Home sweet home: In Hockenheim erlebt MF1 Racing-Testpilot Markus Winkelhock sein Heimrennen. Umso besser kennt er sich auf dem Kurs aus. "Mir bringt der Freitagseinsatz in Hockenheim natürlich einen Vorteil: Im Gegensatz zu Bahrain und Australien kenne ich die Strecke sehr gut; ich bin hier ja schon Formel König, Formel Renault, Formel 3 und DTM gefahren. Wenn ich also am Freitag zur Box raus fahre, weiß ich sofort, ob es links oder rechts geht", erlaubt sich Markus einen kleinen Scherz, bevor er zum ernsthaften Teil unseres Streckenchecks überging.
"Die Strecke macht mir Spaß und sie hat alles zu bieten: Späte Bremspunkte wie an der Spitzkehre, schnelle Kurven wie am Eingang des Motodroms sowie langsamere Ecken im Motodrom, die für den berüchtigten Setup-Kompromiss zwischen wenig Abtrieb auf den Geraden und mehr Abtrieb im Motodrom sorgen."
Aber nicht nur den Fahrern macht der neue Hockenheimring viel Spaß. "Die neue Strecke ist natürlich viel zuschauerfreundlicher und die Streckensicherheit ist viel besser", betont Markus. "Es gibt überall Auslaufzonen und man kann näher ans Limit herangehen, da man schlimmstenfalls im Kies landet. Als ich in Australien gefahren bin, musste ich immer genau aufpassen, denn der kleinste Fehler hätte ein Ende in der Betonmauer bedeuten können."
Aber Markus kennt nicht nur den neuen Ring, er fuhr auch schon auf den berüchtigten Waldgeraden des alten Kurses. "Der alte Kurs war schwieriger als er auf dem Papier aussah", sagt er über den damals fast sieben Kilometer langen Kurs. "Man ist mit ganz flachen Flügeln gefahren und das Auto war beim Bremsen sehr nervös und unruhig, außerdem hatte man im Motodrom sehr wenig Abtrieb. Das Abstimmen des Autos war also nicht einfach."
Zudem musste man "taktisch" fahren: "In der letzten Runde ging es fast schon wie bei einem Ovalrennen zu: Da konnten sich durch die Windschattenspielchen noch einige Positionsveränderungen ergeben." Beispielsweise beim letzten F3-Lauf des Jahres 2001. "Damals habe ich gewonnen", erinnert sich Markus zurück. "Gary Paffett lag in Führung, aber eingangs Motodrom habe ich ihn aus dem Windschatten heraus überholt." An diesem Wochenende muss sich Markus damit zufrieden geben als Testfahrer nur am Freitag aktiv zu sein - dafür hat er im Gegensatz zu den Stammfahrern aber auch etwas zu tun.



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