Am 27. August übergab Mehmet Ali Talat, der Präsident des türkischen Teils von Zypern, die Siegertrophäe an Felipe Massa, was heftige Proteste ausgelöst hat, denn die Türkei ist das einzige Land, das Nordzypern als eigenständigen Staat anerkennt. Dieses politische Statement hat für die Organisatoren jetzt ein Nachspiel vor der obersten Motorsportbehörde in Paris, die der Meinung ist, dass die Türkei durch diese Aktion ihre politische Neutralität in Frage gestellt hat.
Eine mögliche Konsequenz könnte, im schlimmsten Fall, nicht nur die komplette Streichung des Events aus dem Formel 1-Kalender sein, sondern auch der Verlust der Türkei-Rallye und der Tourenwagen-WM. Dass es wirklich soweit kommt, daran glaubt momentan aber noch niemand. "Das Mindeste, was sie erwarten können, ist eine Geldstrafe von mehreren Millionen Dollar", sagte ein anonymer Informant gegenüber Autosport und meinte weiter, dass die Motorsportbehörde ein Exempel statuieren müsse und weitere Vorfälle dieser Art künftig zu verhindern.
Fahrer und Teams hoffen, dass der Grand Prix der Türkei trotz allem weiter im Kalender bleibt. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Kurs aus dem Kalender genommen wird, aus welchen Gründen auch immer", sagte McLaren-Teamchef Ron Dennis in Monza. "Das erschiene mir schon als sehr drakonische Maßnahme, einen WM-Lauf zu streichen, wo man gerade eine gute Strecke gebaut hat und es im Grunde ein guter Grand Prix ist." Frank Williams hofft ebenfalls, dass man auch künftig in der Türkei werde fahren können. "Sagen zu können, dass man auch in der Türkei fährt trägt zum Ansehen der Serie bei, fördert das Interesse und die Glaubwürdigkeit. Es ist eine tolle Strecke."
Honda-Teamchef Nick Fry hob den wirtschaftlichen Faktor des türkischen Grand Prix hervor und sagte, das Rennen in Istanbul sei auch strategisch wichtig. "Die Türkei ist ein riesiger, wachsender Markt," so Fry. "Für die Hersteller und alle Sponsoren wäre es der Verlust eines wachsenden Marktes und das wäre aus kommerzieller Sicht ein böser Verlust. Ehrlich gesagt denke ich, es wäre in allen Punkten negativ."

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