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Formel E 2018 im TV: ARD plant nur Berlin-Rennen, ZDF sagt ab

Die Formel E betritt mit der TV-Übertragung des Berlin-Rennens in der ARD eine große Bühne. Sportchef Axel Balkausky erklärt die Gründe für den Rechtekauf.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Das diesjährige Berlin-Rennen in der Formel E dürfte TV-Quoten erzielen, die die Serie in Deutschland bislang nicht gekannt hat. Inzwischen ist offiziell bekannt, dass sich die ARD die Übertragungsrechte am einzigen deutschen Lauf gesichert hat und das Rennen am 19. Mai 2018 direkt vor dem DFB-Pokalfinale ausstrahlt.

Das Pokal-Finale in Berlin schauten 2017 knapp 10 Millionen Deutsche im Fernsehen an. Die Chancen stehen gut, dass viele Fußball-Fans in Erwartung der Vorberichterstattung auch ins Formel-E-Rennen reinzappen, das um 18:00 Uhr beginnt. Das Pokalfinale wird - ebenfalls in Berlin - um 20:45 Uhr angepfiffen. Nachmittags steht zudem noch das Damen-Finale im Programm.

ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky freut sich auf die Formel E, über die zuletzt mehrfach in der ARD Sportschau berichtet worden war. "Die Formel E ist eine spannende Rennserie, vor allem im Hinblick auf die Zukunft", sagte Balkausky zu Motorsport-Magazin.com. "Spitzenrennsport in Kombination mit urbanem Flair verspricht höchste Attraktivität. Für deutsche Motorsport-Fans ist gerade das Rennen in Berlin die Attraktion des Jahres, daher wollen wir dieses Rennen übertragen."

ZDF weist Formel-E-Gerüchte zurück

Seit Ende vergangenen Jahres machten Gerüchte die Runde, dass die öffentlich-rechtlichen Sender 2018 neben Berlin noch weitere Rennen der Formel E übertragen könnten. Wie die ARD Motorsport-Magazin.com mitteilte, seien weitere Rennen allerdings vorerst nicht geplant. Spekulationen hatte es über den Zürich ePrix sowie das Doubleheader-Finale in New York gegeben.

Dabei ging es nicht nur um das Erste, sondern auch um die Kollegen vom ZDF. Der öffentlich-rechtliche Sender soll Interesse an Übertragungen einzelner Formel-E-Rennen bekundet haben. "Das ist nur ein Gerücht. Es gibt in dieser Richtung derzeit keine Planungen", teilte ein ZDF-Sprecher allerdings jüngst auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com mit.

Formel E 2018: Alles zum neuen Elektro-Rennauto GEN2: (03:03 Min.)

Berlin-Modell auch in Zukunft

Somit scheint Eurosport in der aktuellen Saison 2017/18 nur die TV-Rechte für den Berlin ePrix verkauft zu haben. Der Sportsender hatte sich zu Saisonbeginn die Übertragungsrechte für drei Jahre gesichert, jedoch mit der Einschränkung, einzelne Rennen an Dritte sublizensieren zu können. Für die Zukunft könnte es weiter ein Modell sein, zumindest das Deutschland-Rennen an einen reichweitenstärkeren Sender abzutreten.

Eurosport erreicht mit seinen TV-Quoten nicht ansatzweise die Werte, die nun in der vergleichsweise viel größeren ARD erwartet werden. Beim Rennen mit der bisher besten Quote, dem zweiten Rennen in Hongkong am frühen Sonntagmorgen, schalteten im Schnitt 101.000 Zuschauer bei Eurosport ein. Die dritte Saison der Formel E verfolgten durchschnittlich 105.000 deutsche TV-Zuschauer, im Vorjahr waren es 92.000. Eurosport und DMAX teilten sich die Übertragungen.

Seit dieser Saison zeigt Eurosport erstmals alle Trainings, Qualifyings und Rennen auch im kostenpflichtigen Eurosport-Player. Die bisherigen sechs Rennen wurden stets live im TV übertragen, zudem gab es live oder zeitversetzt auch die Qualifyings kostenlos im Fernsehen zu sehen.

2017 trug die Formel E zwei Rennen in Berlin aus - Foto: LAT Images

Formel E zum vierten Mal in Berlin

Die Formel E gastiert in der Saison 2017/18 zum vierten Mal in Berlin. Im ersten Jahr 2015 wurde das Rennen auf dem stillgelegten Flughafen Tempelhof ausgetragen. 2016 wich die Elektro-Rennserie in die Berliner Innenstadt aus, weil Tempelhof mit Flüchtlingsunterkünften belegt war. Im Folgejahr kehrte die Formel E zurück nach Tempelhof, wo auch die diesjährige Ausgabe steigen wird. 2017 wurden sogar zwei Rennen an einem Wochenende in der deutschen Hauptstadt ausgetragen.


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