Nur wer sich fristgerecht für die Formel 1-WM 2008 anmeldet, darf an den Diskussionen über die Regeln teilnehmen - alle anderen nicht. Mit dieser Aussage setzte FIA-Präsident Max Mosley die GPMA-Hersteller vor einigen Wochen unter Druck. Sein Ziel: Die Hersteller sollten sich an die F1 binden und damit das Schreckgespenst einer Konkurrenzrennserie endgültig zu den Akten legen.

Genau einen Tag nachdem die Hersteller zu genau diesem Zweck eine Absichtserklärung unterschrieben hatten, änderte Mosley den Tenor seiner Aussage: Die Änderungsfreiheit der Regeln gelte nicht für die Einfrierung der Motoren - man könne nur noch kleinere Detailarbeiten an den Regeln vornehmen, aber keine größeren Änderungen mehr durchführen. Warum ließ er offen - möglicherweise, weil die Vorschläge der Hersteller und Teams nicht seinem Einfrierungsplan entsprachen...

"Wenn ich die Hersteller vertreiben wollte, müsste ich Ihnen alle technischen Freiheiten zugestehen", konterte Mosley in einem Interview mit der auto motor und sport, welches die FIA auch über ihre offiziellen Kanäle zur Verfügung stellte. "Dann würde der Sport so teuer, dass sie von alleine gingen."

Die Hersteller würden pro Jahr zusammen über eine Milliarde Dollar ausgeben, um die Drehzahl ihrer Motoren um 400 Umdrehungen zu erhöhen. "Das ist nicht akzeptabel." Deshalb sieht Mosley die Aufgabe der FIA darin, "den Preis für die F1 soweit zu senken, dass ein Hersteller auch einmal Platz elf oder zwölf" belegen könne. "Heute kann sich keiner leisten zu verlieren." Da die Formel 1 (zumindest noch) ein Sport ist, dürfte sich das wohl auch in Zukunft nicht ändern - egal über wie viele Jahre die Teams die gleichen Motoren einsetzen müssen.

Mosley lehnt den Vorwurf dennoch ab, dass man mit der Motoren-Einfrierung den gleichen Weg geht, wie wenn man einem Fußballverein vorschriebe drei Jahre lang mit dem gleichen Spielerkader auszukommen. "Der Vergleich hinkt", sagt Mosley. "Sie müssten sagen, dass Real Madrid drei Jahre mit den gleichen Fußballschuhen spielen muss. Würde es einen Fußballfan stören, wenn die Entwicklung der Schuhe stillsteht?" Sicherlich nicht. Aber es würde einen F1-Fan garantiert stören, wenn sein Fahrer oder Team auf Jahre zum Hinterherfahren verdammt ist, nur weil der Motor nicht verbessert werden darf.

Von Seiten der Hersteller kommt immer wieder der gleiche Einwurf: Das ist die Formel 1 und da sollte man sich auch verbessern können und Fehler ausmerzen dürfen. Schließlich wünschen sich die Fans nur eines: Überholmanöver. Geboten bekommen sie diese momentan aber nicht - auch nicht in der GP2, in welcher bereits mit langfristig festgelegten Einheitsmotoren gefahren wird.

Deshalb arbeiten die Teams weiter gemeinsam an einem "geeigneten" Vorschlag für das Motorenreglement ab 2008, der weiterhin die Verwendung von Motoren ermöglicht, die sich deutlich voneinander unterscheiden. Bis Ende Juni muss dieser Vorschlag stehen und von der F1-Kommission abgesegnet werden. Die Inhalte sollen beide Seiten befriedigen: Die neuen Motoren sollen die Kosten senken, aber gleichzeitig genügend Freiheiten für unterschiedliche Motorenkonzepte und Weiterentwicklung bieten. Wir sind gespannt - die Uhr tickt...