BMW Sauber muss hart an der Zuverlässigkeit seines neuen Achtzylinders arbeiten. Das wissen die Weiß-Blauen spätestens seit dem zweiten Motorschaden im zweiten Rennen. Doch auch in Australien bestätigten sich die Probleme mit der Standfestigkeit des V8: Während Robert Kubica im 1. Training einen weiteren Motorschaden erlitt, muss Jacques Villeneuve sein Aggregat nach dem letzten Training wechseln lassen.
"Robert musste das erste Training wegen eines Motorschadens nach 13 Runden beenden. Unsere ganze Aufmerksamkeit gilt der Zuverlässigkeit", weiß Motorsportdirektor Mario Theissen um die Probleme. "Der neue V8-Motor ist noch nicht ausgereift, die Entwicklungszeit war zu kurz. Wir haben unser Problem inzwischen eingekreist: Wir konnten zurückverfolgen, dass zuletzt in der Produktion Toleranzgrenzen überschritten wurden. Im Winter hatten die Testmotoren in identischer Spezifikation problemlos über die Distanz gehalten. Jetzt reagieren wir kurzfristig, indem wir neue Motoren mit ausgesuchten Teilen aus dem Lager aufbauen, die den Soll-Abmessungen am nächsten kommen. Dies ist nach Malaysia passiert, zwei dieser Motoren haben wir hier. In Nicks Auto ist bereits einer davon eingebaut, Jacques erhält den zweiten nach dem dritten Training am Samstag." Für die Startaufstellung bedeutet das aber, dass der Kanadier 10 Plätze verliert.
"Unser Auto ist gut hier", gibt sich JV dennoch optimistisch. "Schwierigkeiten bereitet uns allerdings, die Reifen auf Temperatur zu bringen. Das sollte aber im Qualifying kein Problem sein, weil wir ja inzwischen mehr als eine Runde fahren können, und im Rennen ohnehin nicht. Ich brauche ein schnelles Auto im Rennen! Weil ich einen neuen Motor bekomme, werde ich von weit hinten starten. Das ist natürlich schade, denn Balance und Speed sind gut."
Das sieht auch Technikchef Willy Rampf so: "Abgesehen von dem Motorproblem, bin ich recht zufrieden mit unserer heutigen Leistung." Das bestätigten die guten Zeiten von Testfahrer Robert Kubica, der fast mit den Testern von Williams und Honda mithalten konnte.
"Nach dem Motorproblem im ersten Training lief das zweite gut. Wir haben ein paar gute Aerodynamikveränderungen überprüft und sind viel gefahren, die Rundenzeiten waren konstant", erklärte der Pole. "Als ich das letzte Mal draußen war, bin ich etwas aufgehalten worden, sonst wäre meine Rundenzeit sicher noch etwas besser geworden. Aber das spielt in einem freien Training letztlich keine Rolle."
Nick Heidfeld zeigte sich unterdessen etwas vom neuen Rennwochenendformat enttäuscht: "Diese Freitage gefallen mir nicht besonders", war er nach seinen wenigen Runden etwas gelangweilt. "Im ersten Training bin ich gerade einmal eine Installationsrunde gefahren, und im zweiten waren es auch nur ein paar Runden. Das Auto war allerdings nicht schlecht und auf jeden Fall besser als die Rundenzeit vermuten lässt."



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