Formel 3

Formel 3 Monza: Strafen für halbes Feld nach Chaos-Qualifying

Christian Lundgaard sichert sich in Monza die Pole Position. Lirim Zendeli erstmals in den Top-5. Rennleitung bricht nach Bummel-Farce ab, Strafen ohne Ende
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Ein vorzeitiger Qualifying-Abbruch brachte Christian Lundgaard die Pole Position für das Samstagsrennen der Formel 3 in Monza ein. Drei Minuten vor dem Sessionende hatte die Rennleitung genug: Rote Flaggen, weil sich auf der Strecke ein Pulk an Autos gebildet hatte, in der Hoffnung, eine gute Ausgangslage für eine schnelle Runde zu erwischen.

Dabei trafen wartende und auf den Geraden wedelnde Autos plötzlich auf Fahrer, die auf einem schnellen Run unterwegs waren. Dieses potenzielle Chaos wollten die Stewards nicht riskieren und winkten die Session vorzeitig ab.

Davon profitierte Lundgaard, der in der Schlussphase nicht um seine zweite Pole in der Formel 3 bangen musste. Der ART-Teamkollege von David Beckmann (Platz 17) erzielte in 1:38.834 Minuten die schnellste Runde aller 30 Piloten im großen Starterfeld der Nachwuchsserie.

Hinter dem Nachwuchstalent aus der Renault Sport Academy qualifizierte sich Marcus Armstrong als Zweiter. Damit setzte sich der Viertplatzierte in der Meisterschaft direkt vor seinem Prema-Teamkollegen Robert Shwartzman durch, der die Gesamtwertung anführt. Mit Jehan Daruvala (ebenfalls Prema) auf P4 mischt ein weiterer Titelanwärter ganz vorne mit.

Für eine Überraschung sorgte Lirim Zendeli. Dem Deutschen aus dem Sauber Junior Team by Charouz gelang mit Platz fünf das beste Qualifying-Ergebnis bei seinem Debüt in der Formel 2. Zendeli hatte drei Zehntelsekunden Rückstand auf Pole-Setter Lundgaard. Sebastien Estner, der dritte Deutsche in der Formel 3, kam nicht über den letzten Startplatz hinaus.

Hinter Zendeli belegten Teppei Natori (Carlin), Max Fewtrell (ART) und Richard Verschoor (MP Motorsport) die weiteren Plätze in den Top-8 der Startaufstellung.

Update 07.09.19: Für die kuriosen Szenen am Ende des Qualifyings setzt es Strafen für - wörtlich zu nehmen - das halbe Feld. 16 (!) Fahrer kassieren Strafversetzungen für unnötig langsames Fahren. Marcus Armstrong, Jehan Daruvala, Robert Shwartzman, Bent Viscaal, Jake Hughes und Teppei Natori werden um 10 Plätze versetzt. Die Fahrer hatten allesamt für insgesamt je zwei Vergehen zwei 5-Platz-Strafen erhalten, die sich zu 10-Platz-Strafen addieren.

Liam Lawson, Felipe Drugovich, Logan Sargeant, Niko Kari, Leonardo Pulcini, Jüri Vips und Ye Yifei bummelten allesamt 'nur' einmal, erhalten daher je fünf Plätze Strafe. David Beckmann, Max Fewtrell und Christian Lundgaard kommen für weniger schlimmer Fälle mit drei Plätzen davon. Damit wird die Startaufstellung natürlich erheblich durcheinandergewürfelt. Kurios: Unter dem Strich behält Lundgaard sogar P1.


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