Wenn Rennfahrer nach Hitze verlangen, muss es einen guten Grund geben. Schließlich macht es nicht unbedingt viel Spaß, bei Temperaturen jenseits der 40 Grad im Rennoverall im Cockpit zu sitzen. Warum sie es trotzdem gerne etwas wärmer haben, verriet Christian Klien am Freitag in Ungarn: "Es war heute wirklich schwierig zu fahren, weil es erstens einmal sehr, sehr kalt war. Die Reifen haben in dieser Temperatur nicht wirklich gut funktioniert."
Dass der Hungaroring selten befahren wird, vergrößerte das Dilemma noch ein wenig, da dadurch noch weniger Grip auf dem Asphalt zu finden war. "Einmal war ich knapp dran, abzufliegen", sagte Klien. Deswegen formulierte der Vorarlberger seinen Wunsch für den Rest des Wochenendes sehr deutlich: "Für morgen wäre es wichtig, dass die Temperatur ein bisschen nach oben geht, dass es ein bisschen wärmer wird, dann funktionieren auch die Reifen deutlich besser."
Welche Reifen das sein werden, darüber weiß Klien schon bescheid. Die Ereignisse des Freitags ließen aber auch keinen anderen Schluss zu. "Es ist ziemlich klar, dass wir auf den harten Reifen fahren müssen, weil die weichen heute überhaupt nicht funktioniert haben. Die sind sehr, sehr weich und nach zwölf Runden waren die Hinterräder quasi flach." Deswegen würde Klien nur mit den weichen Reifen fahren wollen, wenn er eine Sieben-Stopp-Strategie für angemessen hielte.
Die harten Reifen hat Red Bull Racing aber im Gepäck und nach dem Kenntnisstand des Österreichers, soll es in den nächsten Tagen auch wärmer werden. Für das Qualifying ist er dennoch nicht so optimistisch. Das liegt hauptsächlich an den Ergebnissen des Freitags, wo sich Klien und Coulthard eher in den hinteren Regionen der Ergebnislisten eingetragen haben. "Es ist aber schwierig zu sagen, wo wir morgen genau stehen werden. Ich denke schon, dass wir das Auto noch verbessern können und weiter vorne stehen werden, wenn wir neue Reifen rauf tun", hat der Red-Bull-Pilot aber noch Hoffnung.
Die Zuversicht nährt sich aber auch aus den Ereignissen der Vorwoche, als in Hockenheim über Nacht gar Wundersames passierte. "Letzte Woche in Hockenheim war ich im Freitagtraining auch 17. und im dritten freien Training am Morgen dann Schnellster. Es kann sich schnell ändern und ich hoffe auch, dass es sich morgen ins Gute ändert", sagte Klien.
Das wäre auch Notwendig, denn schließlich ist Ungarn nicht gerade als überholfreundlicher Kurs bekannt. Deswegen sieht er für das Qualifikationstraining auch eine ganz klare Aufgabe auf sich zukommen. "Wir müssen schon schauen, dass wir das Qualifying gut hinbekommen, um auch eine gute Startposition zu haben", sagte er im Wissen um mangelnde Überholmöglichkeiten. Wenn es dann im Rennen noch heiß wäre, wäre das Wochenende wahrscheinlich perfekt.

diese Formel 1 Nachricht