Formel 1

Reifenwahl zum Großbritannien GP: Ferrari aggressiver als Mercedes

Pirelli hat die Reifenwahl der F1-Teams für den Großbritannien GP veröffentlicht. Ferrari wählt mehr weiche Reifen. McL
von Manuel Schulz

Motorsport-Magazin.com - Silverstone ist eine der Strecken mit der höchsten Belastung. Doch aufgrund der Proteste der Teams hat Pirelli die Auswahl der Mischungen erst verschoben und verzichtet nach Auswertung der Daten vom Spanien GP auf die härteste Mischung im Sortiment. Beim Großbritannien GP stehen daher für die Teams die Medium, Soft und Supersoft-Pneus zur Verfügung.

Von den insgesamt 13 verfügbaren Sätzen durfte jedes Team wie immer zehn frei auswählen, die übrigen drei wurden von Pirelli festgelegt und umfassen einen Satz pro Mischung. Große Freiheiten also für die Rennställe. Für Silverstone haben die Teams wieder teils deutlich unterschiedliche Herangehensweisen.

Während Mercedes mit nur sechs Sätzen der weichsten Mischung (Supersoft) die konservativste Bestellung der Topteams aufgab, will Ferrari von den beiden härteren Mischungen nur zwei zusätzliche Sätze der Soft-Reifen. Satte neun Sätze des Supersoft-Reifens bestellte das Team aus Maranello und geht damit deutlich aggressiver ins zehnte Rennwochenende der Formel-1-Saison 2017. Red Bull verzichtet im Vergleich zu den roten auf einen Satz der weichsten Mischung und nimmt einen mittelharten Reifensatz (soft) mehr mit.

McLaren geht erneut aufs Ganze - fast

Ferrari ist jedoch nicht das aggressivste Team bei der Reifenwahl. Toro Rosso und McLaren bestellten noch mehr Sätze der weichsten Mischung. Dabei splittet das Red-Bull-Schwesterteam die Strategie. Sainz fährt wie die beiden Ferrari-Piloten, für Kvyat wählte das Team außer Supersoft nur einen zusätzlichen Satz der mittleren Mischung. McLaren geht sogar mit beiden Piloten den aggressiveren Weg mit einem Satz medium, zwei Sätzen Soft und zehn Sätzen Supersoft.

Force India ist sich bei den Reifen nicht ganz eins. Einerseits bestellte das stärkste Team hinter den drei Top-Teams mehr Sätze der weichsten Pneus als Mercedes, andererseits hat das indische F1-Team so viele zusätzliche Medium-Reifen wie kein anderes Team vorbestellt. Bei Williams, Haas und Sauber herrscht relative Einigkeit was die Reifen angeht. Sieben Sätze der weichsten Mischung, fünf Sätze der mittleren Mischung und von der härtesten Mischung wollten alle Teams nur den Pflichtsatz bis auf eine Ausnahme. Haas splittet die Strategie und nimmt für Grosjean einen Satz Medium statt Soft mit.

Für Silverstone nur drei Teams auf gesplittete Strategien bei der Reifenwahl gesetzt. Üblicherweise teilen sich die Fahrer am Freitag das Trainingsprogramm und erledigen die verschiedenen Aufgaben mit den unterschiedlichen Reifentypen gleichzeitig.

Medium fast nur Pflichtreifen

Insgesamt fällt auf: So wirklich fahren will den Medium selbst auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke in Silverstone niemand. Neben Force India und Valtteri Bottas hat nur Romain Grosjean mehr als den Pflichtsatz ausgewählt, was erneut die Skepsis der Rennställe und Fahrer gegenüber den härteren Mischungen verdeutlicht. Im Rennen einsetzen muss ohnehin niemand die Medium-Mischung. Die Teams dürfen ausschließlich auf Soft und Supersoft zurückgreifen - solang sie beide mindestens eine Runde lang fahren.


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