Jerez: Wieder ein Silberpfeil!
Glühende Hitze begleitete den Abschlusstag der Formel 1-Testfahrten in Jerez - die Asphalttemperaturen kletterten dabei bis auf 57 Grad Celsius. Wie schon gestern war auch heute Freitag ein Silberpfeil-Pilot der schnellste der 14 testenden Formel 1-Fahrer. Dabei fuhr Pedro de la Rosa, der den McLaren-Mercedes von Einsatzpilot Juan Pablo Montoya übernommen hatte, im Vergleich zu manch anderen Kollegen nur wenige Runden - 65 waren es an der Zahl. Die Bestmarke des Spaniers lautete 1:16.929 Minuten. De la Rosa probierte einige Aufhängungs-Varianten und er testete Reifen. Am Nachmittag hatte er sein Programm kurz zu unterbrechen, weil das Getriebe ausgetauscht werden musste.
McLaren setzte auch wieder den Österreicher Alexander Wurz ein, der sich auf Reifentests und Longruns konzentrierte. Nach satten 119 Runden belegte Wurz Rang 4 der Zeitentabelle, vier Zehntel hinter der Bestmarke seines Stallkollegen.
Einen sehr produktiven Tag erlebte Nick Heidfeld, der mit seinem Williams bis auf 3/10 an die Pace herankam - allerdings zauberte er diese Rundenzeit am Vormittag im Rahmen eines auf Low Fuel-Runs ausgelegten Programms in den Asphalt. Heidfeld, der auch an der Optimierung des, in Magny Cours erstmals eingesetzten, modifizierten Aerodynamik-Pakets arbeitete, war der einzige Williams-Fahrer des Tages - denn die V8-Maschinen gingen dem Rennstall bekanntlich schon gestern aus.
Mehr auf als neben der Strecke war hingegen Renault-Tester und Hobby-DJ Franck Montagny anzutreffen - mit 145 Runden war der Franzose der fleißigste Pilot des Tages - mit rund 4/10 Rückstand belegte er Rang 5. Ebenfalls in einem Renault drehte der junge Finne Heikki Kovalainen seine 91 Runden, mit respektablen 7/10 Rückstand belegte er Platz 9. Beide Renault-Cracks widmeten sich dem Reifentesten.
Obwohl Takuma Sato einen Motorschaden hinnehmen musste, konnte der B·A·R-Einsatzpilot heute dennoch mehr als hundert Runden abspulen und den sechsten Platz belegen. Direkt hinter ihm reihte sich Markenkollege Anthony Davidson auf Rang 7 ein, der Brite absolvierte Aerodynamik-Tests. Und auch Altpilot Enrique Bernoldi saß am Steuer des Hybrid-B·A·R mit den Elektronik-Komponenten für 2006 - allerdings konnte der Brasilianer nur 14 Umläufe absolvieren und landete daher nur auf Rang 13.
Harte Arbeit gab es für die Sauber-Jungs zu erledigen, sie mussten den Unfallwagen von Felipe Massa für Jacques Villeneuve zusammenflicken - doch man konnte das geplante Programm durchziehen. Testingenieur Paul Russell war zufrieden: "Der Wagen war von Beginn an schnell und so konnten wir das Programm durchziehen. Wir absolvierten einige Longruns und auch Aero-Tests. Für uns war das der letzte High-Downforce-Test in dieser Saison." Villeneuve drehte dabei insgesamt 94 Runden und belegte mit einem Rückstand von 7/10 Rang 8.
Neben David Coulthard wurde bei Red Bull Tonio Liuzzi eingesetzt, der Italiener löste den gestern arbeitenden Christian Klien ab und belegte Platz 11, Rückstand 1,2 Sekunden. Coulthard reihte sich direkt vor ihm auf Platz 10 ein - der Schotte konnte nur 56 Runden drehen, weil das Team lange Zeit an dem Boliden arbeitete.
Mit einer Armada von drei Autos trat Toyota an. Ricardo Zonta drehte 131 Runden, am Ende fehlten ihm nur rund 3/10 auf die Bestmarke. Einsatzfahrer Ralf Schumacher konnte nur 48mal den Kurs umkreisen und fand sich demnach nur auf Rang 12 wieder. Olivier Panis saß wieder im V8-Toyota. 46 Runden konnte man absolvieren. Einmal mehr kam dabei das Hauptproblem der Achtzylinder-Triebwerke ans Tageslicht - als Panis auf der Strecke ausrollen musste, weil sich aufgrund der extremen Vibrationen Teile des Aggregats gelöst hatten. Sein Rückstand auf die V10-Pace betrug 4,4 Sekunden.
Die Testzeiten aus Jerez
| Platz | Fahrer (Team) | Reifen | Zeit | Runden | |
| 1. | Pedro de la Rosa (McLaren) | M | 1:16.9295 | 65 | |
| 2. | Nik Heidfeld (Williams) | M | 1:17.250 | 80 | |
| 3. | Ricardo Zonta (Toyota) | M | 1:17.259 | 131 | |
| 4. | Alex Wurz (McLaren) | M | 1:17.350 | 119 | |
| 5. | Franck Montagny (Renault) | M | 1:17.359 | 144 | |
| 6. | Takuma Sato (B·A·R) | M | 1:17.383 | 116 | |
| 7. | Anthony Davidson (B·A·R) | M | 1:17.548 | 119 | |
| 8. | Jacques Villeneuve (Sauber) | M | 1:17.604 | 94 | |
| 9. | Heikki Kovalainen (Renault) | M | 1:17.6720 | 91 | |
| 10. | David Coulthard (Red Bull) | M | 1:17.855 | 56 | |
| 11. | Vitantonio Liuzzi (Red Bull) | M | 1:18.173 | 88 | |
| 12. | Ralf Schumacher (Toyota) | M | 1:18.973 | 47 | |
| 13. | Enrique Bernoldi (B·A·R) | M | 1:21.197 | 57 | |
| 14. | Olivier Panis (Toyota) | M | 1:21.314 | 45 |
Le Castellet: Michael Schumacher, übernehmen Sie!
Das Ferrari-Team schloss heute die viertägigen Testfahrten auf dem Paul Ricard Circuit in Le Castellet ab. Michael Schumacher übernahm das Steuer von Marc Gené und setzte die Reifentests für Bridgestone fort. Schumacher fuhr auf zwei verschiedenen Varianten der Strecke. Zunächst wurde die 5,8 Kilometer lange Version 1C-SC befahren, der Kerpener absolvierte 56 Runden und markierte eine Zeit von 1:34.327 Minuten. Danach wurde auf der 4,1 Kilometer langen Version 2C-SC der Tag fortgesetzt - dabei erzielte Schumacher nach 81 Umläufen eine Bestmarke von 1:10.923 Minuten.
Für das Jordan-Team drehte am Vormittag Robert Doornbos seine Runden, am Nachmittag übernahm Tiago Monteiro das Steuer. Doornbos fuhr hauptsächlich Longruns und beteiligte sich am Reifentestprogramm der Firma Bridgestone.
Vallelunga: Nissany fuhr 300 Kilometer
Das Minardi-Team absolvierte auf dem Vallelunga Circuit nahe Rom einen Eintagestest mit Testpilot Chanoch Nissany. Der Isreali fuhr mit dem Ersatzchassis PS05/03 Funktionstests, testete neue Komponenten und Software für den Deutschland- und den Ungarn-GP, spulte insgesamt 93 Runden oder 300 Kilometer ab und erzielte dabei eine Bestzeit von 1:07.624 Minuten.

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