Der Große Preis von Spanien hat bereits seinen Rekord - einen Rundengeiz-Rekord. Gerade einmal drei Stammfahrer fuhren im 1. Freien Training eine Rundenzeit. Ganze 19 Piloten blieben komplett ohne gezeitete Runde, einer verließ die Box erst gar nicht. Bei McLaren Mercedes nannte man das ein "geplantes Minimal-Programm".

Zuletzt fuhr die Formel 1, die so genannte Königsklasse des Motorsports, also auf zwei Strecken, auf denen man nicht überholen konnte; jetzt tritt sie auf einem Kurs an, auf dem sie noch nicht einmal mehr fahren möchte.

Denn zum ohnehin schon viel zu weit verbreiteten Rundengeiz der 1. Generation, kommt in Barcelona der Rundengeiz in der B-Version hinzu: Nach zigtausend Testkilometern auf dem Paradetestkurs wollten die Teams schlicht und einfach nicht auf der schmutzigen und sich schnell verändernden Strecke ihre Arbeit verrichten.

Vor diesem Hintergrund erscheint Fernando Alonsos Begeisterung über die vielen Fans geradezu wie blanker Hohn. "Nachdem wir viele Monate hier vor leeren Tribünen getestet haben, dürften alle Fahrer es genossen haben, heute vor so vielen Zuschauern zu fahren. Es war wundervoll sie alle an der Strecke zu sehen." Wenn die Fans ihrerseits ein paar Autos auf der Strecke zu sehen bekommen hätten, hätten womöglich auch sie den Tag genießen können.

Zumindest Jenson Button schien auf seinen zwölf Ründchen einen guten Zeitpunkt erwischt zu haben. "Es gab viel Verkehr, der mich auf jeder Runde beeinträchtigt hat." Dieses Training hätten heute wohl viele gerne gesehen - jenes mit viel Verkehr auf der Strecke...