Formel 1

Einzige Lösung Handschuhfach - Alternativlos: Verbot für Abreißvisier verschoben

Eigentlich sollten in Barcelona Abreißvisiere verboten werden. Doch es gibt Probleme. Was ist überhaupt das Problem an einem Abreißvisier?
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Man könnte meinen, die Formel 1 hat andere Probleme, als über Abreisvisiere zu diskutieren. Eigentlich sollten die Folien über dem eigentlichen Visier des Helms ab dem Spanien GP verboten werden. Allerdings gibt es noch Probleme: Aktuell sind die Abreißvisiere alternativlos, noch hat niemand ein probates Mittel gefunden, sie zu ersetzen. Deshalb gilt das Verbot noch nicht.

Wie sollen wir mit nur einem einzigen Visier überleben?
Sergio Perez

Doch warum kümmert sich die Formel 1 überhaupt um dieses Thema? Die gute Nachricht vorweg: Es ist tatsächlich ein kleines sportliches Problem, es geht nicht darum, den Plastik-Verbrauch wie beim möglichen Verbot von Einkaufstüten zu senken.

Die abgerissenen Visier-Folien können in der Tat ernsthafte Probleme hervorrufen. Fernando Alonso musste im vergangenen Jahr den Spanien GP wegen Bremsproblemen aufgeben. Ein Abreißvisier hatte sich am hinteren Radträger in der Bremsbelüftung verfangen.

Auch andere Probleme der dünnen Folien sind bekannt. Speziell in Monaco können die Autos quasi darauf ausrutschen. Gelangt ein Abreißvisier beim Bremsen unter einen Reifen, fehlt schlagartig Grip. Nicht nur in Bremsphasen kann das kritisch werden, auch bei normaler Fahrt. Die Reifen sammeln die Plastikteilchen einfach auf.

Durchblick ist in der Formel 1 entscheidend - Foto: Sutton

Fahrer sehen keine einfache Lösung

Eine Renndistanz ohne Abreißvisier ist für viele undenkbar. "Wie sollen wir mit nur einem einzigen Visier überleben", fragt sich Sergio Perez. "In den ersten Runden eines Rennens reißt man schon drei Lagen ab. Die FIA und wir müssen uns Alternativen überlegen."

Wir brauchen vier oder fünf im Rennen
Romain Grosjean

Romain Grosjean sieht es ganz ähnlich. Der Haas-Pilot hat beim Russland GP bereits verschiedene Lösungen getestet, um das Wegschmeißen zu umgehen. "Ich habe versucht, sie im Cockpit zu verstauen, aber das hat einen riesen Lärm gemacht und dann sind sie kreuz und quer geflogen."

Ein anderer Versuch des Haas Teams, das Wegwerfen zu vermeiden, hat sich ebenfalls als Flop erwiesen. Ein Klebeband an der Innenseite des Cockpits, wo Visierfolien hingeklebt werden können. "Aber das funktioniert mit einem, sobald das zweite kommt, fliegt das erste wieder weg", stöhnt Grosjean. "Wir brauchen vier oder fünf im Rennen."

Bislang ist weder eine Lösung, noch ein konkretes Datum für den Verbot in Sicht. Grosjean nimmt es mit seinem typischen Humor: "Es gibt keine einfache Lösung - außer vielleicht ein Handschuhfach."


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