Die Formel 1 und der Terrorismus - als man in Silverstone, nur wenige Autostunden von London entfernt, die grausamen Bilder der jüngsten Terroranschläge in der britischen Hauptstadt betrachtete, fühlte auch die recht abgehoben lebende Formel 1-Welt eine gewisse Verletzlichkeit, die Sicherheitsvorkehrungen wurden umgehend verschärft.
Mitte August wird die Königsklasse ihr Debüt in der Türkei geben. Und auch dort wird man unweigerlich mit dem Terrorismus konfrontiert - seit dem Ablaufen eines fünf Jahre währenden Waffenstillstandes im Juni 2003 kam es dort immer wieder zu Terroranschlägen. Eine extremistische Splittergruppe der kurdischen Rebellen, die Kurdistan Freedom Falcons (KFF), werden mit einigen der Attacken in Verbindung gebracht. Im letzten August wurde bei Bombenanschlägen auf zwei Hotels in Istanbul eine Person getötet, im April dieses Jahres kam bei einer Detonation im Kusadasi-Ressort ein Polizist ums Leben. Im November 2003 verübte auch die Al-Qaeda einen Anschlag, bei dem 60 Personen getötet wurden. Und in der jüngsten Zeit kam es wieder zu KFF-Attacken - bei einem Anschlag auf einen Zug im Osten des Landes wurden sechs Personen getötet und erst vor wenigen Tagen bei einem Bombenattentat in der Stadt Cesme 20 Touristen verletzt - die KFF versucht mit gezielten Anschlägen auf Touristen Ausländer einzuschüchtern, um somit die türkische Wirtschaft zu schädigen...
Jetzt hat man laut der Nachrichtenagentur Ikhlas nur vier Kilometer von der Formel 1-Rennstrecke entfernt einen bedenklichen Fund getätigt. Es handelt sich um 15 Fässer mit verdächtigem und möglicherweise hochexplosivem Inhalt, die man in einem Feld nahe des Istanbul Otodrom Racing Circuit gefunden hat. Die Fässer werden derzeit noch von den Behörden untersucht. Möglicherweise handelt es sich auch um einen harmlosen Fund...
Rund 130.000 Zuschauer werden beim Formel 1-Debüt in der Türkei erwartet, die Veranstaltung soll den Tourismus ankurbeln. Die Sicherheitsvorkehrungen werden entsprechend strikt sein. Selbst wenn die 15 Fässer sich als harmlos erweisen sollten, bleibt jedoch ein flaues Gefühl zurück. Die Kollegen von Grandprix warnen: "Auch wenn es verschärfte Sicherheitsmaßnahmen an der Rennstrecke geben wird - an den Zufahrtsstraßen besteht immer die Gefahr von Terrorattacken."
Das Schwert ist wie so oft zweischneidig. Zum Einen wäre es blauäugig, die drohenden Gefahren zu verleugnen und Warnungen zu unterlassen. In gewissem Sinne wäre das sogar fahrlässig. Zum Anderen jedoch wäre es im Sinne der Attentäter, würden die Touristen jetzt ausbleiben. Eines aber darf man sicher: Hoffen, dass die verschärften Sicherheitskontrollen greifen und dass am Wochenende vom 19. bis zum 21. August nichts passiert.

diese Formel 1 Nachricht