Moto2

Niederlande-GP: Die deutschen Fahrer im Check

Die deutschen Fahrer verlassen Assen ohne einen einzigen Top-10-Platz. So lief es in den Niederlanden für Schrötter, Cortese und Öttl:
von Redaktion Motorsport-Magazin.com

Sonntag

Marcel Schrötter (Moto2, 11.): Das Rennen von Marcel Schrötter war schon nach wenigen Sekunden ruiniert. Ein Feindkontakt warf ihn vom 9. Startplatz auf Rang 21 zurück und er musste eine Aufholjagd starten. Das gelang ihm und am Ende fehlten nur zweieinhalb Sekunden auf die Top-10.

Sandro Cortese (Moto2, DNF): Assen war für Cortese an diesem Wochenende einfach keine Reise wert. Sieben Plätze gewann er schon am Start, drei weitere bis Ende der zweiten Runde. Doch in der 6. Runde war Corteses Rennen auch schon wieder vorbei, als er sich in Kurve 9 in den Kies verabschiedete. Es war bereits der dritte Ausfall in den letzten fünf Rennen.

Philipp Öttl (Moto3, 11.): Schon das Qualifying machte Philipp Öttl die Aufgabe am Sonntag schwer: P25. In der ersten Runde ging es sogar noch drei Plätze nach hinten, ehe Öttl wieder Plätze gewinnen konnte. In der zehnten Runde war er erstmals in den Punkterängen, schnappte sich dann noch Juanfran Guevara sowie Andrea Migno und profitierte von Ausfällen in der letzten Runde. Am Ende reichte das für Platz 11.

Öttl meinte danach selbstkritisch: "M meinem Speed hätte ich ganz vorne sein können. Platz elf ist nichts wert. Für so ein Resultat muss ich nicht hier herfahren, da kann ich zuhause bleiben auch. Das Grundproblem ist natürlich mein schlechter Startplatz gewesen, weil ich mich am Samstag im Nassen nicht wirklich überwinden konnte. Im Rennen war ich dann eh schnell, habe den Abstand zur Spitzengruppe konstant gehalten und auf Bulega vor mir aufgeholt. Ohne Windschatten war aber einfach nicht mehr drinnen als Platz elf."

Samstag

Marcel Schrötter (Moto2, 9.): Den besten Tag der deutschen Fahrer in den kleineren Klassen erwischte Marcel Schrötter. Gut für ihn: Beide Sessions beendete er in den Top-10. Am Vormittag im FP3 erreichte Schrötter Platz sieben, im Qualifying am Nachmittag war er nach dem Abbruch sehr gut dabei. Zwischenzeitlich lag Schrötter gar in den Top-5, am Ende fiel er jedoch noch ein paar Positionen zurück. Mit P9 reichte es aber immer noch für Reihe 3.

"Heute konnte man sehen, dass wir unter beiden Bedingungen mithalten können. Dass im Trockenen etwas geht, wussten wir gestern schon, aber das Qualifying hätte auch komplett schief gehen können. Als ich raus bin habe ich gesehen, dass fast alles trocken war, bis auf ein paar Ecken. Trotzdem habe ich gemerkt, dass die Regenreifen auf dem Trockenen ziemlich gut funktionieren. Als ich dann an die Box gekommen bin zum Reifenwechseln, kam auch schon die rote Flagge. Nach dem Abbruch konnte ich von Anfang an gute Rundenzeiten fahren, obwohl die Bedingungen nicht optimal waren. Meine Pace ist gut, ich bin jede Runde allein und ohne Windschatten gefahren. Wenn wir morgen einen guten Start erwischen, denke ich, ist ein gutes Resultat möglich."

Sandro Cortese (Moto2, 31.): Es war unterm Strich ein schwarzer Samstag für Sandro Cortese. Dabei begann für ihn der zweite Trainingstag in Assen so gut, nämlich mit der achtbesten Zeit im FP3. Im Qualifying jedoch der Nackenschlag: Cortese stieg bei der Anfahrt zur letzten Schikane per Highsider ab, seine Suter war danach schrottreif. Ohne die Möglichkeit, sich unter immer besser werdenden Bedingungen zu verbessern, wurde Cortese letztlich 31.

"Wir sind gut in das Qualifying gestartet, haben mit den Slicks alles richtig gemacht. Ich war auf einer guten Runde, doch als ich in Kurve 15 Gas gegeben habe und im fünften Gang war, bin ich gestürzt. Ich muss mir die Wiederholung erst einmal ansehen und schauen, ob ich die weiße Markierung berührt habe, oder ob da ein nasser Fleck auf der Strecke war. Gott sei Dank konnte ich aufstehen und war unverletzt. Gerade als ich weggelaufen bin, habe ich den furchtbaren Sturz von Baldassarri gesehen. Ich hoffe, dass es ihm gut geht. Vom 31. Platz wird es morgen sicherlich ein sehr schwieriges Rennen."

