Auch wenn der neue Nürburgring nicht mehr allzu viel mit der legendären Nordschleife zu tun hat, stellt der GP-Kurs einige Herausforderungen an die Fahrer und Autos. Aus technischer Sicht sind am Nürburgring vor allem eine gute Traktion sowie eine ausgefeilte Fahrzeugbalance und Bremsstabilität gefragt. Zudem sind die berühmten Wetterkapriolen ein besonderes Merkmal der Eifel.
Der Ring bietet von allem etwas: Er weist einige Highspeed-Kurven auf, mittelschnelle Kombinationen, die das Auto aus der Balance bringen können, und sehr langsame Ecken, die von den Boliden besonders gute Traktion erfordern. Davon abgesehen, bewegen sich die Anforderungen eher im Mittelfeld der aktuellen Formel 1-Rennstrecken: Parameter wie Vollgasanteil, Bremsenverschleiß oder Kraftstoffverbrauch stellen die Teams vor keine großen Rätsel.
Da mit sehr hohem Abtrieb gefahren wird, dürfen die Rennställe außerdem mit einer guten Stabilität ihrer Autos rechnen. Einzig die teils wellige Fahrbahnoberfläche fordert die Techniker. Ein Durchdrehen der Räder beim kurzfristigen Abheben auf den Bodenwellen oder den Kerbs der NGK-Schikane könnte zum Überdrehen der ansonsten nicht besonders hart geforderten Motoren führen.
Von grün und lang zu kurz und modern
Zu seinem 75. Geburtstag erhielt der altehrwürdige Nürburgring ein Facelifting: Die bereits in den 80er Jahren umgebaute Strecke wurde abermals modifiziert und um die so genannte Mercedes-Arena erweitert. In diesem dem Hockenheimer Motodrom ähnelnden Stadionabschnitt bekommen die Zuschauer die Boliden noch länger und besser zu sehen. Durch die zusätzlichen Tribünen stieg die Gesamtkapazität des Nürburgrings auf 130.000 Fans.
Der 1984 eröffnete GP-Kurs weist in seiner neuesten Variante einen guten Mix verschiedenster Kurventypen auf. Viele Piloten sind der Ansicht, der Kurs sei durch den Umbau des ersten Streckenabschnitts interessanter geworden, andere finden die von Hermann Tilke entworfene Arena als zu eng für die Formel 1.
In den beiden schnellen Links-Rechts-Passagen, die auf die langsame Dunlop-Kehre folgen, spielen die Grand Prix-Renner ihre Aerodynamik voll aus. Für Fans besonders reizvoll ist der Blick auf die NGK-Schikane am Ende der langen Gegengeraden, wenn die Boliden mit über 300 km/h aus dem Hatzenbach-Bogen heranrasen und erst jenseits des 100-Meter-Schildes brutal heruntergebremst werden.
Die Streckengeschichte
Der Nürburgring wurde 1927 mit seiner berühmt-berüchtigten Nordschleife erbaut, um die Arbeitslosigkeit in der Region zu senken. Die Gesamtlänge - einschließlich der südlichen Verlängerung - lag damals bei 28,835 Kilometern. Nach dem Feuerunfall des Österreichers Niki Lauda im Jahre 1976 verschwand der "Grüne Hölle" getaufte Kurs bis nach seinem abgeschlossenen Umbau 1983 von der F1-Bühne.
Nach den ungefähr 42 Millionen Euro teuren Umbaumaßnahmen siegte Nelson Piquet beim Debüt des neuen Nürburgrings. Nach einer weiteren Pause kehrte der Nürburgring im Jahre 1995 in Form des Großen Preises von Europa wieder in den Rennkalender zurück. In den Jahren 1997 und 1998 wurde das Rennen sogar als Grand Prix von Luxemburg ausgetragen.
mehr Geschichte: Der Geschichts-Rückblick



diese Formel 1 Hintergrund