IMSA / Hintergrund

Ligier-Honda ringt Corvette-DP nieder - Daytona: Erster Sieg für LMP2-Prototypen

Die Sportwagen-Saison in den USA hat begonnen - und wie! Die 24 Stunden von Daytona boten klassenübergreifend unterhaltsamen Langstreckensport.
von Fabian Stein

Motorsport-Magazin.com - 2016 markierte den historischen Sieg eines LMP2-Prototypen bei den 24 Stunden von Daytona. Das Pendel zwischen Daytona-Prototypen amerikanischer Tradition und LMP2-Boliden europäischer Prägung schwang durch den Sieg von Derani/Sharp/Brown/Van Overbeek im Ligier-Honda von ESM in Richtung der letztgenannten. Das Experimentierfeld IMSA SportsCar Championship scheint in eine interessante Saison zu gehen.

Motorsport-Magzin.com hat das Rennen live begleitet und den Rennverlauf dokumentiert. Hier geht es im Folgenden um die Fragen des Rennens.

War Daytona eine LMP2-Show?

Der Sieg von Derani/Sharp/Brown/Van Overbeek folgte auf die Pole-Position von Mediani/Minassian/Aleshin/Ladygin im BR01-Nissan von SMP Racing, der mit Bremsproblemen zurückfiel. Der Ligier-Honda von ESM war auch das Fahrzeug, das es im Finale der 24 Stunden zu schlagen galt. Die beiden Mazda-Prototypen zeigten ebenfalls eine solide Leistung, wurden aber wegen Defekten am Schwungrad und Motor nicht belohnt.

Der DeltaWing musste in der vierten Rennstunde nach einer Kollision aufgeben und blieb so ein weiteres Mal den Beweis schuldig, mit den anderen Fahrzeugkonzepten mithalten zu können.

Wie erging es den Daytona-Prototypen?

Auch wenn das LMP2-Lager die Schlagzeilen in Florida beherrschte, war das Feld trotzdem eng beieinander. Der Corvette-DP von Taylor Racing mit Taylor/Taylor/Angelelli/Barrichello wurde knapper Zweiter als Jordan Taylor wegen Abgasen im Cockpit beim letzten Boxenstopp ausgetauscht werden musste. Probleme bei der Motorsteuerung am Corvette-DP von Dalziel/Goossens/Hunter-Reay kosteten das Team eine halbe Runde und damit die Chance auf den Sieg.

Die Riley-Ford waren keine Faktoren. Das erfolgsverwöhnte Team von Chip Ganassi begann 2016 schwächer als gewohnt. Platz fünf für Stroll/Wurz/Hartley/Priaulx und Rang sieben für das Schwesterfahrzeug, das nach einem Bremsdefekt spät im Rennen in einen Reifenstapel gekracht war.

Hat die IMSA auch 2016 das beste GTE-Feld?

Vermutlich ja. 0,034 Sekunden trennten den Sieger vom Zweitplatzierten in der GTE-Wertung, die in den USA unter den Namen GTLM firmiert. Da beide Fahrzeuge eine Corvette C7.R waren, könnte man ein harmonisches Foto-Finish befürchten. Doch weit gefehlt.

Mit hochkarätigen Teams und Fahrern bei BMW, Corvette, Ferrari, Ford und Porsche begegneten sich die Hersteller in Daytona annähernd auf Augenhöhe. Am Ende siegte die im Vorfeld als Gebrauchtwagen eingeschätzte Corvette C7.R nach fehlerfreiem Rennen mit einem Rad-an-Rad-Duell von Oliver Gavin (mit Millner/Fässler) gegen Antonio Garcia (mit Magnussen/Rockenfeller). Porsche war indes am nächsten am Sieg dran: Bamber, Makowiecki/Christensen wurden Dritte.

Wie lief das Renndebüt des Ford GT?

Verhalten. Die Plätze sieben und neun von elf GTE-Fahrzeugen klingen nicht nach einem überzeugenden Rennen. Aufmerksamkeit erregten die beiden brandneuen Flundern von Ford fast ausschließlich durch eine Vielzahl von kleineren und größeren Problemen, die schon früh alle Siegchancen verhinderten.

Allerdings liefen die Ford GT gut - wenn sie denn problemlos fahren konnten. Die Zeiten waren durchaus in der Nähe der Konkurrenz. Stefan Mücke und Dirk Müller dürfen also noch auf Zählbares im Laufe der Saison hoffen.

Hatte die GTD-Klasse Abwechslung zu bieten?

Unter der Bezeichnung GTD lieferte sich das 22 Fahrzeuge umfassende GT3-Feld ebenfalls ein packendes Rennen. René Rast im neuen Audi R8 LMS von Magnus Racing duellierte sich im Endspurt mit Fabio Babini im Lamborghini Huracán von Konrad Motorsport bis dem Italiener in Führung liegend das Benzin ausging. Rast durfte mit Lally, Potter und Marco Seefried von der obersten Stufe des Podestes grüßen.

Zweite wurden Pappas/Long/ Pilgrim/Catsburg im Porsche von Black Swan Racing mit kaum drei Sekunden Abstand. Die Dodge Viper GT3-R mit der wenig aufregenden Besatzung Keating/Robinson/Foss/Mosing/Faulkner wurde schließlich nach solider Fahrt Dritter. Vierter wurden Lamy/Lauda/Dalla Lana/Stanaway im Aston Martin vor dem glücklosen Konrad-Lamborghini: Fünf Hersteller auf den ersten fünf Plätzen!

Wie geht es in den USA weiter?

Die nächste Veranstaltung der IMSA SportsCar Championship wird 16. bis 19. März in Sebring stattfinden. Auf dem ehemaligen Flugplatz sind dann zwölf Stunden zu bewältigen.


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