Noch in Monza fühlte sich Max Verstappen im RB22 wie eine "Schildkröte", doch in Sepang und Singapur bissen sich Ferrari & Co. am schnellen Red Bull die Zähne aus. Für viele im Formel-1-Paddock ist dieser Turnaround der Beweis, dass Red Bull inzwischen nicht nur den stärksten Motor, sondern auch das beste Auto hat. Ausgerechnet Isack Hadjar stellt sich gegen die vorherrschende Meinung und stellt vor dem USA GP klar: "Ich glaube nicht, dass wir das schnellste Auto haben."

Isack Hadjar geht sogar noch weiter: "Ich glaube, wenn man Max [in Singapur; Anm. der Red.] in den Ferrari gesetzt hätte, hätte er das Rennen mit einem noch größeren Vorsprung gewonnen. Das ist meine Meinung. Ich denke, Ferrari hatte in Singapur das schnellste Auto." Charles Leclerc, der auf dem Marina Bay Street Circuit mit knapp acht Sekunden Rückstand auf Verstappen ins Ziel kam, reagierte auf Hadjars These mit Unverständnis.

Bei Ferrari stand nach dem Singapur-Rennen der verweigerte Boxenstopp von Lewis Hamilton im Fokus. Wie er jetzt darüber denkt, erfährst du hier:

Ferrari-Duo widerspricht Hadjars These

"Ich halte es für Unsinn, solche Aussagen zu treffen. Isack hat keine Ahnung, was für ein Auto wir fahren, und ich habe keine Ahnung, was für ein Auto er fährt", entgegnete der Monegasse. Auch Ferrari-Teamkollege Lewis Hamilton widerspricht Hadjar: "In diesem Punkt sind wir definitiv unterschiedlicher Meinung." Fakt ist: Red Bull ist mit dem Baku-Update ein beeindruckender Entwicklungssprung, allerdings verschoben sich die Kräfteverhältnisse im Saisonverlauf mit den jeweiligen Updates immer wieder.

Sonderlackierung Ferrari in USA
Ferrari mit Sonderlackierung auf dem SF-26, Foto: Ferrari S.p.a
Sonderlackierung Ferrari in USA
Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit Titelsponsor HP entwickelt, Foto: Ferrari S.p.a
Sonderlackierung Ferrari in USA
Die Sonderlackierung integriert Skizzen, technische Zeichnungen und von Konstruktionsplänen inspirierte Grafiken, Foto: Ferrari S.p.a

Ferrari schien im Frühsommer der größte Gegner von Mercedes zu sein, doch dann folgten die beiden Siege von Lando Norris im McLaren. "Wenn man sich die Entwicklung der Kräfteverhältnisse über die gesamte Saison anschaut, dann war Mercedes zwischenzeitlich an der Spitze, anschließend hat McLaren zugelegt, und jetzt sieht man, wie Red Bull die vergangenen Rennen mehr oder weniger dominiert hat. Ich sehe keinen Grund, warum sich das plötzlich ändern sollte", meinte Lewis Hamilton zum aktuellen Kräfteverhältnis.

Während Red Bull in puncto Updates bereits den letzten Trumpf gezogen hat, legt Ferrari an diesem Wochenende mit neuen Teilen nach. Damit hält die Scuderia an ihrer Strategie fest, Nachbesserungen über mehrere Rennen zu verteilen, statt sie in einem großen Update-Paket zu bündeln. "Ich hoffe, dass wir unser Auto in das richtige Arbeitsfenster bringen können. Dann sind wir hoffentlich vorne mit dabei und können um die Spitzenplätze kämpfen", so Lewis Hamilton. Zugleich würdigte er die beeindruckende Erfolgsbilanz von Red Bull in der Formel 1.

Hamilton zieht Hut vor Red Bull Racing

"Es überrascht mich immer wieder, was sie leisten. Ich habe großen Respekt vor diesem Team. Vor vielen Jahren, als ich noch jünger war, habe ich die Hand gehoben und gesagt: 'Auf keinen Fall werden sie das schaffen, was andere Teams wie McLaren oder Ferrari mit ihrer ganzen Tradition erreichen können.' Aber sie haben es geschafft und mich eines Besseren belehrt." Hinzu kommt, dass Red Bull Powertrains bereits im ersten Jahr den besten Verbrennungsmotor entwickelte, wie auch die ADUO-Beobachtungen der FIA zeigen. Damit hatte Hamilton nicht gerechnet.

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"Ich dachte mir: 'Es kann doch nicht sein, dass irgendjemand einen besseren Motor baut als Mercedes oder Ferrari – angesichts der Ressourcen, der Erfahrung und des technischen Know-hows, über das diese Hersteller verfügen.' Und wieder einmal haben sie uns alle eines Besseren belehrt." Für F1-Experte Christian Danner ist die Erklärung offensichtlich: Red Bull gelang es, hoch qualifiziertes Personal von Mercedes abzuwerben – darunter Ben Hodgkinson. Auch zahlreiche Ingenieure aus der mittleren Führungsebene folgten Hodgkinson nach Milton Keynes. Mehr dazu, liest du in diesem Artikel: