Jaguar atmet auf: Mitch Evans hat das Debüt-Rennen der Formel E auf dem aus der Formel 1 bekannten Kurs rund um das Hardrock-Stadium in Miami für sich entschieden. Für den Neuseeländer ist es der 15. Sieg in der elektrischen Weltmeisterschaft und der erste seit dem Berlin ePrix 2025. Für das Jaguar-Werksteam ist es nicht nur der erste Sieg der Saison, sondern nach einem katastrophalen Saisonstart sind es auch die ersten Punkte überhaupt.

In einem bis kurz vor Schluss spannenden Rennen setzte sich der 31-Jährige schließlich um 3,151 Sekunden gegen Pole-Setter Nico Müller im Werks-Porsche durch. Für Müller ist es das erste Podium in der Formel E mit Porsche, sein zweites überhaupt und das erste seit 2021. Sein Teamkollege Pascal Wehrlein belegte direkt dahinter den dritten Podestplatz. Auch für Wehrlein ist es das erste Podium der neuen Saison. Porsche führt durch das starke Resultat nun sowohl die Team- als auch die Hersteller-Gesamtwertung wieder an.

Nico Müller bei der Formel E in Miami
Porsche ist in der WM wieder oben auf, Foto: IMAGO / Andreas Beil

Drama in Kampf um Sieg: Felipe Drugovich schießt Felix da Costa ab

Rang vier ging an Joel Eriksson im Envision-Jaguar. Für den Schweden, der seine erste Saison als Stammfahrer in der Formel E absolviert, ist es das beste Ergebnis seiner Karriere. Mahindra-Pilot Nyck de Vries komplettierte die Top-5. Die Spitze präsentierte sich während des Großteils des Rennens, das nach einem Regenschauer vor Rennstart unter nassen, aber trocknenden Bedingungen stattfand, in einer anderen Liga im Vergleich zum Rest des Feldes, wobei über weite Strecken zwischen sieben Autos die Führung hin- und herwechselte.

In der 27. Runde wurde dieser Siebenkampf dann um zwei Autos ärmer als der von Position zwei gestartete Felipe Drugovich (Andretti-Porsche) in der letzten Haarnadelkurve Evans-Teamkollege Antonio Felix da Costa abschoss. Während Drugovich an die Box kommen musste, weit zurückfiel und das Rennen nur auf dem 18. Platz beendete, konnte Felix da Costa weiterfahren und beendete das Rennen auf Rang acht, nachdem er im Schlussspurt noch sowohl vom heranstürmenden Edoardo Mortara (Mahindra) als auch Sebastien Buemi (Envision-Jaguar) abgefangen wurde. Drugovich erhielt für die Kollision eine 10-Sekunden-Zeitstrafe.

Porsches WM-Konkurrenz strauchelt: Nick Cassidy und Oliver Rowland abgeschlagen

Hinter Mortara schlossen Rookie Pepe Marti (Kiro-Porsche) und Drugovich-Teamkollege Jake Dennis die Punkteränge ab. Eine Enttäuschung erlebten derweil Nick Cassidy (Citroen-DS) und der amtierende Weltmeister Oliver Rowland, die völlig chancenlos nur die Ränge 16 und 12 belegten. Cassidy wurde währenddessen sogar überrundet. Der Neuseeländer führt zwar trotz der Nullnummer noch die Fahrer-WM an, sein Vorsprung auf den jetzt zweitplatzierten Wehrlein ist aber auf nur zwei Punkte zusammengeschrumpft.

Auch Lola Yamaha Abt rund um das deutsche Team Abt Sportsline verpasste die Punkteränge knapp. Während Zane Maloney mit nur 0,715 Sekunden Rückstand auf Dennis Rang elf belegte, kam Routinier Lucas Di Grassi auf dem 13. Platz ins Ziel.

Maximilian Günther bei Team-Heimrennen doppelt überrundet

Vor diesem Wochenende war bekannt geworden, dass die Partnerschaft zwischen Lola und Abt zum Ende dieser Saison ein Ende finden wird. Lola wird das Team, für welches es bereits im vergangenen Jahr die Startlizenz von Abt gekauft hatte, künftig in Eigenregie weiterführen. Was das für Abts Zukunft in der Formel E bedeutet, wo die Kemptener seit 2014 bis auf ein Jahr Pause ununterbrochen an den Start gehen, ist noch unklar.

Wie Abt-CEO Thomas Biermaier auf das Aus als Lola-Partner reagiert könnt Ihr hier nachlesen:

Für den einzigen Ausfall des Rennens sorgte Dan Ticktum im Kundenporsche von Cupra Kiro, dessen Bolide augenscheinlich nicht das richtige Setup für die Bedingungen gewählt hatte. Vollkommen abgeschlagen stellte der eigentlich formstarke Brite sein Auto schließlich frustriert vorzeitig an der Box ab. Langsamer als Ticktum war im Rennen lediglich der Allgäuer Maximilian Günther, der beim Heimrennen seines Teams DS Penske nach Start von P10 abgeschlagen Letzter wurde. Dabei wurde er sogar zweimal überrundet.

Formel E 2026: So geht es weiter

Nach den Staaten geht es bereits in zwei Wochen im Nahen Osten mit dem ersten Double-Header des Jahres in Saudi-Arabien weiter. Wie üblich finden die zwei Rennen in dem Golfstaat dabei nicht wie normalerweise am Samstag und Sonntag, sondern am Freitag und Samstag, 13./14. Februar statt. Im Anschluss folgt wieder eine lange Pause von mehr als einem Monat, bevor es am 21. März mit dem Debüt des Madrid ePrix weitergeht. In der zwölften Saison der Formel E stehen insgesamt 17 Rennen an elf Austragungsorten an.

Formel E 2026: Alle Strecken und Termine