Ferrari ist nicht alleine - denn auch Honda hatte in Melbourne große Probleme, die Reifen auf Temperatur zu bekommen - allerdings handelt es sich bei den Japanern um keine Bridgestone- sondern um Michelin-Pneus.
Verstärkt wurde der Effekt, wie bei Ferrari, durch die vier Safety Car-Phasen - Jenson Button, der am Vortag noch die Pole-Position erobern konnte, wurde im Rennen durchgereicht. Honda-Teamchef Nick Fry erklärte gegenüber Autosport: "Das Problem bestand darin, dass wir die Reifen nicht auf die nötige Temperatur bekommen haben, vor allem die Vorderreifen waren davon betroffen. Wenn es nicht so viele Safety Car-Phasen gibt, ist es klarerweise nicht so ein großes Problem - aber mit derart vielen SC-Phasen war das Problem sehr wohl vorhanden."
"Jedesmal, wenn das Safety Car wieder die Box ansteuerte und das Rennen freigab, hatte Jenson Probleme in der Zielkurve, war dort sehr langsam, sodass man ihn auf der nachfolgenden Zielgeraden überholen konnte - und die Reifen waren auch noch kalt, als er in die erste Kurve einlenkte. Daher hat er bei jeder Safety Car-Phase ein bis zwei Plätze verloren", berichtet Fry.
Zwar gibt es Gerüchte, wonach Honda bei der Reifenwahl gegen die Empfehlung von Michelin agiert habe, doch Nick Fry winkt ab: "Das Problem ist das Auto. Wir haben einen nur minimal anderen Reifen verwendet - ich glaube nicht, dass es daran gelegen hat, es liegt am Auto."
"Es liegt am Auto!"
Fry präzisiert: "Unser Auto ist sehr leicht auf den Reifen, wir fahren generell mit weniger hohen Temperaturen. Klarerweise hatten wir Probleme, die nötige Hitze zu erzeugen, sobald der Reifen einmal ausgekühlt war. Es ist also ein Problem, an dem wir zwar generell laborieren, welches jedoch durch die Umstände während des Australien-GP extrem verschlimmert wurde."
Die Frage, ob man das Problem noch vor dem Europaauftakt in Imola lösen könne, lässt Nick Fry offen: "Dieses Problem ist ziemlich schwer zu verstehen. Es ist nicht etwas, das komplett neu für uns ist, aber es wurde durch die Situation im Albert Parkt zusätzlich verschlimmert. Hoffentlich wird es in Imola nicht so viele SC-Phasen geben."
Man könne vor dem Europaauftakt zudem zwei Wochen testen, sagt Fry: "Vielleicht finden wir ja etwas. Wir bringen vielerlei Verbesserungen nach Imola, wo es im Vorjahr gut für uns gelaufen ist - generell ist unsere Performance gut." Dennoch muss Fry zugeben, das der Vorsprung von Renault größer sei, als er dies noch in Sepang vermutet hat - Fry schätzt: "Es werden in etwa drei Zehntelsekunden sein." Bei Bedingungen wie am Rennsonntag in Down Under würden es auch mehr sein, gab der Honda-Teamboss zu. Alles in allem rechnet Fry also nicht mit einer schnellen Lösung des Reifenproblems.

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