"Das heute ist phantastisch für das Team, wir sind so konkurrenzfähig, dass es schon fast peinlich ist," grinste Briatore beim Interview mit Autosport und streute damit noch Salz in die offenen Wunden der gedemütigten Gegner. "Wir sind die Besten, so einfach ist das, da gibt es nicht weiter zu sagen. Momentan sind wir die Besten nach drei Rennen und drei Siegen. Ich mache mir keine Sorgen, da gibt es andere, die sich Sorgen machen müssen."
Der geschlagenen Konkurrenz blieb nichtsweiter, als sich mit der Niederlage abzufinden, dass Renault dann allerdings auch noch lautstark feierte, war einigen dann doch zuviel. Teaminsidern zufolge kam vom Garagennachbar McLaren eine Beschwerde, man möge die Musik doch bitte etwas leiser stellen, so könne sich ja kein Mensch auf seine Arbeit konzentrieren. Die Antwort war, dass man bei Renault die Musik noch etwas lauter stellte...
Nach der sonntäglichen Spazierfahrt von Fernando Alonso fragt sich jeder, was man denn nur unternehmen könne, um auf die Blau-Gelben aufzuschließen. Mike Gascoyne, der ehemalige Technische Direktor bei Renault, geht davon aus, dass Renault momentan eine halbe Sekunde schneller ist als der Rest des Feldes und auch Chefingenieur Pat Symonds gab zu, dass ihn die Vorstellung seines Teams erstaunt hatte. "Ich bin wirklich überrascht, von dem Vorsprung, den wie heute hatten," gab er zu. "Es ist mehr, als ich dachte und ich fühle mich sehr wohl, so wie es ist. Aber wir sind nicht selbstgefällig, das haben wir letztes Jahr gelernt, es ist hart." Bei Renault werde man sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen und alles daran setzen, auch dieses Jahr wieder die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Dass auch bei ihnen nicht alles ganz problemlos läuft, zeigte sich ganz deutlich am Auto von Giancarlo Fisichella, der wieder einmal mit Riesenproblemen zu kämpfen hatte.

Am Start starb der Motor ab, dann streikte die Telemetrie und später gab die Kupplung ihren Geist auf. Im Boxenfunk konnte man hören, dass sowohl sein Renningenieur als auch Briatore den Italiener anwiesen, doch schneller zu fahren, was für viele und auch für Fisico einigermaßen unverständlich war. Briatore verteidigte aber später seine Worte und meinte, er würde immer alle antreiben, aber konnte auch sehen, wie Fisichella sich durch das Feld nach vorne arbeitete. "Er hatte ein Problem, aber am Ende hat er seinen Job erledigt. Er ist in die Punkte gefahren. Er hat Jenson unter Druck gesetzt und ich weiß nicht, ob wir dazu beigetragen haben, dass der (Honda)-Motor in die Luft flog, aber das gehört nun mal dazu."
Pat Symonds geht jedenfalls davon aus, dass die nächsten Rennen keineswegs mehr so leicht für sein Team werden wie es der Grand Prix von Australien war. Imola sei schon mal eine ganze andere Strecke und die ersten drei Rennen hätten viele Gemeinsamkeiten und das Streckenlayout sei recht ähnlich, meint der Brite. "Imola ist ganz anders und das war letztes Jahr ein hartes Renne für uns. Ich habe das Gefühl, dass es auch dieses mal wieder schwer sein wird, aber wir sind trotzdem zuversichtlich." Traditionell würden alle Teams in Imola ihre ersten großen Weiterentwicklungen in Gepäck haben und deshalb sei der Grand Prix von San Marino auch etwas Besonderes. "Wenn wir jetzt zu den nächsten Rennen kommen, sind wir schon etwas mehr im Rhythmus beim Fahren und auch bei der Entwicklung des Autos. Alle tendieren dazu, die Überseerennen als ein Ganzes zu betrachten und zu sagen, machen wir eben das Beste draus." Natürlich gäbe es auch da Neuentwicklungen, aber in viel geringerer Intensität als später und das könnte das Bild doch noch etwas verändern.
Symonds geht nicht davon aus, dass die bisherigen Rennen das wahre Kräfteverhältnis widergespiegelt hätten und erwartet, dass McLaren auf alle Fälle in Europa wieder ganz vorne mit dabei sein werde. "Es haben sich einige Dinge gezeigt, die ich so nicht erwartet hätte," sagt er. "Ferrari hat momentan offenbar noch ein Motorenproblem, die werden aber auch wieder bei der Musik sein, sobald sie das gelöst haben." Symonds steht nach wie vor zu seiner Vorhersage vor Beginn der Saison und sieht auch weiterhin die gleichen vier Teams als diejenigen an, die die WM unter sich ausmachen werden: Renault, Ferrari, Honda und McLaren.

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