Moto2

Deutschland GP Moto2: Die deutschen Piloten im Check

Pünktlich zum Heimspiel auf dem Sachsenring liefern Cortese, Schrötter und Öttl eine geschlossen starke Leistung ab. Die deutschen Piloten im Check:
von Redaktion Motorsport-Magazin.com

Sonntag

Sandro Cortese (Moto2, 8.): Am Start profitierte Sandro Cortese von seiner guten Ausgangslage und konnte sich als Vierter in der Spitzengruppe halten. Durch den Sturz von Alex Marquez rückte Cortese zwischenzeitlich wieder auf Rang drei vor, doch dann fiel der Deutsche zurück bis auf Platz sieben. In der Schlussphase kämpfte Cortese gegen Brad Binder und Jorge Navarro um Platz sechs, musste aber beide ziehen lassen. Somit wurde es am Ende Position acht.

"Es war ein hartes Rennen, sehr sehr lang. Ich habe versucht, so gut es geht mitzuhalten. Der Start war super, die ersten vier, fünf Runden waren perfekt. Als Marquez gestürzt ist, habe ich den Anschluss an Lüthi und Morbidelli verloren. Ich war dann lange mit Corsi, Pasini und Bagnaia zusammen, aber ich habe heute alles gegeben und am Schluss war nicht mehr drin. Aber ich habe das Motorrad auch am Anfang etwas überfahren und konnte hinten raus vom Grip her nicht mehr mithalten. Schade, aber im Großen und Ganzen war es ein positives Wochenende."

Marcel Schrötter (Moto2, 9.): Beim Heimspiel auf dem Sachsenring konnte sich Marcel Schrötter sehr gut in den engen Kämpfen im Mittelfeld behaupten. In der Startphase ging es für Schrötter nach vorne in die Top-10. Zwischenzeitlich lag der Deutsche auf Rang acht, doch von hinten preschten Brad Binder und Jorge Navarro heran. Beide gingen an Schrötter vorbei. Eine Position machte er durch Thomas Lüthis Sturz noch wett, sodass es Platz neun wurde.

"Ich habe mir sehr schwer getan, ein gutes Gefühl aufzubauen. Wir haben relativ früh festgelegt, den härteren Hinterreifen zu benutzen, da dieser in den Trainings gut funktionierte. Vielleicht lag es an den Temperaturen und vielleicht haben wir uns ein wenig verzettelt. Auf jeden Fall, konnte ich von Anfang an nicht die Pace fahren, die ich eigentlich im Training hatte. Es war schnell klar, dass ich vorne nicht mithalten kann. Ich habe mich zwar relativ gut die ersten Runden durchgesetzt, aber ich konnte einfach nicht so attackieren und die Zeiten fahren und so pushen wie ich wollte. Das war etwas enttäuschend. Ich habe mein Bestes gegeben. Klar ist es schade, dass es im Rennen nicht weiter vorgegangen ist. Zumindest konnten wir fürs Team zwei Top-Ten-Plätze erzielen. "

Philipp Öttl (Moto3, 5.): Eine ganz starke Leistung zeigte Philipp Öttl bei seinem Heimspiel in Deutschland. Am Start fiel Öttl zwar zwischenzeitlich auf Platz elf zurück. Doch mit der klar besten Pace in der Verfolgergruppe setzte er sich zunächst an die sechste Stelle und fuhr sich ein Sicherheitspolster auf seine Gegner heraus. Am Ende brachte Öttl den fünften Platz sicher nach Hause und darf sich damit über elf Zähler für die Gesamtwertung freuen.

"Das Rennen war gut. Leider bin ich am Anfang im Omega mit Bastianini zusammengekracht und musste weit gehen. Das hat meine Arbeit zu Beginn deutlich schwieriger gemacht. Ich konnte mich aber von der starken Verfolgergruppe dann sogar lösen. Es war generell ein sehr schnelles Rennen, daher bin ich davon ausgegangen, dass ich nicht mehr an die Top-Gruppe rankomme. Nach vorne ist nichts gegangen und nach hinten konnte ich recht gut kontrollieren. Daher habe ich gegen Ende nur noch darauf geschaut, keine unnötigen Risiken mehr einzugehen."

