Die Stimmungen im Lager der Länderdreifaltigkeit gingen wieder einmal weit auseinander. Ein recht zufriedener Michael Schumacher meinte etwa: "Es ist immer schwierig Vorhersagen nach dem Freitagstraining zu treffen, aber wir haben ein gutes Paket." Für ihn gab es deswegen auch nur die klare Ansage, dass er mit seinem Team wieder ganz vorne stehen wolle.
Nick Heidfeld war nach seinem Tag nicht ganz so zuversichtlich, obwohl er immerhin auf Platz neun in der zweiten Session kam. "Die Strecke ist erheblich kühler als jeder erwartet hat. Das war heute das Problem bezüglich der Abstimmung und Balance des Autos." Eine ganze Session hat er noch, um das in den Griff zu bekommen. Sollten aber nicht noch die Gremlins in der BMW Sauber Box einfallen, dann sieht es bislang ganz nach dem Aufwärtstrend aus, den sich Heidfeld nach dem Desaster von Hockenheim gewünscht hat.
Ralf Schumacher sieht bei sich nicht den Bedarf eines Aufwärtstrends. Er will eher den momentanen Standard halten: "Wir haben bei den letzten drei Rennen eine starke Pace gezeigt und möchten jetzt noch vor der Sommerpause einige Punkte holen." Damit das in Ungarn so gut funktioniert wie zuletzt, wird er aber noch eine "lange Nacht" einlegen müssen, meint Ralf. Denn aufgrund der ungewöhnlich kalten Bedingungen, war das Graining in den freien Trainings wieder ein großes Problem.
Große Probleme beklagte auch Nico Rosberg. "Ich weiß nicht, ob es an der Kälte liegt, aber es gab einige unerwartete Dinge", gestand er im Gespräch mit motorsport-magazin.com. "Neben den Temperaturen ist auch die Strecke etwas anders. Das machte uns allen Probleme." Da gab es dann natürlich für den Williams-Piloten viel zu tun. Irgendwie ist nur fraglich, ob sich viel von der Arbeit verwerten lässt. "Wir erwarten, dass sich die Bedingungen ändern werden", kündigte Nico an. Dann würde nämlich wieder vieles anders aussehen.
Christian Klien war klüger und hat einen Teil seiner Arbeit auf Samstag verschoben. "Das Auto hatte viel Übersteuern und war schwer zu fahren, also haben wir bis morgen noch viel Arbeit", sagte der Österreicher.
Keine Arbeit mehr hat morgen Kliens Landsmann Alex Wurz. Bis zum Ende der Saison muss er sich noch damit abfinden, dass für ihn nach dem Freitag Schluss ist. An diesem Wochenende war ihm das wahrscheinlich sogar recht. "Ich muss sagen, ich hatte schon bessere Tage, wenn man bedenkt, dass ich nicht viel Schlaf bekommen und stattdessen das Klo umarmt habe", sagte Wurz über die kurze Nach dank Magenverstimmung. Er kannte aber keinen Schmerz und war trotzdem eifrig unterwegs, was ihm auch den Dank seines Teamkollegen Nico Rosberg einbrachte. "Danke an Alex, dass er in das Auto gestiegen ist und uns mit wichtigen Daten versorgt hat, obwohl es ihm nicht gut ging,", sagte Rosberg.
"Es war ein guter Tag für mich", gab Markus Winkelhock über die Qualität seines Arbeitstages Auskunft. Ohne Magenverstimmung konnte der Deutsche eifrig zu Werke gehen, was bei ihm alleine schon deswegen nötig war, weil er erst die Strecke kennen lernen musste. "Ich bin aber schnell zu Recht gekommen, wie ich das immer auf eigenartigen Kursen schaffe", meinte Winkelhock. Deswegen war er am Ende dann auch zufrieden, da er eine gute Zahl an Runden und dementsprechend viele Daten einfahren konnte.
Neel Janis Tag fasste ein Multiple-Choice-Bogen der Scuderia Toro Rosso zusammen. Er hatte sich für folgende Möglichkeiten entschieden: "Ich war sehr zufrieden. Die Bedingungen sind unserem Auto gelegen. Es ist schwierig zu sagen, wo wir stehen." Der Schweizer fasste den Tag damit so richtig neutral zusammen.

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