Marc Marquez wechselte in dieser Saison von der 125ccm-Klasse in die Moto2. Nach dem zweiten Saisonsieg in der vergangenen Woche wird deutlich: Der Umstieg war erfolgreich. Doch empfand es der 18-Jährige nicht so leicht, wie es aussieht: "Das Schwierigste ist der Wechsel von Zwei- auf Vier-Takt. Es ist ein ziemlich großer Unterschied. Es war nicht schwer, ein gutes Gefühl für das Motorrad zu bekommen, trotz mehr Gewicht, aber die Motorbremse ist ziemlich kompliziert. Es ist schwer, den Bremspunkt zu finden." In den Tests vor der Saison lief es für Marquez noch gut, in den ersten drei Rennen stürzte er, gewann dann aber das vierte. "Bei den Tests bist du allein auf der Strecke und du hast Zeit. Im Rennen sind es viele Fahrer und man hat nur begrenzte Sessions", so die Begründung.

Den größten Unterschied zwischen 125er und Moto2 sieht der junge Spanier allerdings beim Überholen. "In der 125er kannst du fast in jeder Kurve überholen. In der Moto2 musst du sehr clever sein. Auch der Rennstart ist sehr verschieden. In der 125er bemerkst du kaum, ob dein Tank leer oder voll ist, aber in der Moto2 verändert sich das Bike von Beginn bis Ende des Rennens sehr. Die Reifenabnutzung und das Tankgewicht machen alles anders und du musst deinen Fahrstil immer wieder neu ans Motorrad anpassen", erklärte Marquez.

Erfolgreicher Aufstieg

Auf seinem Weg an die Weltspitze hat sich Marquez zudem vorgenommen, sich ab und an von Julian Simon, Thomas Lüthi, Stefan Bradl und Yuki Takahashi etwas abzuschauen, denn "sie haben viel mehr Erfahrung als ich." Über einen weiteren Schritt und zwar den in die MotoGP denkt der Youngster noch nicht nach. "Ich konzentriere mich auf die Moto2 und dann habe ich vielleicht irgendwann das Niveau erreicht, um in die MotoGP aufzusteigen. Natürlich ist das einer meiner Träume, aber zunächst möchte ich meinen Job in der Moto2 erledigen."

Bis zu diesem Punkt hatte es Marquez aber nicht immer leicht. Da seine Eltern nicht genügend Geld hatten, hat er besonders dem spanischen Motorrad-Nachwuchs-System viel zu verdanken. Im Alter von neun Jahren wurde er zudem von einem Team entdeckt. Marquez erklärte: "Von da an war alles frei. Wenn sie mich nicht genommen hätten würde ich jetzt vielleicht Motocross oder etwas Ähnliches fahren. Ich hatte wirklich Glück." Mit seiner Familie fühlt sich Marquez aber auch nach seinem Weltmeistertitel noch eng verbunden, er wohnt noch immer mit den Eltern und Bruder Alex zusammen, der mit seinen 15 Jahren schon in der spanischen Meisterschaft startet. Ein perfektes Wochenende, an dem kein Rennen ansteht verbringt der amtierende 125ccm-Weltmeister am liebsten mit seinem Bruder beim Motocross oder Supermoto fahren. "Ich habe keine besonderem Hobbies. Ich fahre gern Fahrrad, besonders Mountainbikes", ergänzte Marquez.