Samstag

Sandro Cortese fuhr im Regen in die erste Startreihe - Foto: Tobias Linke

Sandro Cortese (Moto2, 3.): Im nassen Qualifying am Samstag fuhr Sandro Cortese wie ausgewechselt. Nichts war mehr von seinem Formtief der letzten, schwierigen Wochen zu sehen. Stattdessen knallte Cortese am Ende der Session sogar Bestzeiten hin. Letztlich war das Marc-VDS-Duo Morbidelli und Marquez aber zu stark. Dennoch: Cortese darf sich über P3 und damit die erste Reihe freuen. Im FP3 am Vormittag wurde der Deutsche 14.

"Nach den ganzen enttäuschenden letzten Rennen, war das heute ein Befreiungsschlag. Ich bin mega-happy, vor heimischer Kulisse in der ersten Startreihe zu stehen. Schon im Trockenen lief es gut. Als wir heute bei Mix-Bedingungen raus sind, war ich auf Platz elf und ich hatte nicht erwartet, dass ich nach dem Schauer noch einmal schneller fahren könnte. Ich bin direkt nach dem Regen wieder raus, um viele Runden zu drehen und dann ein gutes Grundgefühl für Regenverhältnisse aufzubauen. Ich denke, das war wirklich heute der Schlüssel zum Erfolg. Es war sehr schwierig, da man bei neuem Asphalt nie weiß, was kann er, was verzeiht er. Gerade im Qualifying will man nicht stürzen. Vor allem fünf Minuten vor Schluss kann sich nochmal das ganze Feld durchwürfeln. Darum habe ich mich Schritt für Schritt herangetastet. Als ich zwei Minuten vor Schluss gesehen habe, dass ich auf P1 stehe, wollte ich mich natürlich weiter verbessern. Ich bin dann in der vorletzten Runde auf einen langsameren Fahrer aufgelaufen. Danach habe ich gedacht, okay, nochmal sammeln und dann in der letzten Runde angreifen, aber es hat dann nicht ganz gereicht. Es hätte glaube ich keiner erwartet, dass es zum Schluss nochmal so viel schneller geht."

Marcel Schrötter (Moto2, 13.): Marcel Schrötter lieferte nach einem Top-Freitag auch am Samstag Vormittag eine Spitzenleistung ab. Wie schon am ersten Tag wurde er im FP3 Zweiter. Im verregneten Qualifying hielt der Deutsche jedoch nicht mehr ganz so gut mit. Schrötter lag meist außerhalb der Top-10, und dort landete er am Ende auch. Letzten Endes wurde es Startplatz 13 für Schrötter.

"Es ist eine riesige Enttäuschung. Es lief das ganze Wochenende so gut und ich war immer vorn dabei, also eigentlich genau das, was man zum Heim-Grand-Prix erreichen will. Im Nassen war es dann sehr schwierig. Obwohl der Belag sehr gut ist und das Gefühl nicht so schlecht war, habe ich am Anfang einfach etwas zu lange gebraucht, um zu sehen, wie viel möglich ist. Auf nasser Strecke ist es immer etwas anderes. Es wäre nach der ganzen guten Arbeit in den Freien Trainings schön gewesen, wenn wir es wenigstens in die ersten zwei Startreihen geschafft hätten. Ich hoffe, dass es morgen trocken bleibt. Dass ich die Pace habe, konnte man sehen, aber der Sachsenring ist auch eine der schwersten Strecken zum Überholen. Trotzdem muss ich versuchen, so schnell wie möglich aufzuholen, damit der Zug vorne nicht wegfährt und dann werden wir sehen, was drin ist."

Philipp Öttl (Moto3, 7.): Ein gutes Wochenende krönt Philipp Öttl vorläufig mit dem für ihn guten siebten Startplatz. Im Qualifying lag der Deutsche bereits vor dem kurzen Regenschauer in den Top-10 als Achter, konnte seine Leistung damit auch im Endspurt bestätigen. Schon der Start in den Trainings-Samstag auf dem Sachsenring lief gut, im FP3 holte sich Öttl Platz elf.

