Formel E

Formel E 2019: 5 Brennpunkte zu den Valencia-Testfahrten

Die Formel E steht vor ihrer sechsten Saison. Erstes Aufeinandertreffen bei den Testfahrten in Spanien. Alle Infos zu Mercedes, Porsche und Co.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Die sechste Saison der Formel E steht in den Startlöchern. In dieser Woche steigen die offiziellen und einzigen gemeinsamen Testfahrten in Valencia. Auf dem Circuit Ricardo Tormo trifft erstmals das Rekord-Starterfeld aus zwölf Teams und 24 Fahrern aufeinander, bevor die Saison am 22./23. November in Saudi-Arabien beginnt. Vor den Testfahrten von Dienstag bis Freitag (Donnerstag ist Medientag) beleuchtet Motorsport-Magazin.com die wichtigsten Brennpunkte.

Brennpunkt #1 - Mercedes und Porsche treffen Konkurrenz

Mit den Neueinsteigern Mercedes und Porsche treten neben Audi und BMW zum ersten Mal vier deutsche Autobauer in der Formel E und überhaupt in einer FIA-Meisterschaft gegeneinander an. Für die Newcomer bietet der Test in Valencia die erste Gelegenheit, sich im direkten Vergleich mit der etablierten Konkurrenz zu messen.

Während Mercedes dank Vorhut HWA in der vergangenen Saison zumindest die Abläufe erlernen konnte, fehlen Porsche als einzigem Team jegliche Vorkenntnisse. Mit Andre Lotterer setzen die Zuffenhausener neben Neel Jani zumindest auf einen Formel E erfahrenen Piloten. Mercedes greift neben Rookie Nyck de Vries auf Stoffels Vandoornes einjährige Erfahrung in der Elektro-Rennserie zurück.

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Brennpunkt #2 - Die Elektro-Rookies

In der Formel E läuft vieles anders, da spielt die Erfahrung der Piloten eine noch entscheidendere Rolle. In der Saison 6 traut sich nur ein Team, auf zwei Neueinsteiger zu setzen: Dragon, die Truppe von Jay Penske. Nach dem Abschied von Maximilian Günther zu BMW und der Ausbootung von Jose Maria Lopez hat Dragon seine Fahrerpaarung kräftig durchgemischt - und mit Nico Müller und Brendon Hartley echte Motorsport-Hochkaräter aus der Wundertüte gezaubert!

Beide Fahrer haben noch kein Rennen in der Formel E bestritten, dafür aber zahlreiche Testkilometer auf dem Buckel. DTM-Vizemeister Müller saß zwei Jahre lang als Test- und Entwicklungsfahrer für Audi im Cockpit sowie im Simulator. Hartley war lange in die Entwicklung des neuen Elektro-Porsche involviert und kennt das Auto somit bestens. Ein spannendes Fahrer-Duo, das mit dem Paket des vergleichsweise kleinen Dragon-Teams aber an seine Grenzen stoßen könnte.

Auch Mercedes und Jaguar setzen für die anstehende Saison auf Elektro-Rookies. Die Stuttgarter haben sich für den jungen Nyck de Vries entschieden, der zuletzt mit der Meisterschaft in der Formel 2 für Aufsehen sorgte. Mercedes ist der einzige der vier deutschen Autobauer, der auf einen deutschen Fahrer verzichtet. Bei Jaguar gibt James Calado sein Comeback im Formelsport, nachdem der 30-jährige Brite in den vergangenen Jahren so ziemlich alles gefahren ist, was vier Räder hat - mit Ausnahme eines Formel-E-Boliden.

Bei Porsche gilt Neel Jani nicht als waschechter Rookie, steht aber vor seiner ersten vollen Saison in der Formel E. Der Schweizer blickt auf zwei Rennen für Dragon beim Saisonauftakt 2017 in Hongkong zurück, bevor die Partnerschaft zwischen Porsche und dem US-Team in die Brüche ging und Janis Saison vorzeitig endete.

Formel E 2019/20: Das Starterfeld für Saison 6

Team Fahrer 1 Fahrer 2
Audi Daniel Abt Lucas di Grassi
BMW Maximilian Günther Alexander Sims
Mercedes Stoffel Vandoorne Nyck de Vries
Porsche Andre Lotterer Neel Jani
DS Techeetah Jean-Eric Vergne Antonio Felix da Costa
Nissan Sebastien Buemi Oliver Rowland
Jaguar Mitch Evans James Calado
Mahindra Jerome D'Ambrosio Pascal Wehrlein
Venturi Felipe Massa Edoardo Mortara
NIO ??? ???
Virgin Racing Sam Bird Robin Frijns
Dragon Brendon Hartley Nico Müller

Brennpunkt #3 - Die neuen Regeln

Regeländerungen sollen dafür sorgen, dass das Energie-Management wieder mehr zum Tragen kommt. Um der Rekuperation der Batterien und effizientem Rennfahren mehr Raum zu widmen, wird den Fahrern im Falle eines Safety Car oder einer Full-Course-Yellow-Phase automatisch Energie abgezogen. Per Reglement wird den Rennwagen pro Minute während einer Unterbrechungsphase 1 kWh von der insgesamt zur Verfügung stehenden Energie subtrahiert.

Die neuen Regeln können die Fahrer schon bei den Testfahrten in Valencia ausprobieren. Am Mittwoch steht wie schon in der Vergangenheit ein Testrennen auf dem Programm. Dabei kommt auch der überarbeitete Attack Mode zum Einsatz. Die maximale Leistung des Zusatz-Boost beträgt nach der Aktivierung künftig 235 statt wie bisher 225 kW.

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Brennpunkt #4 - Nissans neuer Motor

Eine weitere Regeländerung betrifft nur Nissan e.dams. Das innovative Dual-Motor-System, mit dem die Japaner in der vergangenen Saison für Kopfzerbrechen bei der Konkurrenz gesorgt hatten, wurde per Reglement verboten. Ab der sechsten Saison darf nur noch eine MGU-Einheit im Auto rotieren.

Mit dem Dual-Motor dominierte Nissan vor allem das Qualifying, der Schweizer Sebastien Buemi und Teamkollege Oliver Rowland teilten sechs Pole Positions unter sich auf. Während der Sommerpause mussten die Ingenieure auf einen neuen Antriebsstrang umbauen, nachdem die Regeländerung Mitte Juni bekanntgegeben worden war.

Ebenfalls neu: Die Brüder Gregory und Olivier Driot übernehmen bei Nissan e.dams als Teamchefs für ihren verstorbenen Vater und DAMS-Gründer Jean-Paul.

Brennpunkt #5 - Das NIO-Dilemma

Nach der katastrophalen Saison mit nur sieben Punkten, ging es für NIO in der Sommerpause chaotisch weiter. Das Team wurde an ein chinesisches Konsortium verkauft, zahlreiche Teammitglieder inklusive Teamchef Gerry Hughes flogen raus. Der neue Name lautet Nio 333 FE Team - viel mehr ist bislang nicht bekannt. Für die Testfahrten wurden der langjährige Stammpilot Oliver Turvey und Ma Quing Hua, der auf vereinzelte Rennen in der Formel E zurückblickt, nominiert. Am Dienstagmorgen vor Beginn der Valencia-Tests will das Team weitere Details bekanntgeben.


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