In Barcelona hat Michael Schumacher angekündigt, über seine Zukunft erst nach dem letzten Rennen zu entscheiden. Nun in Monaco ruderte er etwas zurück und korrigierte er seine Aussage: Seine Entscheidung wird um Monza bekannt gegeben. "Es gab da ein Verständnisproblem", sagt Schumacher. "Ich bin auch davon ausgegangen, dass ich bis Jahresende Zeit habe. Aber Jean Todt hat das jetzt näher definiert. Aber Monza ist auch schon ein passender Termin."

Ansonsten geht Schumacher mit reichlich Optimismus in das Wochenende. "Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass wir eine Siegchance haben", sagte er. "Letztes Jahr hatten wir das nicht. Da hofften wir zwar immer, dass da doch was geht, aber die Gewissheit war da nicht besonders groß. Dieses Jahr ist sie aber sehr hoch."

Das Rennen in Monaco hat für den siebenmaligen Weltmeister zwei Seiten. "Die Herausforderung, die diese Strecke bietet, ist ungebrochen. Sie macht Spaß, ist aber gleichzeitig Besorgnis erregend", sagt Schumacher. "Es ist mit Abstand die gefährlichste Rennstrecke im Kalender. Gleichzeitig ein Highlight und eine Sorge."

Dass Ferrari mit neuen Teilen am Auto nach Monaco reist, findet Schumacher normal. "Gerade in dieser Phase der Saison müssen wir für jeden Grand Prix neue Teile haben, denn nur so haben wir eine Chance, den WM-Titel zu gewinnen", sagt er.

Während viele Fahrer im Qualifying den Schlüssel zum Sieg sehen, hält Schumacher andere Sachen für wichtiger. "Klar ist eine gute Position wichtig, man muss auf jeden Fall im Qualifying unter die ersten Zehn kommen", sagt er. "Aber das ist hier nicht der Matchwinner. Dazu gehört vor allem eine gute Strategie fürs Rennen. Die muss man aber von der Startposition aus noch umsetzen können."

Das Qualifying könnte dieses Jahr besondere Spannung bieten. "Wenn man bedenkt, dass man in diesem neuen System nur 15 Minuten Zeit hat und da 22 Autos auf der Strecke sind, da ist es schon möglich, dass man wegen gelber und roter Flaggen beim ersten und zweiten Versuch keine Zeit bekommt. Und dann ist man draußen", sagt Schumacher.

Dass Monaco in den letzten Jahren eher eine Michelin-Strecke gewesen ist, beunruhigt den Deutschen dagegen wenig. "Wir haben dieses Jahr gesehen, dass die Unterschiede zwischen den beiden Reifen nicht so groß auf der Strecke gewesen sind", meint er.

Auch zu der Absage von Valentino Rossi an Ferrari nahm Schumacher Stellung. Der Italiener teilte ja heute mit, dass er ab 2007 weiter Motorrad fahren wird - und nicht den geplanten Sprung in die Formel 1 wagt. "Das ist einerseits traurig, dass wir ihn hier nicht sehen werden, denn er hätte sicher das Talent", sagte Schumacher. "Aber es gehören auch andere Sachen dazu. Und wenn man sieht, wie seine Saison in der MotoGP bisher gelaufen ist, war das auch keine große Überraschung."