Es gibt schwarz, weiß und grau. Viele Leute sehen alles gerne schwarz und weiß und einige machen sich dann doch noch die Mühe, auch die Schattierungen dazwischen in Betracht zu ziehen. Einer davon war am Freitag in Istanbul Alex Wurz, wobei man ihm da auch Zweckoptimismus unterstellen könnte. Er sagte nach seinem 19. Platz im zweiten freien Training zu motorsport-magazin.com: "Es ist schwierig. Heute war nicht unser allerbester Tag, aber das hatten wir schon oft, dass unsere Reifen am Freitag noch nicht optimal arbeiten. Das wissen wir auch immer, weil wir wählen unsere Reifen so, dass sie am Sonntag funktionieren, wenn mehr Gummiabrieb ist. Diesen Trend erkennt glaube ich schon jeder. Das war auch heute wieder so."

Doch nicht nur wegen des Verbesserungspotentials ist es schwierig, sich für den richtigen Reifen zu entscheiden. Auch der Speed vom Freitag half nicht unbedingt, den richtigen auszusortieren. "Es wird schwer, welchen Reifen wir wählen werden. Wir sind uns noch nicht sicher, weil sie sehr knapp beieinander sind", sagte Wurz.

Wozu er sich genauer äußern konnte, war das Titelduell zwischen Michael Schumacher und Fernando Alonso. "Ich glaube, Ferrari hat die Nase vorne im Augenblick. Die sind sehr schnell und waren auch konstant. Ich glaube, der Renault hat hier noch ein bisschen Probleme. Da muss man schauen, es wird auf jeden Fall spannend", meinte Wurz. Was er auch glaubt, ist das Mercedes gerade in Istanbul ein Faktor im Kampf zwischen Schumacher und Alonso sein könnte. "Ich habe ja schon vor dem Wochenende ‚superclever´ behauptet, dass McLaren hier ein bisschen das Zünglein an der Waage spielen wird, weil sie hier sicherlich schnell sind und sie könnten dem Alonso im Renault durchaus wichtige Punkte wegnehmen."

Wieder etwas weniger konnte Wurz zum Einstand von Sebastian Vettel sagen. Das liegt vor allem daran, dass er den 19-jährigen noch nicht kennt. Wurz meinte: "Ja, das ist schon ein guter Einstand. Pole Position am Freitag ist immer gut." Getroffen hat er Vettel bislang nur einmal und das war nicht gerade in einem Moment, wo man sich gut kennen lernen konnte. "Wir sind uns einmal auf der Strecke begegnet, aber da ist zu wenig Zeit, um Floskeln auszutauschen."