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Porsche-Ausstieg, Daytona-Ende und Co: Sportwagen-Aufreger 2017

Das Sportwagen-Jahr hatte einiges zu bieten. Die größten Aufreger, von Porsches LMP1-Ausstieg über das Daytona-Finale bis hin zur Zakspeed-Disqualifikation:
von Tobias Ebner

Aufreger 1: Das Daytona-Finale

Kaum ist das neue Jahr gestartet, schon gibt es den ersten großen Aufreger in der Motorsport-Welt. Verantwortlich dafür: Das 24-Stunden-Rennen von Daytona! Es war die Premiere der mit Spannung erwarteten DPi-Prototypen, und prompt wurde es ein Zweikampf zwischen den beiden Cadillac-DPi von Action Express und Wayne Taylor Racing. Den beiden Mannschaften war dabei wirklich jedes Mittel Recht.

Sieben Minuten vor Schluss: Taylor trifft Albuquerque: (00:59 Min.)

Zunächst wird von Action Express das aussichtslos zurückliegende Schwesterauto als Straßensperre für den WTR-Cadillac beim Neustart nach einer Caution benutzt. Dann in der Schlussphase drangt sich Ricky Taylor in eine Lücke, die kaum eine ist. Die Folge: Filipe Albuquerque im Action-Express-Cadillac dreht sich, der Aufschrei ist groß. Die Taylors erringen einen Sieg, der wenig später auch von offizieller Seite bestätigt wird.

Aufreger 2: Porsches LMP1-Ausstieg

Schon nach dem plötzlichen Audi-Ausstieg nach der WEC-Saison 2016 befand sich die LMP1-Klasse und damit die ganze Serie in der Krise. Eine Krise, die die Verantwortlichen offensichtlich nicht genügend wach gerüttelt hat. Denn Mitte Juli gibt auch Porsche das Ende seines LMP1-Engagements bekannt. Und genauso wie die Konzernschwester aus Ingolstadt wagen auch die Zuffenhausener den Schritt in Richtung Formel E.

Porsches LMP1-Abschied in Bahrain: Das Ende einer Ära: (02:20 Min.)

Damit waren die Verantwortlichen von FIA und ACO plötzlich unter extremen Zugzwang. Die neuen LMP1-Regeln, die man erst einen Monat zuvor in Le Mans präsentierte, waren so auf einen Schlag obsolet geworden. Stattdessen musste man sich nun überlegen, wie man die Regeln so gestaltet, um neuen Herstellern wieder ein LMP1-Engagement überhaupt schmackhaft zu machen. Etwas mehr als einen Monat Bedenkzeit gab man sich.

Aufreger 3: Die neuen WEC-Regeln

Im Rahmen des WEC-Rennens in Mexiko gab man dann neue Richtlinien bekannt. Angesichts der angespannten Lage und ungewiss gewordenen Zukunft der Serie, entschloss man sich zu einem drastischen Schritt: Einerseits wird aus der WEC eine Winterserie, deren Saison von nun an mit den 24 Stunden von Le Mans beendet wird. Das sorgt für eine Saison 2018/19, in der man zwei Mal in Le Mans und auch zwei Mal in Spa Station macht.

Private und hybride LMP1-Boliden sollen 2018 auf ein Niveau gebracht werden - Foto: Adrenal Media

Andererseits vereinheitlich man die LMP1-Klasse. Die hybriden Werksautos und die privaten Nicht-Hybriden werden in eine gemeinsame Wertung gesteckt. Das technische Reglement wird so überarbeitet, dass die Performance der beiden Fahrzeugphilosophien angeglichen wird. Wie man das allerdings genau bewerkstelligen möchte, steht zum jetzigen Zeitpunkt immer noch in den Sternen. Die Organisatoren haben sich hier eine mörderische Aufgabe aufgehalst.

Aufreger 4: Die Zakspeed-Disqualifikation

Beim zweiten Lauf des ADAC GT Masters Mitte September auf dem Sachsenring fuhr Mercedes-AMG einen Vierfachsieg ein. So weit, so gut. Doch Stunden nach dem Rennen gab es plötzlich keinen Sieger und auch keinen Zweitplatzierten mehr. Der Grund: Zakspeed wurde aus der Wertung genommen! Der Wagen entsprach nämlich nicht mehr der GT3-Homologation. Gegen dieses Urteil legte das Team erwartungsgemäß Berufung ein.

Einen Tag später der Rückzieher, man akzeptiert den Wertungsausschluss. "Da wir als Kundenteam keinen Zugriff auf diese Daten haben, haben wir unmittelbar externen Sachverstand eingeholt. Dieser bestätigte die Aussage des DMSB, was uns letztlich dazu bewegte, die Berufung zurückzuziehen", erklärte Teamchef Peter Zakowski in einer entsprechenden Pressemitteilung seiner Mannschaft. Asch / Mortara von Mücke Motorsport wurden letztlich zum Laufsieger erklärt.

Aufreger 5: Die VLN-Ergebniskorrektur

Auch die VLN hatte 2017 wieder einmal ihren Aufreger. Beim 7. Lauf, dem 57. ADAC Reinoldus-Langstreckenrennen, kam es in der letzten Rennstunde zu einem Massenunfall im Bereich Fuchsröhre. Als Konsequenz musste das Rennen vorzeitig abgebrochen werden, da sämtliches Rettungspersonal an Ort und Stelle gebraucht wurde. Manthey Racing wurde zum Sieger vor dem Haribo-Mercedes #8 und dem Walkenhorst-BMW #100 erklärt.

VLN 2017: Die Highlights vom siebten Rennen: (02:14 Min.)

Gut zwei Wochen nach dem Rennen mussten die VLN-Verantwortlichen noch einmal nachbessern: Nach dem Abbruch hatte man nämlich das Rennen zum falschen Zeitpunkt gewertet. Durch die Ergebnis-Korrektur rutschen der Mercedes-AMG und der BMW jeweils um einen Platz nach hinten, neuer Zweitplatzierter war nun der in der SPX-Klasse startende Renault R.S.01 von "Schmidtmann" / Hammel / Laser.


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