GP3

GP3: David Beckmann bereit für seine erste Saison

Erstes Rennwochenende für David Beckmann in der GP3 Series in Barcelona. Erfolgreiche Testfahrten: Beckmann hat den 400 PS-GP3-Boliden fest im Griff.

Motorsport-Magazin.com - Am kommenden Wochenende (11. bis 13. Mai) fällt für David Beckmann der Startschuss zu einem neuen Kapitel seiner Motorsport-Karriere. Auf dem Circuit de Catalunya bestreitet der 18-Jährige als einziger deutscher Starter des gesamten Feldes sein erstes Rennwochenende in der GP3 Series.

Im Rahmen des Europaauftaktes der Formel 1 möchte der Hagener sein gewonnenes Wissen aus den Testfahrten endlich im Renntrimm umsetzen. Von Mitte Februar bis Mitte April hatte der Jenzer Motorsport-Pilot insgesamt sechs offizielle Testtage in Le Castellet, Jerez und Barcelona, um sich optimal auf die neue Herausforderung vorzubereiten.

Nach zahlreichen Erfolgen im Kart ist der Förderpilot der Deutsche Post Speed Academy mittlerweile seit 2015 im Automobilsport unterwegs und darin geübt, schnelle Autos am Limit zu bewegen. In der GP3 Series erwartet ihn nochmals ein deutlicher Leistungssprung. Die Boliden mit V6-Zylinder-Motor und rund 400 PS erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von über 300 km/h. Wie in der Formel 1 wird auch in der GP3 Series mit DRS gefahren.

David Beckmann kann seine ersten Rennen in der GP3 kaum mehr erwarten - Foto: Paolo Pellegrini

Das erste Rennwochenende auf dem 4,655 km langen Circuit de Catalunya in der Nähe von Barcelona startet am Freitag, 11. Mai um 09:30 Uhr mit dem Freien Training, um 17:50 Uhr steht das Qualifying auf dem Programm. Die beiden Rennen finden Samstag und Sonntag um 10:15 und 10:25 Uhr statt.

Vier Fragen an David Beckmann

Hinter dir liegen unzählige Testkilometer. Bist du bereit für deine ersten Rennen in der GP3 Series?
Auf jeden Fall. Ich kann es kaum erwarten, bis es endlich losgeht. Während der Testfahrten lässt sich das Kräfteverhältnis unter den einzelnen Fahrern nur sehr schwierig einschätzen. Ich habe mich über die Zeit konstant gesteigert, was das letztlich wert ist, weiß ich aber erst am Rennwochenende. Insgesamt verliefen die Testfahrten sehr positiv. Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu meinem Ingenieur und auch die Zusammenarbeit mit meinem Team klappt super.

Welche Erkenntnisse hast du aus den Testfahrten ziehen können?
Hier muss ich ganz klar die Reifen nennen. In der GP3 Series wird mit Pirelli gefahren und die sind in ihrem Verhalten deutlich anders als die Rennreifen, die ich bisher kannte. Sie bieten dir viel schneller Grip, bauen aber auch deutlich schneller wieder ab - ähnlich wie die Reifen in der Formel 1. Besonders das Aufwärmen musste ich trainieren, um nicht zu aggressiv zu fahren und auch auf Longruns den Reifenabbau gut unter Kontrolle zu haben.

David Beckmann greift 2018 mit Jenzer Motorsport in der GP3 an - Foto: Paolo Pellegrini

Wie ist dir der Umstieg von der Formel-3-WM in die GP3 Series generell gelungen?
Ich muss gestehen, dass es einfacher als gedacht war. Das Auto ist wirklich sehr gut zu fahren und die Balance ist nicht weit von einem F3-Auto entfernt. Natürlich merke ich die 400 PS und das höhere Gewicht. Ich musste lernen, am Kurveneingang nicht zu viel Druck zu machen und dafür den Kurvenausgang richtig gut zu erwischen. So lässt sich viel Zeit gewinnen. Die GP3-Boliden sind auch deutlich schneller auf den Geraden, durch die stärkeren Bremsen bleiben die Bremspunkte aber gleich zum F3-Auto. Das musste ich erst in den Kopf bekommen. Die Umgewöhnung war aber eigentlich schon nach einem Tag erledigt und danach war es wieder gewohnte Routine. Da ich körperlich extrem fit bin und sehr viel trainiere, waren die gestiegenen physischen Belastungen ohnehin kein Problem.

Welche Ziele hast du dir für dein erstes Rennwochenende in der GP3-Series gesteckt?
Ich lege mich nicht auf Positionen oder Ergebnisse fest, sondern möchte erstmal fahren und einschätzen, wie mein Speed im Qualifying und Rennen ist. Auf den Longruns war ich während der Testfahrten sehr schnell. Wenn das Aufwärmen der Reifen im Qualifying gelingt, sollte ich gut dabei sein. Natürlich ist es als Rennfahrer immer mein Ziel, ganz vorne zu stehen. Gleichzeitig ist alles neu für mich und ein Saisonziel kann ich frühestens nach ein paar Wochenenden festlegen.


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