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Formel 1

Formel 1 heute vor 19 Jahren: Heidfeld crasht Medical Car

Die Crew des Medical Cars lebt nicht erst seit Romain Grosjeans Feuerunfall in Bahrain gefährlich. 2002 wurde sie in einen kuriosen Unfall verwickelt.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Am vergangenen Wochenende debütierte in Bahrain mit dem Aston Martin DBX ein neues Medical Car in der Formel 1. Die Crew erlebte anders als im Vorjahr auf dem Bahrain International Circuit einen ruhigen Sonntag. Vor wenigen Monaten mussten Fahrer und Arzt zur Hilfe des verunfallten Romain Grosjean eilen. Doch das Leben als Retter in der Not bringt auch auf andere Weise Gefahren mit sich. Vor 19 Jahren war das Medical Car selbst in einen kuriosen Unfall verwickelt.

Formel 1 heute vor 19 Jahren I: Kurioser Unfall in Brasilien

Das Drama ereignete sich beim Grand Prix von Brasilien 2002 schon vor dem Rennen im Warm-Up. Sauber-Pilot Nick Heidfeld rasierte unter roter Flagge dem Medical Car, das für den verunfallten Enrique Bernoldi auf die Strecke gekommen war, die Fahrertür ab. Die hatte Fahrer Alex Ribeiro bereits geöffnet, war aber gerade noch nicht ausgestiegen.

Heidfeld verteidigte sich: Keine gelben Flaggen, ein langsamer Ferrari habe die Sicht verdeckt, dann erst kam die rote Flagge, und dann war es zu spät. Er kam zu schnell an der Unfallstelle an, wich zumindest dem Bernoldi-Wrack aus, hinter dem das Medical Car aber schon stand. Glück im Unglück - bis auf eine kaputte Fahrertür war niemandem etwas passiert.

Formel 1 heute vor 19 Jahren II: Pelé und der Zielflaggen-Bock

Nach dem kuriosen Unfall stand das Rennen zuerst einmal ganz im Zeichen eines brüderlichen Showdowns in der Schlussphase. Michael Schumacher verteidigte sich bis zur Ziellinie gegen Bruder Ralf - und dann wurde nicht abgewunken. Fußball-Legende Pelé war als Gast-Zielflaggen-Schwenker eingeladen worden, sprintete in der letzten Runde zum Flaggenposten an der Linie, bekam die Flagge in die Hand gedrückt - und stand dann da und schaute zu, wie die Schumacher-Brüder vor ihm über die Linie fuhren und das Rennen beendeten.

Der vermeintliche Sieger Michael riss den Arm hoch, dann wieder runter - fast, als ob er sich nicht sicher war, ob jetzt Schluss war oder plötzlich doch nicht. Dann folgte Takuma Sato mit zwei Runden Rückstand, er kam als erster in den Genuss des jetzt hektisch von Pelé geschwenktem schwarzweiß-karierten Tuches.

Fußball-Legende Pelé brauchte etwas, bis er die Zielflagge schwenkte - Foto: Sutton

Über den Sieg durfte sich Sato leider trotzdem nicht freuen, denn die Vernunft behielt Oberhand, Schumacher wurde zum Sieger erklärt und feierte Podium Nummer 100. "Bei dem Tempo und in der Zeit können wir nicht sehen, was los ist, und Mr. Pelé ist sehr klein, also nein, wir wissen nichts", kommentiert Schumacher danach in der Pressekonferenz. "Ich habe nur die Flagge nicht gesehen, das ist mir aufgefallen."

Was sonst noch geschah:

Vor zwei Jahren: Charles Leclerc startet in Bahrain zum ersten Mal von der Pole, fährt seine erste schnellste Runde, aber mit dem schon fast sichergeglaubten ersten Sieg wird es nichts, als sein Ferrari kurz vor Schluss kaputt geht und er die Mercedes von Lewis Hamilton und Valtteri Bottas ziehen lassen muss.

Vor 25 Jahren: Michael Schumacher feiert in Brasilien das erste Podium mit Ferrari, nachdem er in einem verregneten Brasilien-GP den Angriffen von Rubens Barrichello erfolgreich widersteht. Barrichello, den Strategie-Pech auf Platz vier zurückgeworfen hatte, dreht seinen Jordan schließlich ins Kiesbett.

Vor 65 Jahren: Kevin Cogan wird geboren. Der Amerikaner scheiterte 1980 und 1981 zwei Mal an der Qualifikation für ein F1-Rennen, wurde aber durch einen Start-Crash in der Indycar-Serie berühmt. Beim Indianapolis 500 des Jahres 1982 räumte er noch vor der Startlinie die Sieganwärter Mario Andretti (Ex-F1-Champion) und A.J. Foyt (vier Indy-500-Siege) ab, die ihn daraufhin in legendären Live-Interviews abkanzelten. Andretti: "Das passiert, wenn da vorne Kinder sind, die den Job von Erwachsenen machen." Foyt: "Dumme Geschichte. Der Typ hatte seinen Kopf im Arsch."


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