Sie hat im vergangenen Jahr Furore gemacht, als sie als erste Frau in der Geschichte die berühmten Indy 500 anführte und am Ende Vierte der Gesamtwertung wurde. Seitdem werden die Stimmen immer lauter, die die 24-jährige Amerikanerin in der Königsklasse sehen wollen. Patrick sagte dazu jetzt ein einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters, dass sie sich zwar sehr geschmeichelt fühle, dass es Menschen gäbe, die sie mit der Formel 1 in Verbindung brächten und auch, dass sie dort vielleicht eine Zukunft haben könnte. Trotzdem sei sie aber nicht bereit, ihr angestammtes Umfeld so einfach zu verlassen.

"Ich bin momentan sehr glücklich, wo ich bin. Ich lebe gerne in den Vereinigten Staaten und bin gerne in der Nähe meiner Familie und meiner Freunde. Was in der Zukunft passieren wird, weiß ich nicht," so Patrick weiter. Sie sei noch nicht bereit, sich dem Formel 1-Zirkus auszusetzen, denn "ich denke, von all meinen Freunden und meiner Familie getrennt zu sein - das ist momentan für mich nicht das Ideale," sagte sie vor dem Japan 300 IRL-Rennen am kommenden Wochenende.

"Vielleicht will ich ja eines Tages, ein großes, schönes Haus in Monaco. Wenn ich abseits der Strecke glücklich bin, dann bin ich auch auf der Strecke gut. Vielleicht wird es ja in der Zukunft noch etwas mit der Formel 1," erklärte sie. Darauf werde sie sich aber später einmal konzentrieren, denn momentan sei sie auf ihren Job konzentriert. "Gleichzeitig darf man aber nicht vergessen, dass das Leben etwas sehr wertvolles ist," sagte sie in Anspielung auf den tödlichen Unfall ihres Teamkollegen Paul Dana beim IRL-Rennen in Homestead-Miami.

Sollte Patrick es tatsächlich in die Formel 1 schaffen und sogar Punkte sammeln können, wäre sie die erst zweite Frau nach Lella Lombardi, die dieses Kunststück fertig bringt. Lombardi fuhr von 1974 bis 1976 siebzehn Formel 1-Grand Prix und war mit ihrem sechsten Platz beim Grand Prix von Spanien 1975 die einzige Frau, die jemals ein Formel 1-Rennen in den Punkten beenden konnte. "Vielleicht - bestimmt," grinste Patrick auf die Frage, ob sie sich in der Formel 1 sehen könne. "Wer weiß schon, was passiert? Das könnte eine Option sein und dann werde ich glücklich und zufrieden sein, dass sie mich wollen. Jetzt bin ich aber da glücklich, wo ich bin."