Philipp Öttl (Moto3, 26.): Im Regen am Samstag konnte Philipp Öttl nicht mehr so gut mithalten wie noch am ersten Trainingstag. Der Start in den Tag erwies sich als problematisch für Öttl: Platz 20 im FP3, dazu kam noch ein Sturz. Am Nachmittag lief es noch schlechter. Öttl blieb zwar im Qualifying sitzen, mehr als Rang 26 war für den einzigen deutschen Moto3-Pilot aber nicht drin.

"Nach meiner Verletzung kann ich mich im Nassen noch nicht richtig überwinden. Das Gefühl ist da einfach ein ganz anderes. Der Sturz am Vormittag, als ich eigentlich an die Box fahren wollte und dann einen Highsider hatte, war auch keine Hilfe. Mir ist aber zum Glück nichts passiert. Auf trockener Strecke war ich an diesem Wochenende bisher aber stark, also orientiere ich mich im Rennen nur nach vorne. Wenn ich mich zu Beginn gut positionieren kann, ist noch alles drinnen."

Freitag

Philipp Öttl fuhr im FP1 zur Bestzeit - Foto: gp-photo.de/Ronny Lekl

Marcel Schrötter (Moto2, 11.): Einen sehr guten Start ins Assen-Wochenende legte Marcel Schrötter hin. Der Deutsche setzte gleich im FP1 am Vormittag ein erstes dickes Ausrufezeichen mit der viertschnellsten Zeit. Am Nachmittag fiel Schrötter etwas zurück in der Reihenfolge, seine Zeit vom FP1 konnte er knapp nicht verbessern. Am Ende weist ihn die kombinierte Zeitenliste aus beiden Trainings als Elften aus.

"Wir haben ein paar neue Dinge an der Geometrie probiert, aber die Veränderung war jetzt nicht so gravierend, dass man etwas Positives daraus ziehen kann. Hier ist es enorm wichtig, dass man extra Grip hat, denn durch die langgezogenen Kurven hat man besonders viel Spinning. Mit mehr Grip kann man den Speed mitnehmen und fährt bessere Rundenzeiten. Für morgen haben wir einen neuen Reifen zur Verfügung. Das Motorrad funktioniert hier ganz gut, wie man heute früh gesehen hat. Ich bin auch relativ zufrieden. Dennoch haben wir auf der Bremse wieder die gleichen Probleme. Wir werden weiter Änderungen vornehmen, aber wir haben bereits einen klaren Fortschritt gemacht."

Sandro Cortese (Moto2, 18.): Sandro Corteses Start ins Assen-Wochenende gestaltete sich schwierig. Der Deutsche stürzte im 1. Freien Training am Vormittag und wurde am Ende 19. Nicht viel besser lief es in der zweiten Session für Cortese. Zwar blieb der Moto3-Weltmeister von 2012 diesmal sitzen, als 18. gelang ihm allerdings nur eine geringfügige Steigerung.

"Die Zahlen sprechen für sich. Ich bin natürlich nicht zufrieden. Heute Morgen ist mir ein Ausrutscher passiert. Der Sturz ging über das Vorderrad, nachdem ich ein bisschen zu schnell in die Kurve gefahren bin. Das Ganze hat mich natürlich auch Rundenzeit gekostet. Zum Nachmittag fanden wir gut ins Training, konnten uns aber leider nicht weiter steigern, während die Anderen noch eine Schippe nachgelegt haben. Wir kämpfen, aber es gibt leider nicht viel mehr zu sagen. Plätze 19 und 18 sind natürlich nicht das, was wir uns für das Team vorstellen. Wir sind auch immer noch in der Entwicklung mit dem Motorrad. Jetzt analysieren wir alles genau und hoffen, dass wir uns morgen steigern können."

Philipp Öttl (Moto3, 9.): Das deutsche Glanzlicht am Trainings-Freitag setzte Philipp Öttl. Der junge Bayer setzte sich gleich am Vormittag in Szene und fuhr im 1. Freien Training zur Bestzeit in der Moto3-Klasse. Daran konnte Öttl am Nachmittag nicht mehr anknüpfen. In der zweiten Trainingssession landete er auf Platz 18 und verfehlte dabei seine Zeit vom Vormittag um eine halbe Sekunde. Kombiniert erreichte Philipp Öttl Platz neun.

"Bei meiner Bestzeit in FP1 hatte ich einen super Windschatten, habe auch aber von mir aus eine sehr gute Runde erwischt. In FP2 war dann das Problem, dass es am Ende etwas zu regnen begonnen hat und ich auch auf McPhee aufgelaufen bin. So konnte ich keine schnelle Runde mehr fahren und bin nur 18. geworden. Das Motorrad läuft hier aber schon richtig gut und ich fühle mich auf körperlich top. Jetzt ist es wichtig, dass wir uns im Qualifying einen guten Startplatz sichern, denn der Speed ist da. Wenn sich die Chance bietet, möchte ich das Rennen hier gewinnen."


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