Beinahe wäre neben Österreich wegen Christian Kliens elftem Platz auch noch Deutschland in tiefe Depression versunken an diesem Rennsonntag in Istanbul. Doch es gab einen Retter, der das Schlachtfeld Istanbul Park mit einem halbwegs zufriedenen Lächeln verließ. Und das, obwohl er bei der ersten Runde, beziehungsweise Kurve, in der Schlacht ziemlich einstecken musste.

Ralf Schumacher war dieser Optimismusbolzen, der nach Zusammenstoß und verlorenem Frontflügel zufrieden war, doch noch auf Platz sieben gekommen zu sein. Ja auch ein Schumacher kann mit Platz sieben zufrieden sein, das sagte er auch, als er gefragt wurde, ob er und sein Team denn zufrieden seien: "Ja das sind wir auf jeden Fall." Gut, jetzt wissen wir es.

Platz drei war zumindest ein Platz zu viel, Foto: Sutton
Platz drei war zumindest ein Platz zu viel, Foto: Sutton

Etwas düsterer war da die Miene bei Michael Schumacher, der vier Plätze weiter vorne gelandet war. Das Problem war nämlich, dass ein Platz vor ihm Fernando Alonso ins Ziel fuhr und damit zwei Punkte mehr im WM-Kampf erzielte. "An diesem Wochenende lief es für mich nicht nach Plan - weder gestern noch heute", sagte der Ferrari-Pilot. "Das Auto war nervöser als am Freitag und weder die schwere Spritladung noch mein Fehler in Kurve 8 halfen dabei." Den Glauben an den WM-Titel hat er aber dennoch nicht verloren.

Christian Klien durfte im Rennen lange an Punkte glauben, doch irgendwie war dann nach seinem Boxenstopp der Wurm drin und der Red-Bull-Racing-Pilot trat den Marsch zurück Richtung zweistelliges Ergebnis an. "Das Auto war im ersten Stint gut und hatte gute Balance, aber ich habe im zweiten Teil mit Untersteuern kämpfen müssen", sagte Klien. Am Ende brachte ihn diese ungute Eigenschaft am Auto auf Platz elf, was bei ihm die Mundwinkel sicher nicht nach oben wandern ließ.

Hier ließe sich das Gemüt auch ein wenig kühlen, Foto: Sutton
Hier ließe sich das Gemüt auch ein wenig kühlen, Foto: Sutton

Noch weniger Spaß hatte aber Nico Rosberg. Der Williams-Pilot war in aussichtsreicher Position und fuhr WM-Punkten entgegen, als ihn ein Wasserleck zur Aufgabe zwang. Dabei hatte er bis dahin anscheinend gute Laune. "Wir haben einige elektronische Veränderungen vorgenommen, bevor wir in die Startaufstellung sind und die haben wirklich geholfen. Rennfahren war wieder Spaß und ich konnte wieder pushen, ohne mir Sorgen über Fehler machen zu müssen - es tat gut, zu sehen, wie unser Auto eine gute Pace zeigte", sagte er. Es genügt eben schon ein bisschen Wasser, um einen bis dahin schönen Nachmittag in einen be... scheidenen Nachmittag zu verwandeln.

Nick Heidfeld schaffte das ganz ohne Wasser. Er bediente sich der Hilfe seiner Kollegen, um wieder einmal so richtigen Ärger zu verspüren. Bereits in Kurve eins fand das Zusammentreffen statt. "Ich hatte einen sehr guten Start, sogar besser als die beiden Renault vor mir. Auch die erste Kurve hatte ich innen gut erwischt und war schon fast an Fisichella vorbei, da drehte er sich um seine eigene Achse und in mich hinein. Ich konnte nicht mehr ausweichen und er traf mich mit seiner Front", erzählte der BMW-Sauber-Pilot. Die Folge war ein Boxenstopp und ziemlich großer Rückstand.

Hopfen und Malz Trinker gibt es in der Formel 1 genug, Foto: Sutton
Hopfen und Malz Trinker gibt es in der Formel 1 genug, Foto: Sutton

In seinem Resümee hörte sich das dann folgendermaßen an: ""Natürlich bin ich enttäuscht. Für mich war schon nach der ersten Kurve Hopfen und Malz verloren." Am besten lässt sich über so einen Nachmittag mit einer ordentlichen Portion Hopfen und Malz hinwegkommen. Sollte Heidfeld seines nicht wieder finden, dann könnte man ihm den Tip geben, dass es das auch in jedem guten Lokal käuflich zu erwerben gibt. Saufkumpanen sollte er nach diesem Rennen genug finden.