WEC

LMP1 2018: Regelnovelle soll Privatiers stärken

In der WEC gibt es für die Saison 2018 einige Änderungen der LMP1-Klasse. Diese Maßnahmen sollen die Privatiers sportlich stärken:
von Chris Lugert

Motorsport-Magazin.com - Mit dem Ausstieg Porsches und dem fast vollständigen Verschwinden der privaten LMP1 aus der WEC steht die Langstrecken-WM in den kommenden Jahren vor großen Herausforderungen. Die Einführung der Hybrid-Technologie sollte den Fortschritt dokumentieren, tatsächlich spaltete sie die höchste Klasse in zwei Lager. Die mangelnde TV-Präsenz veranlasste zuletzt Rebellion Ende 2016, sich aus der LMP1 zurückzuziehen und in der LMP2 an den Start zu gehen. Somit war ByKolles der einzige Privatier in der WEC 2017, beendete sein Engagement aber ebenfalls im Laufe der Saison.

Tatsächlich bestätigt ist für 2018 noch nicht ein einziges LMP1-Fahrzeug. Toyota will im Oktober verkünden, wie es weitergeht. Diverse private LMP1-Projekte sind zwar in der Produktionsphase, jedoch noch ohne konkrete Bestätigung, welche Teams mit welchen Fahrzeugen 2018 starten. Die große Frage wird sein: Können diese Privatiers um den Sieg kämpfen oder wird der Abstand zu den großen Herstellern weiterhin zu groß sein?

Nun verabschiedete der World Motor Sport Council der FIA eine Regelnovelle für die Königsklasse der WEC. So werden die Hybrid- und Nicht-Hybrid-Autos von 2018 an in einer gemeinsamen Wertung zusammengefasst, eine Trennung gibt es offiziell nicht mehr.

Mehr Benzinfluss für die Privaten

Um innerhalb dieser Wertung für eine Ausgeglichenheit zu sorgen, soll der Benzindurchfluss sowie der Benzinverbrauch der Nicht-Hybriden angepasst werden. In Le Mans soll sich das Verhältnis so auswirken, dass die Hybrid-Boliden künftig pro Stint nur eine Runde mehr fahren können, als ihre Konkurrenten.

Auf Motorenebene soll eine Balance zwischen Turbo- und Saugmotoren erreicht werden, um das Feld möglicher Motorenlieferanten für die privaten LMP1-Teams zu erweitern. Von 2019 an soll zudem die Aerodynamik der Boliden beschnitten werden, um die komplexe und teure Weiterentwicklung in diesem Bereich einzudämmen.

Ob diese Maßnahmen ausreichen werden, um die LMP1 aus ihrer schweren Krise zu führen, muss sich zeigen. Ginetta kündigte Anfang 2017 an, bis zu zehn Kunden-LMP1 ab 2018 einzusetzen. Das aktuelle LMP2-Team Manor verkündete bereits Aufstiegspläne. Kurz zuvor vermeldete BR Engineering um den russischen Milliardär Boris Rotenberg, gemeinsam mit Dallara einen Boliden zu entwickeln, der ebenfalls die LMP1-Klasse angreifen soll. Wie die LMP1 ab 2018 tatsächlich aussieht und wie sie sich vor allem sportlich präsentiert, wird sich zeigen.


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