Es darf wieder einmal diskutiert werden nach dem Freitag in Magny Cours. Vor allem der Rückstand seiner beiden McLaren-Piloten hatte für Mercedes-Sportchef Norbert Haug eine eingehende Analyse notwendig gemacht. Er sagte: "Die Rundenzeit am Anfang ist etwas ganz Anderes, als die Rundenzeit am Ende. Da sind fast zwei Sekunden dazwischen. Und das spricht dann schon dafür, dass zumindest eine der Variablen bewegt worden ist." Als diese veränderlichen Größen gab Haug dann einmal drei Dinge an: neue Reifen, mehr Gewicht und eine höhere Drehzahl.

Als kleines Beispiel nahm er dann den Einfluss einer Veränderung in der Drehzahl heraus. "Ein Drehzahlunterschied von Tausend ist auf dieser Strecke fast eine Sekunde. Wenn du im Cruise Mode fährst, dann ist das ein Unterschied von fast einer Sekunde. Das sind etwa 1500 Umdrehungen Unterschied an der Spitze." So weit so klar.

Schwierig ist es natürlich nur herauszufinden, welche Veränderung bei der Konkurrenz nun wirklich zu den besseren Zeiten geführt hat. Das sah auch Haug so: "Am Ende sind die Ferrari, die Renaults und wir vergleichbare Zeiten gefahren. Deshalb weißt du natürlich immer noch nicht in welchem Zustand." Für einen Außenstehenden wäre hier wohl Schluss und die Nachforschungen beendet.

Norbert Haug hat seinerseits aber noch ein As im Ärmel, allerdings haben die Gegner das auch: die Soundanalyse. Daran konnte er feststellen, dass Fernando Alonso in seiner schnellen Runde mit bis zu 19200 Umdrehungen gefahren ist. Dadurch wäre diese Variable schon einmal geklärt, oder besser gesagt, weggekürzt.

Die Benzinmengen, die im Freitagstraining mitgeführt werden sind ohnehin ein Mysterium. Da lässt sich leider auch nichts mit Sound- oder Bodenabdruckanalysen herausfinden. Diese Größe wird wohl auf immer und ewig unbekannt bleiben - zumindest so lange beim Einfüllen nicht mitgestoppt wird, was während der Rennen ja passiert, aber eben nicht am Freitag.

Wie sehr die Reifen einen Einfluss auf die Rundenzeiten gehabt haben, lässt sich auch nur schwer feststellen, da nahezu alle Teams über Graining geklagt haben. Wer wie viel gegrained hat ist natürlich nur schwer herauszufinden. Norbert Haug weiß nur, wie das Problem schnell wieder verschwindet: "Je heißer es wird und je mehr Gummi auf der Strecke ist, desto weniger ist das der Fall." Es kann auch schnell passieren, dass es gar nicht mehr Auftritt. Haug sagt: "Es gibt Momente, wo sich das zur Hälfte der Samstagssitzung ändert."

Übrigens hat es am Freitagabend in Magny Cours um halb Acht zu regnen begonnen. Viel Gummi wird da wohl nicht auf der Strecke bleiben. Aber Regen ist ja sowieso eine andere Variable.