FIA-Präsident Max Mosley hat immer viel zu tun. Als er sich vor einem Jahr einmal in Ruhe ein Buch zu Gemüte führen wollte, wurde er in seinen heimischen vier Wänden von der Indygate-Affäre davon abgehalten. Danach standen wie immer viele Regeländerungen und Verhandlungen mit den Herstellern auf seiner Agenda, doch am Samstag schaffte er es endlich eine lange ausstehende Einladung anzunehmen: Jene die DTM vor Ort zu besuchen. Mit dem Saisonhighlight in den Straßen von Nürnberg suchte er sich den richtigen Ort dafür aus.
Mit F1-Safety-Car-Fahrer Bernd Mayländer am Steuer, drehte Mosley sogar einige Runden in einem DTM-Auto auf dem Norisring. "Es war sehr schön und aufregend und ich möchte es gerne einmal wiederholen", verriet er motorsport-magazin.com. Der Ex-Rennfahrer kann sogar einen Vergleich zu einer Fahrt in einem F1-Doppelsitzer ziehen: "Das war auch sehr schön", sagte er. "Ein Zweisitzer-Formel-1-Auto ist einem normalen Formel-Auto sehr ähnlich. Das ist genau das gleiche Gefühl wie in den Autos, die ich vor 30 Jahren selbst gefahren bin. Während ein Tourenwagen vielleicht eher mit einem Rallye-Auto zu vergleichen ist, nicht mit einem reinrassigen Rennwagen. Aber trotzdem sehr schön und schnell - auch das Bremsen und Kurven fahren ist beeindruckend."
Bislang durfte Mosley noch nicht selbst hinter dem Steuer eines aktuellen DTM-Autos Platz nehmen, "aber wenn es mir angeboten würde, dann würde ich sicher nicht nein sagen". Aufgrund seiner Rolle als FIA-Präsident müsse er aber "vorsichtig" und mit viel "Taktgefühl" vorgehen. Aber vielleicht gibt es die DTM-Taxifahrt ja als Versöhnungsgeschenk nach einer Einigung mit den Herstellern. "Ja vielleicht", entgegnete Mosley, "dann könnten wir in einem DTM-Auto ein bisschen feiern..."
Und wie nah ist man an einer solchen Feier dran? "Ich glaube, dass es zu einer Entscheidung kommt, ob das dann auch eine Einigung ist, muss man dann noch sehen", klang er nicht gerade zuversichtlich. Die Deadlines laufen also auch nach ihrem Verfallsdatum munter weiter... "Es ist möglich, aber es ist nicht sicher. Aber das ist auch verständlich, die Leute verteidigen immer ihre eigenen Interessen. Der, der einen Vorteil hat, will ihn behalten, wer einen Nachteil hat, will ihn loswerden. Am Ende müssen wir versuchen, das zu tun, was für alle fair ist und wenn man das tut, gibt es immer einen, der unzufrieden ist."



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