko Raffin belegte den 27. Platz.


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