Nach einigen endlosen Meetings dieses Wochenende in Indianapolis um das Einfrieren der Motoren ab 2008 war Flavio Briatore alles andere als amüsiert. "Wir sollten unsere Zeit lieber damit verbringen, die Show zu verbessern," sagte er zu unseren Kollegen von Autosport. "Wir müssen dafür sorgen, dass wieder auf der Strecke überholt wird und nicht in der Boxengasse. Das ist das Problem, das wir haben."

"Das ist kein Racing mehr," so Briatore weiter. "Wir geben so viel Geld aus um die schönsten und teuersten Autos der Welt zu bauen und dann haben wir diese langweiligen Rennen. Irgendetwas läuft da falsch." Briatore, der als Initiator des Maranello-Abkommens gilt, unterstützt wie auch Ferrari die Idee, die Motorenentwicklung längerfristig einzufrieren, während andere Teams wie Honda und Toyota für eine ständige Weiterentwicklung plädieren.

Die Japaner hätten wohl vergessen, dass es in der Formel 1 um Racing gehen sollte und nicht darum, die eigenen technischen Möglichkeiten zu demonstrieren, meint Briatore. "Alle reden ständig über Technologie und ich verstehe nicht, wieso Renault F1 die ultimative Technologie von Renault sein muss, wenn bei Renault 10.000 Ingenieure sitzen. Unser Job ist Racing," bekräftigte der Teamchef. "Ich glaube, einige meiner Kollegen übersehen das. Es geht nicht darum, die Zukunft der Renault-Gruppe zu gestalten. Ich verstehe die Leute nicht, die mit mir immer über Technologie reden wollen, wir gewinnen doch. Was wollen die eigentlich?"

Die Zuschauer würden sich langweilen, meinte Briatore und das sei etwas, was dringend geändert werden müsse. "Warum versuchen wir nicht, die Rennen wieder spannender zu machen und den Unterhaltungswert zu verbessern damit die Leute auch gerne zuschauen anstatt über die über die Doppelkupplung zu reden? Das interessiert niemand." Briatore ist dafür, dass die Teamchefs die Richtung mitbestimmen, in die der Sport gehen soll.

"Wir müssen sicherstellen, dass die Macht von den Managern ausgeht und nicht von der Technik - das ist es was wir tun sollten." Besonders die dritte Session des Qualifyings in Indianapolis sei ein Beispiel dafür gewesen, wie spannend die Formel 1 sein kann, sagte Briatore. Als nach den ersten langsameren Runden, die Autos anfingen, sich gegenseitig zu überholen wurde dies von den Fans mit Begeisterung aufgenommen. "Wir brauchen mehr Unterhaltung. Der beste Teil der Saison war, als wir in die dritte Session des Qualifying gestartet sind. Das war phantastisch. Das war der beste Teil der gesamten Saison."