Formel E

Formel E und TAG Heuer: Keine Angst vorm Scheitern

Die Formel E und TAG Heuer verlängern ihre bestehende Partnerschaft. Serienchef Alejandro Agag erinnert sich an die ersten ungewöhnlichen Gespräche.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - In der Formel E drehen sich die Uhren schneller, als man es noch vor wenigen Jahren hätte absehen können. Die junge Elektro-Rennserie boomt wie kaum ein anderer Sport! Zahlreiche Unternehmen versuchen in dieser Zeit, sich ihren Platz in der Formel E zu sichern - die Zukunft erscheint erst einmal mehr als rosig. Umso glücklicher schätzen können sich die Gründungspartner der Serie, die Serienchef Alejandro Agag seit dem Beginn unterstützen.

Dazu zählt unter anderem TAG Heuer. Der Schweizer Uhrenhersteller mischt seit der ersten Saison in der Formel E mit - ein Investment, das sich bereits ausbezahlt haben dürfte. Am Rande des diesjährigen Genfer Auto-Salon gaben TAG Heuer und Formel-E-CEO Alejandro Agag eine Verlängerung der Partnerschaft für die kommenden Jahre bekannt.

Auf der Pressekonferenz, die unter anderem mit Fürst Albert von Monaco und Red-Bull-Teamchef Christian Horner - trotz laufender Formel-1-Testfahrten in Barcelona! - prominent besetzt war, sprach Agag seinen Dank aus: "Als wir vor vier Jahren mit der Formel E begannen, herrschte in der Motorsportwelt ein genereller Konsens: Das wird scheitern, das kann nicht funktionieren. Der Anfang war auch schwierig, aber wir hatten einige wenige Unterstützer. TAG Heuer war die erste große Marke, die zu uns kam."

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Dabei erinnerte sich Agag an die ersten Gespräche mit den Schweizern - und Worte, mit denen der Seriengründer zunächst wohl nicht gerechnet hatte. "Sie haben etwas sehr Besonderes gesagt", so Agag. "Sie meinten: 'Wir denken auch, dass es scheitern könnte. Aber es ist solch ein mutiges Pionierprojekt. Und selbst, wenn es nicht so funktioniert wie gewünscht, wollen wir dabei sein. Und es ist toll, diese Marke von Beginn an im Boot zu haben."

Einen besonderen Dank richtete Agag an den ebenfalls anwesenden Jack Heuer, Ehrenpräsident von TAG Heuer und Pionier im Motorsport-Sponsoring. "Ich habe erfahren, dass er die ersten Sponsorings ins Leben gerufen hat", sagte Agag. "Dafür möchte ich ihm heute danken, denn wir lieben Sponsorings. Das ist ein tolles Konzept, das den Sport am Leben hält."

Dem stimmte Red-Bull-Teamchef Horner zu: "Wie Alejandro sagte, müssen wir Frank Heuer heute für das Sponsoring danken. Er gab die Blaupause an Jean-Claude Biver (TAG Heuer CEO;d.Red.) für weitere Projekte. Und ich hoffe, dass nach Alejandros Bekanntgabe auch noch etwas für uns übrig bleibt..."

Foto: TAG Heuer

Da muss sich Horner wohl keine Sorge machen, der TAG Heuer-Boss gilt seit jeher als großer Automobil-Anhänger. Das Sponsoring aus dem Uhrenbereich ohnehin an, meinte Biver: "Ich sage unseren Designern immer, dass Uhren und Autos sexy sein müssen. Deshalb habe ich gewisse Autos nie gekauft, weil sie den Eindruck eines Krankenhauses vermitteln - alles ist steril und steht unter ständiger Kontrolle. Aber ein Auto muss einen gewissen Geruch haben, es muss vibrieren und du musst fühlen, dass es etwas Mechanisches ist. Das ist auch bei unseren Uhren das höchste Gut."

Laut Biver gebe es kein besseres Produkt als eine Uhr, um eine direkte Verbindung zu einem Motor beziehungsweise dem Rennsport herzustellen. "Die Beziehung zwischen Uhr und Auto ist so klar. Wie sieht es hingegen zwischen einer Uhr und Tennis aus? Das ist Marketing! Aber beim Auto ist es kein Zufall, denn die erste Kupplung, die erfunden wurde, stammte direkt aus der Uhrenindustrie. Uhrenmacher haben damals die Regeln der Mechanik kreiert, weil es sonst niemand tat."


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