Samstagmorgen explodierte der Motor von Jenson Button. Die Rennleitung dachte sich, dass wäre wichtig und unterbrach die Trainingssession. Michael Schumacher dachte sich anscheinend, die roten Flaggen wären nicht so wichtig und überholte ein paar Konkurrenten. Das fanden die Stewards dann allerdings wieder so wichtig, dass sie Schumacher zu sich zitierten, um ihm eine Strafe aufzubrummen. Ironischerweise war die genauso hoch (oder wichtig) wie jene, die Fernando Alonso am Vorabend bekommen hatte.
Willkommen in der Welt der wichtigen Unwichtigkeiten und umgekehrt. Für Michael Schumacher war nach dieser netten kleinen Episode und Startplatz elf jedenfalls schnell klar, was nun wichtig ist. "Zumindest stehe ich damit auf der sauberen Seite", sagte er. "Hoffentlich kann ich am Start einige Plätze gutmachen und danach das Beste herausholen."
Die Wichtigkeitsverteilung bei den anderen deutschsprachigen Fahrern war da natürlich etwas anders. So war es für Ralf Schumacher einmal wichtig, festzustellen, dass er der beste Deutsche in der Startaufstellung ist. Für das Rennen hatte das natürlich wichtige Implikationen. "Ich glaube, dass schon gute Dinge möglich sind. Ich hoffe, dass wir erstmal einen guten Start haben werden und auf jeden Fall hoffe ich, dass wir vorne rein fahren können", sagte Ralf.
Auch Nick Heidfeld hatte auf seiner Wichtigkeitsskala einen guten Start recht weit oben gereiht. Was er aber als noch bedeutungsvoller einstufte, war der Aufwärtstrend, den er feststellen konnte. "Wir haben hier insgesamt besser ausgesehen als zuletzt in Hockenheim und davor in Magny-Cours. Ein paar Schnelle haben wir aus eigener Kraft hinter uns gelassen." Dass ihm dabei auch die Strafen von Michael Schumacher und Fernando Alonso, sowie die Rückversetzung von Jenson Button geholfen haben, nahm er zwar zur Kenntnis, stufte es aber als eher unwichtig ein.
Nico Rosberg war einer der Vielen, die schon das ganze Wochenende davon redeten, dass es wichtig wäre, das etwas Grip auf die Strecke käme. Als das dann passierte, hätte er sich wohl gewünscht, dass er das nicht so wichtig genommen hätte. "Es war sehr schwierig für mich heute, weil ich auf meinen neuen Reifen viel mehr Grip hatte als am Morgen und daran musste ich mich sehr schnell gewöhnen", sagte Rosberg. Mit dem daraus resultierenden Startplatz 18 wird es für ihn im Rennen deswegen besonders bedeutend sein, wieder einmal die wichtige Qualität des Durchwühlens anzuwenden.
Das sah auch Christian Klien als eine seiner bedeutendsten Tugenden für den Sonntag an. "Wir brauchen morgen ein gutes Rennen, um uns zu verbessern und hoffentlich beende ich das Rennen in einer besseren Position, als ich es begonnen habe", sagte der Österreicher. Er beendete das Qualifying nämlich auf Startplatz 13. Bei seinem Team lief es im Qualifikationstraining generell nicht so gut. Vielleicht hätte man es nicht so wichtig nehmen sollen, dass Red Bull Boss Dietrich Mateschitz zu Gast war.

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