IMSA

Audi siegt nur in der Klasse - 12 Stunden von Sebring

Mach einem problembehafteten Rennen reichte es für Audi nur zum Klassensieg - der 22. in Folge.

Motorsport-Magazin.com - Der Audi R10 TDI ist in seiner Klasse auch nach 22 Renneinsätzen ungeschlagen. Beim turbulenten 12-Stunden-Rennen in Sebring (US-Bundesstaat Florida) gelang Audi mit seinen beiden Diesel-Sportwagen ein Doppelsieg in der LM P1-Kategorie. Nach acht Sebring-Triumphen in Folge musste sich Audi beim amerikanischen Langstrecken-Klassiker allerdings erstmals mit einem Klassensieg begnügen. In der Gesamtwertung belegten die beiden R10 TDI die Plätze drei und sechs.

Bei Halbzeit des Rennens lagen beide Audi R10 TDI an der Spitze des Feldes. Lucas Luhr, Mike Rockenfeller und Marco Werner hatten 40 Sekunden Vorsprung auf ihre Teamkollegen Dindo Capello, Allan McNish und Tom Kristensen, als an ihrem R10 TDI der rechte Turbolader und die vorderen Bremsscheiben gewechselt werden mussten. 16 Runden Verlust brachten das rein deutsche Fahrertrio um die Siegchance. Ein Ausrutscher in der Abenddämmerung und mehrere Stop-and-Go-Strafen kosteten weitere Zeit.

Das Schwesterauto mit der Startnummer 1, das von der Pole Position ins Rennen gegangen war, verlor in der spannenden Hitzeschlacht bereits in der Anfangsphase durch eine Stop-and-Go-Strafe 30 Sekunden. Zu Beginn der achten Stunde musste die Schubstrebe der rechten Vorderradaufhängung fixiert werden, eine knappe Stunde später wurde der Tausch der vorderen Bremsscheiben nötig.

Mit knapp vier Runden Rückstand starteten Dindo Capello, Tom Kristensen und Allan McNish eine beeindruckende Aufholjagd, die sie wieder in dieselbe Runde mit den Siegern und noch auf den dritten Gesamtrang nach vorne brachte. Lediglich 67 Sekunden fehlten am Ende zum Gesamtsieg – fast zehn Minuten stand der R10 TDI außerplanmäßig an der Box.

Stimmen nach dem Rennen in Sebring

Dr. Wolfgang Ullrich (Audi Motorsportchef):
"Das Rennen war sehr enttäuschend für uns. Wir hatten zu viele technische Probleme, die wir nun aussortieren müssen. Das führte dazu, dass wir nicht so schnell fahren konnten, wir wir es uns vorgenommen hatten. Auch Fahrer und Team waren heute nicht fehlerfrei, wodurch wir uns einige Strafen eingehandelt haben. Wir waren hier einfach nicht auf dem Level, auf dem wir sein wollten. Daran müssen und werden wir sofort arbeiten."

Dindo Capello (Audi R10 TDI #1):
"Dieses Rennen habe ich nicht genossen. Es fing mit einer Stop-and-Go-Strafe wegen einer Kollision mit einem GT2-Porsche, die ich nicht vermeiden konnte, schon unglücklich an. Anfangs lief das Auto gut, doch bald war mir klar, dass irgendetwas nicht stimmte. Mein zweiter Stint war ein Alptraum. Der Unterboden setzte permanent auf, und mit Bremsproblemen war das Auto nahezu unfahrbar."

Tom Kristensen (Audi R10 TDI #1):
"Es war ein großes, klassisches Rennen, in dem permanent etwas passierte. Wir hatten mehrere Probleme, die uns den Sieg gekostet haben. Unsere Freunde aus Frankreich von Peugeot waren sehr schnell, das müssen wir realistisch sehen. Glückwunsch an die ‚Postboten aus Stuttgart‘ – sie haben keine Fehler gemacht und daher den Sieg verdient. Wir haben gekämpft und alles versucht, den Rückstand noch wettzumachen. Aber drei Runden Rückstand waren angesichts der noch verbliebenen Zeit einfach zu viel."

Allan McNish (Audi R10 TDI #1):
"Wir hatten ein sehr schnelles Auto, aber leider ein Problem mit der rechten Vorderradaufhängung. Die Reparatur hat Zeit gekostet. Dann mussten wir seltsamerweise die Bremsscheiben wechseln, was beim R10 noch nie nötig war. Das hat uns weitere Zeit gekostet. Drei Runden zu verlieren und am Ende wieder in derselben Runde wie die Sieger zu sein, auf diese Aufholjagd darf die ganze Audi Mannschaft stolz sein."

Lucas Luhr (Audi R10 TDI #2):
"Wir hatten den Speed, um das Rennen zu gewinnen. Wir lagen ja auch eine ganze Zeit lang vorne. Dann kamen leider die Probleme – erst bei uns, dann auch beim Schwesterauto. Das ist natürlich bitter. Die Punkte, die wir geholt haben, sind wichtig für die Meisterschaft. Aber wir wollten hier einen Gesamtsieg herausholen."

Mike Rockenfeller (Audi R10 TDI #2):
"Das war natürlich gar nicht nach unserem Geschmack. Wir hatten zu viele Probleme. Wir hatten den Speed und waren zur Halbzeit vorne. Doch dann kam das Turbolader-Problem, damit war das Rennen für uns gelaufen. Gratulation an die Jungs von Porsche."

Marco Werner (Audi R10 TDI #2):
"Nachdem wir die ganze Woche mit dem Setup nicht zufrieden waren, war das Auto heute ganz okay. Ohne den defekten Turbolader hätte es ein großes Rennen für uns werden können. So aber müssen wir mit dem zweiten Platz in der Klasse vorlieb nehmen."

Ralf Jüttner (Technischer Direktor Audi Sport Team Joest):
"Wir hatten hier Probleme, die wir absolut nicht erwartet hatten. Dazu kamen Stop-and-Go-Strafen und Unfälle. So gewinnt man gegen starke Konkurrenz kein Rennen. Wir haben nun eine lange Liste, die wir bis Le Mans abarbeiten müssen. Wir werden es als heilsamen Schock hinnehmen und daraus lernen. Besonders verwunderlich waren die Bremsprobleme. Der Wechsel der vorderen Scheiben hat dem Einser-Auto den Sieg gekostet. Der R10 TDI ist einfach nicht dafür gebaut, die Bremsen während eines Rennens zu wechseln. Das in fünfeinhalb Minuten zu schaffen, ist schon eine besondere Leistung."


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