Was konnte in den wenigen Tagen seit dem Nürburgring getan werden?
Mario Theissen: Auf der Leistungsseite nicht viel. Das gesamte Material ist auf direktem Wege hierher transportiert worden. Wir haben in Hinwil unsere übliche Rennanalyse betrieben und die Autos vermessen. Daraus konnten wir einige Schlüsse im Hinblick auf das Setup und die Reifenwahl ziehen. Jetzt warten wir ab, was morgen daraus wird.
Es gab Probleme mit dem Motor von Jacques Villeneuve. Was ist da genau passiert?
Mario Theissen: Bei der Transportvorbereitung am Sonntagabend ist uns ein Fehler an Jacques Motor unterlaufen. Dabei wurde dieser wahrscheinlich beschädigt. Da es das aktuelle Reglement nicht zulässt, den Motor zu öffnen und zu überprüfen, entschieden wir uns dazu den Motor zuhause zu lassen. Deshalb erhält Jacques einen neuen Motor und demzufolge eine Strafe von +10 Startplätzen.
Was sind die Ziele für dieses Wochenende?
Mario Theissen: Zunächst soll Nick zur Normalform zurückfinden. Diesbezüglich bin ich optimistisch. Er konnte bei den letzten beiden Rennen nicht sein volles Potenzial umsetzen. Hier sollte es ihm wieder gelingen. Bei Jacques müssen wir abwarten, was von hinten möglich ist. Andere Fahrer haben bewiesen, dass etwas möglich ist - diesmal sind wir an der Reihe.
Warum konnte Nick sein Potenzial nicht ausschöpfen?
Mario Theissen: Er konnte es mir selbst nicht erklären. Wir haben keine sachliche, objektive Ursache dafür finden können. Aber der Mensch ist eben keine Maschine. Wir haben jetzt wert darauf gelegt, dass für ihn alles optimal vorbereitet ist. Er wird sich ebenfalls voll konzentrieren und dann sollte das hoffentlich der Vergangenheit angehören.
Angeblich soll er etwas verkrampft haben, weil er als Teamleader stark unter Druck stand...
Mario Theissen: Das konnte ich nicht feststellen. Auf uns macht Nick einen konzentrierten und selbstsicheren Eindruck. Ich sehe ihn nicht verkrampfen. Ich gehe davon aus, dass es eine vorübergehende Formschwäche war - vielleicht sind aber auch irgendwelche technischen Dinge dafür verantwortlich, die wir nur nicht erkennen konnten.
Das erste Saisondrittel endet hier in Barcelona: Wie lautet ihr Zwischenfazit?
Mario Theissen: Bei der Zuverlässigkeit, war die Rennreife der V8-Motoren noch nicht da. Das war aber aufgrund der kurzen Entwicklungszeit auch nicht möglich. Alle Hersteller haben in die Saison hinein entwickelt, was sich hier und da in weißen Rauchzeichen geäußert hat. Das zweite wichtige Thema ist die Wettbewerbsdichte: Sechs bis acht Teams liegen so eng zusammen, wie es in der Formel 1 noch nie der Fall gewesen ist. Dadurch wird das Qualifying besonders spannend - niemand kann sich sicher sein, beide Autos in die letzte Session zu bringen. Selbst die Spitzenteams hat es schon erwischt. Ich erwarte, dass sich diese Situation die gesamte Saison fortsetzen wird. Auf der einen Seite ist es dadurch schwierig nach vorne zu gelangen, andererseits ist es für die Zuschauer extrem spannend.
Wen sehen Sie momentan ganz vorne?
Mario Theissen: Ferrari und Renault waren bei den letzten beiden Rennen gleichauf. Hier gehe ich davon aus, dass Fernando die Nase vorne haben wird.
Am Pressegespräch nahm für motorsport-magazin.com unsere Redakteurin Karin Sturm Teil.



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