IndyCar

Der Kopf ist letzte verwundbare Stelle - Max Chilton fordert geschlossene Cockpits

Max Chilton hat in den letzten zwei Monaten mit Jules Bianchi und Justin Wilson zwei Kollegen verloren. Er fordert mehr Sicherheit im Rennboliden.
von Raphaela Scheidl

Motorsport-Magazin.com - Der ehemalige Marussia-Pilot Max Chilton fordert die Einführung von geschlossenen Cockpits in der Formel 1 und IndyCar Serie. Nachdem mit Indy-Kollege Justin Wilson der nächste Sportler nach F1-Teamkamerad Jules Bianchi in den Tod gerast ist, wäre es höchste Zeit für eine Veränderung.

Justin Wilson starb in der Nacht auf Dienstag an seinen schweren Kopfverletzungen - Foto: Sutton

Zwei Todesfälle sind genug

Sowohl Justin Wilson als auch Jules Bianchi waren Kollegen des Briten. 2013 und 2014 fuhr der 24-Jährige in der Formel 1 für Marussia, war Teamkollege von Bianchi. Der Franzose starb im Juli an seinen schweren Kopfverletzungen, die er sich beim Japan GP im vergangenen Oktober nach einem Crash in ein Bergungsfahrzeug zuzog. Bianchi wurde 25 Jahre alt.

Das Cockpit, unser Kopf ist die letzte verwundbare Stelle im Auto.
Max Chilton

Aktuell fährt Chilton in der Indy Lights Serie, eine Klasse unter dem IndyCar. Beim vorletzten Rennen in Pocono wurde IndyCar-Kollege Justin Wilson von einem großen Teil, das sich von Sage Karams Wagen gelöst hatte, am Kopf getroffen. Er verlor daraufhin das Bewusstsein und schlug frontal in die Begrenzungsmauern auf der Innenseite der Strecke ein. In der Nacht auf Dienstag ist der Brite seinen schweren Verletzungen erlegen. Wilson wurde 37 Jahre alt.

Zwei Todesfälle, die Chilton dazu bewegen sich für geschlossene Cockpithauben einzusetzen. "Das Cockpit, unser Kopf ist die letzte verwundbare Stelle im Auto", zeigt sich Chilton im Interview mit SkySportNews besorgt. "Der Rest des Autos ist hingegen wahnsinnig sicher geworden. Neue Designs mit geschlossenen Cockpits sollte man vorantrieben", fordert der 24-Jährige.

Max Chilton und Jules Bianchi waren Teamkollegen beim F1-Rennstall Marussia - Foto: Sutton

Es gibt Möglichkeiten

Bereits Felipe Massa regte im Jahr 2009 zu einer Debatte über geschlossene Cockpits an. Der Brasilianer war damals während des Qualifyings in Ungarn von einer Metallfeder, die sich von Ruben Barrichellos Rennwagen gelöst hatte, getroffen worden und daraufhin frontal in einen Reifenstapel gekracht. Massa überlebte den Crash damals schwer verletzt. Die FIA hatte daraufhin einige Konzepte zu geschlossenen Cockpits untersucht, jedoch kam es nie zu einer Umsetzung.

Ich weiß es war ein irrer Unfall, aber es gibt in jedem Fall Möglichkeiten was man dagegen tun kann.
Max Chilton

Auch wenn der Motorsport heutzutage deutlich weniger Todesfälle fordert, als noch vor einigen Jahren, so gehört dieses Risiko weiter reduziert. "Es ist eigentlich sehr selten, aber in letzter Zeit, mit Jules in diesem Jahr, und jetzt schon wieder. Das müssen wir stoppen. Ich weiß es war ein irrer Unfall, aber es gibt in jedem Fall Möglichkeiten was man dagegen tun kann", hofft Chilton auf ein Umdenken.

Problem beim Aussteigen?

Ein großer Kritikpunkt gegen geschlossene Cockpits sei unter anderem, dass es die Verdeckung den Fahrer erschweren würde in gefährlichen Situationen möglichst schnell aus dem Boliden aussteigen zu können. "Klar könnte das Probleme machen, aber wir müssen einfach etwas entwickeln was uns vor fliegenden Teilen und Kollisionen schützt, und wo wir aber dennoch schnell aus dem Wagen kommen", so Chiltons Vorschlag.

Wir müssen versuchen die Nummer der Toten zu reduzieren.
Max Chilton

Der Wunsch nach Veränderung ist groß. Denn jeder Todesfall lässt die Angst auf weitere Unfälle steigen. "Ich möchte einen Weg finden, mit der gesamten Motorsportwelt, wie wir das verhindern können. Wir müssen versuchen die Nummer der Toten zu reduzieren. Denn es waren einfach zu viele in letzter Zeit."


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