George Russell meldet sich eindrucksvoll aus der Sommerpause zurück. Der Mercedes-Pilot gewinnt den ereignisarmen Sprint der Formel 1 in Zandvoort. 24 Runden lang bekamen die Fans Action nur in homöopathischen Dosen zu sehen, in den Top-10 gab es im ganzen Sprint nur zwei Positionsverschiebungen, eine davon am Start. Trotz Regen in der Früh und instabiler Wetterlage fand das Rennen bei komplett trockenen Bedingungen statt. Erst bei der Zieldurchfahrt begann es wieder zu regnen.

Das Ergebnis: 1,3 Sekunden hatte Russell nach 24 Sprint-Runden Vorsprung auf Charles Leclerc. Der Ferrari-Pilot hatte in der Schlussphase Lando Norris überholt, der auf Rang drei ins Ziel fuhr. Andrea Kimi Antonelli konnte von Startplatz fünf immerhin eine Position gutmachen und landete auf Rang vier vor Oscar Piastri.

Lokalmatador Max Verstappen beendete den Sprint auf Rang sechs vor seinem einstigen Erzrivalen Lewis Hamilton. Der letzte Punkt ging an Pierre Gasly im runderneuertem Alpine, der Gabriel Bortoleto im Audi das ganze Rennen hinter sich halten konnte. Nico Hülkenberg musste mit einem technischen Defekt aufgeben.

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Der Start: Als einziger Pilot in den Top-10 setzt Leclerc am Start auf den Extra-Grip der Soft-Reifen. Das Zocken zahlt sich nicht aus, die Kollegen kommen auf den Medium-Reifen genauso von der Linie wie der Ferrari-Fahrer. Russell kann an der Spitze die Pole in die Führung verwandeln, in der Startrunde gibt es in den Top-10 nur einen Positionswechsel: Antonelli geht in Kurve 1 außen an Piastri vorbei und holt sich Platz vier.

Auch weiter hinten geht es recht ruhig zur Sache - was auch daran liegt, dass nur 19 Autos starten. Fernando Alonso und Carlos Sainz fahren nach Setup-Änderungen aus der Boxengasse hinterher, Sergio Perez wird noch am Vorstart aus der Startaufstellung geschoben und beginnt sein Rennen erst mit zwei Runden Rückstand.

Der große Verlierer der Startphase ist Nico Hülkenberg: Der Audi-Pilot fällt von Platz 14 auf 17 zurück. Doch es kommt noch schlimmer für ihn: Nach wenigen Runden findet er sich am Ende des Feldes wieder, der Emmericher kämpft mit einem deutlichen Leistungsdefizit. Am Ende von Runde 5 muss er seinen Boliden in der Garage abstellen.

Der Rennverlauf: Action? Fehlanzeige. 17 Runden lang tut sich in den Top-10 überhaupt nichts. Russell kann sich zwar nicht wirklich von Norris absetzen, Gefahr besteht aber trotzdem nicht. Auch dahinter bleibt es extrem ruhig.

In Runde 18 gibt es das einzige Überholmanöver in Top-10. Trotz der alternden Soft-Reifen hat Leclerc mehr Pace als Weltmeister Norris auf Medium. In Kurve 1 bremst sich der Ferrari-Pilot am McLaren vorbei und holt sich Platz zwei.

Leclerc kann folglich das Tempo von Russell an der Spitze mitgehen, gefährlich wird aber auch er nie. Norris hingegen muss abreißen lassen und sich nun gegen Antonelli verteidigen. Der WM-Leader ist sichtbar schneller, wagt aber keinen ernsthaften Versuch.

Das Wetter: Wie schon am Freitag zeigte sich das Wetter wechselhaft. Nach Regenschauern am Morgen trocknete die Strecke schnell ab. Kurz vor dem Sprint-Start zur Mittagsstunde tröpfelte es noch einmal ganz leicht, an Intermediates oder gar Regenreifen war aber nicht zu denken. Pünktlich zur Zieleinfahrt begann es wieder richtig zu regnen. Das Quecksilber stieg auf 18 Grad Celsius, auf dem Asphalt wurden 24 Grad gemessen. Für das Qualifying der Formel 1 heute um 16:00 Uhr werden wieder trockene Bedingungen erwartet.

Der WM-Stand: Drei Pünktchen kann Russell vom Vorsprung seines Teamkollegen in der WM abknabbern. Antonelli führt aber weiterhin deutlich, der Italiener steht nach dem Zandvoort-Sprint bei 224 Punkten. Weil Hamilton nur Siebter wurde, baut Antonelli seinen Vorsprung sogar aus. Auf den Ferrari-Piloten hat er nun 53 Punkte Vorsprung, drei weitere Punkte dahinter liegt Russell.