IMSA

Wieder nur Zweiter - Rennen, Road America

Audi durfte sich nach einer starken Quali-Leistung im Rennen wieder nur über den zweiten Platz und den Klassensieg freuen.
von Martina Fellner

Motorsport-Magazin.com - Auch beim achten Lauf der American Le Mans-Serie in Road America hat Audi den Zuschauern eindrucksvoll demonstriert, wie leistungsfähig moderne Dieselmotoren sind: Die beiden Audi R10 TDI waren der Konkurrenz auf der schnellsten Rennstrecke des Jahres klar überlegen und feierten einen weiteren Doppelsieg in der LM P1-Klasse. Nach einem knallharten teaminternen Duell setzten sich Dindo Capello/Allan McNish um nur 0,796 Sekunden gegen ihre Teamkollegen Emanuele Pirro/Marco Werner durch.

Im Kampf um den Gesamtsieg musste sich das Team Audi Sport North America um lediglich 1,783 Sekunden dem schnellsten LM P2-Sportwagen geschlagen geben, nachdem die beiden R10 TDI während fast der gesamten vier Stunden an der Spitze des Feldes lagen. Die reglementbedingt längeren Tankstopps und Reifenprobleme brachten Audi um den möglichen Gesamtsieg.

Vom Start weg setzten sich die beiden Audi R10 TDI bei schwülem Sommerwetter von den Verfolgern ab, ehe Allan McNish nach 45 Minuten an einer der schnellsten Stellen der Stecke der linke Hinterreifen platzte. Trotzdem lagen beide Diesel-Sportwagen wieder souverän auf den ersten beiden Plätzen, als ein Unwetter einen mehr als einstündigen Einsatz des Safety Cars verursachte, der das Feld wieder zusammenrücken ließ.

In der Schlussphase ging das Team Audi Sport North America kein Risiko ein und wechselte an beiden R10 TDI die Reifen. Dadurch fielen Dindo Capello und Emanuele Pirro hinter die beiden Werks-Porsche zurück. In den packenden letzten Runden gelang es beiden Audi Piloten, eines der beiden leichteren LM P2-Autos zu überholen und einen Rückstand von rund 18 Sekunden auf den zweiten Werks-Porsche fast vollständig wettzumachen. Die Entscheidung fiel in der vorletzten Runde, als beide R10 TDI ausgerechnet im langgezogenen "Karussell" auf langsamere Fahrzeuge aufliefen und dabei mehrere Sekunden verloren.

Dr. Wolfgang Ullrich (Audi Motorsportchef):
Der Audi R10 TDI war einmal mehr das dominierende LM P1-Auto und ist in seiner Klasse weiter unbesiegt. Dass wir selbst auf der schnellsten Strecke der American Le Mans-Serie nicht in der Lage waren, einen Gesamtsieg zu erzielen, zeigt, dass die Gewichtsdifferenz zwischen den LM P1- und den LM P2-Fahrzeugen einfach zu groß ist. Dazu kommt der kleinere Tank.

Dindo Capello (Audi R10 TDI #1):
Der Ausgang des Rennens war bis zum Ende offen. In der Schlussphase hatte ich einen engen, aber fairen Kampf mit Emanuele (Pirro). Vom Gefühl her war ich schneller als er. Vier Runden vor dem Ziel habe ich vorne Grip verloren, dadurch wurde das Bremsen sehr schwierig. Trotzdem habe ich alles versucht, um den führenden Porsche noch zu schnappen. Aber zwei Runden vor der Zielflagge bin ich in heftigen Verkehr geraten. Dabei habe ich zu viel Zeit und die Chance auf den Gesamtsieg verloren.

Allan McNish (Audi R10 TDI #1):
Es ist enttäuschend, von der Pole Position gestartet zu sein, um dann Zweiter zu werden – mit weniger als zwei Sekunden Rückstand. Noch dazu, wenn man die meiste Zeit des Rennens geführt hat und zwei Reifenschäden hatte, jeweils in Führung liegend. Ich denke, ich sollte mich über den sechsten Saisonsieg in der LM P1-Klasse freuen, aber als Rennfahrer bin ich mit einem zweiten Gesamtrang nie zufrieden. Wir hatten eine echte Chance, dieses Rennen zu gewinnen, aber wir konnten sie nicht nutzen.

Emanuele Pirro (Audi R10 TDI #2):
Ich denke, wir sind ein richtig starkes Rennen gefahren. Ich bin stolz auf unsere Leistung. Ich selbst habe es im Regen und im Trockenen genossen. Ich habe mit Dindo (Capello) absolut am Limit gekämpft. Einige Male sind wir uns sehr nahe gekommen. Wir haben alles versucht, trotzdem sind wir am Ende Zweiter und Dritter geworden. Das ist eigentlich nicht das, warum wir hier sind. Aber es steht mir nicht zu, die Regeln zu verurteilen.

Marco Werner (Audi R10 TDI #2):
Das war sicherlich ein sehr schwieriges Rennen, auch für mich am Anfang. Es ist nicht gerade beruhigend, wenn dem Teamkollegen vor dir der Reifen platzt. Ich hatte dasselbe Problem bereits im Training. Das war für mich ein Warnsignal. Ich habe etwas Tempo herausgenommen, um den linken Hinterreifen im Karussell und im ‚Kink‘ zu schonen. Trotzdem hatten wir eine gute Pace. Der Regen hat uns dann das Rennen kaputtgemacht. Wir fuhren zu lange hinter dem Safety Car. Das hat das Feld zusammengeschoben, und deshalb hat es zum Schluss wieder nicht zum Gesamtsieg gereicht. Wir sind aufgrund des Reglements an der Box im Augenblick einfach langsamer.

Dave Maraj (Teamdirektor Audi Sport North America):
Es war vom Start bis ins Ziel ein unglaublich aufregendes Rennen. Leider haben wir den Gesamtsieg knapp verpasst. Die Gelbphasen haben uns nicht geholfen – wir hätten ein ‚sauberes‘ Rennen ohne Safety Cars gebraucht, um die Zeit herausfahren zu können, die wir wegen unseres kleineren Tanks benötigen. Auch der Regen hat uns nicht geholfen, aber alle vier Fahrer sind bei diesen schwierigen Bedingungen extrem gut gefahren. Die Boxenmannschaften hatten großen Anteil daran, dass wir für Audi einen weiteren Sieg in der LM P1-Klasse geholt haben.


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