Als ob der gerne einmal arg verstaubte Hungaroring nicht schon rutschig genug wäre, sorgte der Regen am Sonntagvormittag für eine noch größere Rutschpartie in der ungarischen Puszta. Unterstützt wurde dies durch die Probleme der Bridgestone-Pneus sich mit diesen Bedingungen anzufreunden. Bei so viel Schlüpfrigkeit ist es nicht verwunderlich, dass Ferrari eine "tolle Gelegenheit durch die Finger schlüpfte".

Jean Todt verlässt Budapest deshalb genauso "enttäuscht" wie Michael Schumacher, Ross Brawn und der Rest der frustrierten roten Truppe. "Leider konnten wir nichts aus dieser großen Chance machen", trauerte Brawn der nächsten Verkürzung des roten Minuspunktestandes nach. "Natürlich hätte es noch schlimmer kommen können, aber es ist trotzdem nur schwer zu verdauen."

Das gilt allerdings nicht nur für die roten Titelanwärter, auch die gelb-blaue Fraktion erlebte ein "schwieriges" Wochenende, wie Jean Todt eingestehen musste. "Das war ein sehr ungewöhnliches Wochenende für die beiden Titelanwärter", betonte der Franzose, der auch gestand, dass man die Situation, die zu Schumachers Ausfall führte, hätte vermeiden können. Nämlich dann, wenn man auf Nummer sicher gegangen wäre und den Podestplatz zu Gunsten einer Punkteplatzierung hergeschenkt hätte. "Aber es macht keinen Sinn über verschüttete Milch zu trauern", blickt Todt in die Zukunft.

"Wir sind wieder genau da, wo wir angefangen haben", fügte Schumacher hinzu, "nur eben mit einem Rennen weniger." Den Titel schreibt man in Maranello deshalb aber noch lange nicht ab. "Es sind noch fünf Rennen zu fahren", so Schumacher. "Noch ist nichts verloren und wir werden unser Bestes geben, um den WM-Titel zu gewinnen." Jean Todt fügt Ferrari-like hinzu: "Um beide WM-Titel zu gewinnen."