"Im dritten Freien Training am Samstagmorgen arbeiteten wir hauptsächlich an der Rennabstimmung. Das Qualifying fand dann auch unter ähnlichen Bedingungen statt. Dort konnte ich mir Startplatz sieben sichern. Die Ausgangslage für das Rennen am Sonntag ist damit sehr gut."

Freitag

Marcel Schrötter glänzte am Freitag mit Platz zwei - Foto: Tobias Linke

Marcel Schrötter (Moto2, 2.): Marcel Schrötter hätte kaum besser in seinen Heim-Grand Prix am Sachsenring starten können. In der kombinierten Zeitnahme des Freitags liegt der Deutsche mit einer 1:24.894 auf dem zweiten Rang und hat den Führenden Tom Lüthi nur um 0.046 Sekunden verpasst. Diese Bestzeit fuhr er im zweiten Freien Training, am Vormittag lag er mit einer 1:25.367 immerhin auf Rang sechs. Gestürzt ist Schrötter am Trainings-Freitag nicht.

"Heute früh war schon sehr gut, am Nachmittag waren die Bedingungen zu Beginn der Session eigenartig. Obwohl ich gleich in Schwung gekommen bin, war es nicht ganz leicht, die letzten paar Zehntel zu meiner Zeit von heute Morgen zu finden. Dann haben wir noch einmal auf den gleichen Reifen vom FP1 gewechselt, was wieder besser funktionierte. Ich habe noch ein paar gute Fahrer vor mir erwischt, wo ich mir ein wenig abschauen konnte, wo ich schneller oder besser sein muss. Dabei konnte ich wieder etwas lernen. Dass wir jetzt auf Platz zwei sind, ist natürlich super. Wir müssen genauso weiter machen, um morgen genauso dazustehen."

Sandro Cortese (Moto2, 7.): Für Schrötters Teamkollegen Sandro Cortese lief Tag eins des Heimrennense ebenfalls stark. Am Vormittag fuhr der Deutsche auf Platz 13, 0.930 Sekunden hinter dem Führenden Miguel Oliveira. Am Nachmittag verbesserte sich Cortese immens und fuhr auf den sechsten Platz. Mit der Zeit aus diesem Training, einer 1:35.790, fuhr er auf den siebten Platz in der Gesamtwertung des Tages. Auch Cortese stürzte am Freitag kein einziges Mal.

"Wir haben heute Morgen schon ganz gut angefangen, nur im letzten Exit probierten wir etwas aus, was nicht so positiv war. Darum bin ich da gegen Ende etwas zurückgefallen. Im zweiten Training habe ich mich extrem gesteigert. Daher bin ich zufrieden mit dem ersten Trainingstag. Der Reifen, mit dem ich in der letzten Runde meine schnellste Rundenzeit gefahren bin, hatte fast Renndistanz drauf. Wir konnten also auch gut aussortieren, was uns im Rennen entgegenkommt. Das Ziel ist nun, morgen ein gutes Qualifying zu fahren. Von einem Befreiungsschlag möchte ich nicht sprechen, denn der kommt nur, wenn man hart arbeitet. Darum denke ich, sind wir auf einem guten Weg."

Philipp Öttl (Moto3, 4.): Auch für Philipp Öttl lief der Auftakt des Deutschland GPs erfolgreich. In der kombinierten Zeitnahme liegt der einzige deutsche Moto3-Pilot auf dem vierten Rang in der Gesamtwertung und damit nur hinter Joan Mir, Romano Fenati und Jorge Martin. Auf Mir fehlen Öttl mit seiner Bestzeit von 1:27.911 nur 0.732 Sekunden auf den Führenden Mir. In der Vormittagssession wurde Öttl Vierter, am Nachmittag verbesserte er sich auf einen Platz in den Top-3. Einen Sturz konnte auch er vermeiden.

"Der erste Trainingstag am Sachsenring verlief recht positiv. Der neue Asphalt ist bei uns in der Moto3-Klasse sehr hart zu den Reifen. Morgen wollen wir noch ein paar Einstellungen für den harten Reifen probieren, um die Haltbarkeit noch etwas zu steigern."


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