Heikki, du warst ein wichtiges Mitglied der Weltmeister-Mannschaft - dein Grand Prix Debüt liegt aber noch vor dir. Wie fühlt sich das an?
Heikki Kovalainen: Es freut mich wirklich für das Team und für Fernando. Sie haben einen fantastischen Job gemacht. Aber persönlich möchte ich nicht viel Anerkennung für diese Leistung. Für mich war es das Ziel, Runden zu fahren, die Autos gut auf das Rennen vorzubereiten, gute Reifen auszuwählen - und ich denke, das haben wir geschafft.

Auf persönlicher Ebene bin ich froh über den Job, den ich abgeliefert habe und ich habe über das Jahr mein Fahrkönnen verbessert. Was die Meisterschaft betrifft, da freut es mich mehr für meine Teamkollegen und dass ihre harte Arbeit belohnt wurde.

Heikki Kovalainen legte viele Testkilometer zurück, Foto: Sutton
Heikki Kovalainen legte viele Testkilometer zurück, Foto: Sutton

Du hattest die einmalige Gelegenheit, den Kampf um die Meisterschaft von innen zu beobachten. Was hat dir das gezeigt?
Heikki Kovalainen: Ich habe viel gelernt, vor allem in den letzten drei Grand Prix, als ich zum Rennen geblieben bin. Ich konnte dem Funk zuhören, war in allen Nachbesprechungen und konnte sehen, wie das Team und die Fahrer mit der Situation umgingen. Das war wirklich eine gute Erfahrung und es war beeindruckend, zu sehen, wie das Team auf die Umstände reagiert hat und wie sie sich zwischen China und Japan zurückgearbeitet haben.

Es war wichtig, in diesen Zeiten beim Team zu sein, weil ich hoffe, in naher Zukunft in einer ähnlichen Situation zu sein und um den Titel zu kämpfen. Jetzt habe ich einige Referenzpunkte, wie man mit verschiedenem Druck umgehen kann.

Dein wahrer Job passierte abseits der Kameras auf der Teststrecke, wo du den R26 entwickelt hast. Was waren die Stärken des Autos?
Heikki Kovalainen: Vom Start weg war der R26 leicht zu fahren und abzustimmen - das konnte man an den Rennwochenenden sehen. Manchmal, wenn die Fahrer am Freitag nicht glücklich waren, machten die Ingenieure über Nacht viele Veränderungen und brachten dadurch wieder alles auf Kurs.

Was die Entwicklung betrifft, wir haben jeden Bereich verbessert - die Aero war sehr stark und der Grip auch. Der Motor hat sich das ganze Jahr mit riesigen Schritten weiterentwickelt und wir hatten eine gute Pace ohne die Zuverlässigkeit zu beeinträchtigen.

Und zu guter Letzt, Michelin hat großartige Arbeit geleistet. Sie haben zur Mitte des Jahres zurückgekämpft, als es so aussah, dass sie ihren Vorteil verloren hätten. Sie gewannen ihre Wettbewerbsfähigkeit zurück, vor allem im Rennen. Diese harte Arbeit und der Einsatz war für uns gegen Ende des Jahres eine große Stärke.

Du hast erwähnt, dass der R26 eine große Weiterentwicklung erlebt hat. Wie sieht es da bei Heikki Kovalainen aus?
Heikki Kovalainen: Ich bin sehr zufrieden mit dem, was ich gemacht habe, was ich gelernt habe und wie ich mich verbessert habe. Das war ein wichtiges Jahr für mich, das voller Möglichkeiten steckte, in der Zukunft vorbereitet zu sein.

Ich bin viele Kilometer gefahren, habe viele verschiedene Situationen erlebt und musste viele verschiedene Arbeiten erledigen. Es war also ein sehr gutes Lehrjahr und ich ging es mit dem Wissen an, dass mein nächster Schritt jener zum Rennfahren sein müsste. Das habe ich erreicht, also muss ich jetzt die bestmöglichen Vorbereitungen für Melbourne treffen, damit wir gleich konkurrenzfähig sind, wenn wir dort ankommen.

Fernando Alonsos Fußstapfen machen Kovalainen keine Sorgen, Foto: Sutton
Fernando Alonsos Fußstapfen machen Kovalainen keine Sorgen, Foto: Sutton

Für die Beobachter wirst du in die Fußstapfen des jüngsten Doppel-Weltmeisters treten. Das muss für dich zusätzlicher Druck sein…
Heikki Kovalainen: Für mich ist das kein zusätzlicher Druck - es ist eine große Chance, im ersten Jahr konkurrenzfähig zu sein, die nur sehr wenige Fahrer bekommen. Das Team wird stark sein und das Auto wird schnell sein. Ich muss ruhig bleiben und kühlen Kopf bewahren.

Die ersten Rennen werden nicht einfach sein und meine Philosophie wird sein, sich auf das Schlimmste vorzubereiten. Vielleicht wird es ein paar schlechte Rennen geben, aber ich werde mich auf die Dinge Schritt für Schritt konzentrieren - das erste Rennen beenden, dann das zweite und so weiter. Es gibt immer Druck, wo auch immer man fährt. Aber es hat noch nie mein Fahren beeinträchtigt und ich denke, das wird es auch nächstes Jahr nicht.

Zu guter Letzt, bist du bei dem Gedanken an Melbourne schon aufgeregt?
Heikki Kovalainen: Ich habe gerade das 2007er Auto im Windkanal gesehen und es sieht fantastisch aus - sehr aggressiv. Ich freue mich wirklich schon darauf, es zu fahren.