Zunächst die gute Nachricht aus Sicht der Silberpfeile: Kimi Räikkönen bot den Zuschauern am Circuit de Catalunya die einzigen spannenden Szenen des Rennens. Beim Start ging er sofort an Jenson Buttons Honda vorbei, dann zwischen den Toyotas von Jarno Trulli und Ralf Schumacher durch und überholte noch vor dem Ende der Startgeraden Rubens Barrichellos Honda.
Diese Zehn-Sekunden-Show rettete dem Finnen einen fünften Platz in einem Rennen, das ihm ansonsten nur schlechte Nachrichten brachte. Nach Hause nahm er lauter Pessimismus für den Rest der Saison.
"Wir waren hier noch viel weiter weg von Ferrari und Renault als noch am Nürburgring", sagte er. "Das Auto war sehr schwer zu fahren, daraus ist fast gar nichts geworden. Aber besser ging es heute nicht. Es ist nie schön, wenn man langsam ist."
Die Strecke in Barcelona ist bekanntlich eine Referenzstrecke für die Performance des Autos. Wer hier schnell ist, ist das in der Regel auch auf anderen Strecken.
"Man hat deutlich gesehen, dass das Auto hier nicht schnell war", sagt Räikkönen. "Es ist an so vielen Punkten schwer zu fahren, dass ich nicht sagen kann, was der Hauptgrund dafür ist."
Das nächste Rennen findet in Monaco statt, aber selbst dahin reist Räikkönen mit wenig Hoffnung. "Dort kommen die Probleme des Autos nicht so sehr zum Tragen, aber weg werden sie auch nicht sein", sagte er. "Wir haben nächste Woche einen Test, aber ich weiß noch nicht, was dort für neue Teile ins Auto kommen. Ich glaube aber nicht, dass das etwas Revolutionäres sein wird."
Ob er denn überhaupt noch daran glaubt, diese Saison ein Rennen zu gewinnen? "Vielleicht", antwortete der Finne.
Sogar der McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh sah nun keine rosige Saison auf die Silberpfeile zukommen. "Der Unterschied zur Spitze war hier größer als erwartet, und das war eine Enttäuschung. Wir sind jetzt sehr weit weg von der Spitze", meinte er.
Der Brite übte schon vorsichtigen Abschied von den WM-Träumen. "Im Moment sind wir nicht in der Lage, die WM zu gewinnen", sagte er. "Wir konzentrieren uns zunächst darauf, das Auto schneller zu machen. Und erst, wenn wir das erreicht haben, überlegen wir, wie wir die restliche Saison angehen."

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