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Elf Siege in zwölf Rennen. Damit hat Michael Schumacher bereits jetzt vor der Sommerpause seinen Rekord von elf Triumphen aus dem Jahr 2002 eingestellt und dies wird höchstwahrscheinlich auch noch nicht der letzte Erfolg des Deutschen gewesen sein – selbst da die unglaubliche rote Dominanz immer unheimlicher wird.

Denn auch der Erfolg in Hockenheim geht vollkommen in Ordnung und auch das "Umstellen" von zwei auf drei Boxenstopps vor dem Qualifying ging auf. Nur so konnte sich der Champion von Beginn an aus allem Schlamassel und allen Zwischenfällen heraushalten.

Wer weiß was passiert wäre, wenn Michael Schumacher mit mehr Sprit im Tank beispielsweise nur von der vierten Startposition aus ins Rennen gegangen wäre. So konnte er aber jederzeit sein Tempo an der Spitze gehen und wir werden nie erfahren, ob er wirklich von einem seiner Gegner hätte gefordert werden können.

Überhaupt war der Große Preis von Deutschland in diesem Jahr ein Rennen der Konjunktive, wobei mir in diesem Zusammenhang insbesondere der Brite Jenson Button auffällt. Denn ohne seinen Motorschaden vom Freitag und der damit verbundenen Zurückversetzung in der Startaufstellung, wäre Button von Rang drei aus ins Rennen gegangen. Und von dort aus hätte er Michael Schumacher sicherlich mit seinem Speed gefährlich werden können.

Dass ihm dabei beinahe noch ein defektes Visier in die Quere gekommen wäre, er aber trotzdem noch Fernando Alonso überholen konnte, ist für mich als "Sensation des Rennens" einzuordnen. Jener Move vor der Mercedes-Tribüne war ohnehin der beste des Rennens, wobei der Fight zwischen dem jungen Spanier und dem Briten einfach nur Spitzenklasse war.

Der zweite Herausforderer von Michael Schumacher wäre sicherlich Kimi Räikkönen gewesen, der ebenfalls den Speed besaß um den Ferrari-Star unter Druck zu setzen. Doch durch seinen Heckflügelbruch, der einfach nicht passieren darf, wurde der Finne hier aller Chancen beraubt. Man kann von Glück sagen, dass Kimi bei diesem heftigen Abflug nicht mehr passiert ist. Die asphaltierten Auslaufflächen des Hockenheimrings haben also hervorragende Arbeit geleistet und die Energie abgebaut.

Für Michael Schumacher waren somit die zwei härtesten Gegner durch eine Strafe sowie einen Unfall aus dem Rennen um den Sieg draußen und der Deutsche konnte sich an der Spitze einrichten. Aber was sich dahinter im Verfolgerfeld entwickelte, gehörte zum Besten des Jahres. Denn im hinteren Feld war es ein wirklich toller Grand Prix, welcher neben dem Zweikampf zwischen Alonso und Button unter anderem auch noch die Duelle Trulli gegen Webber oder Sato gegen Trulli zu bieten hatte.

Somit bekamen die Fans, die gerade hier in Hockenheim natürlich Michael Schumacher siegen sehen wollen, auch auf den Folgeplätzen jede Menge Spannung geboten. Entsprechend war der Deutschland Grand Prix mit Sicherheit eines der besten drei Rennen dieses Jahres.

Bevor es nun zum dreizehnten Saisonrennen nach Ungarn geht, gibt es glücklicherweise eine Sommerpause, auf welche wir uns alle sehr freuen. Für die Formel 1 Teams bedeutet dies aber auch ein Testverbot, weswegen die Motoren bis auf die Prüfstandsversuche in den Fabriken der Teams nun erst einmal still stehen werden.

Dieser Zustand behindert dabei vor allem Williams-BMW, die mich auch in Hockenheim enttäuscht haben. Die Leistung vom zweiten Ralf Schumacher Ersatzmann Antonio Pizzonia rangiere ich dabei ähnlich ein wie jene von Marc Gené, wobei der Brasilianer immerhin mit ein bisschen Glück noch ein paar Punkte holen konnte.

Das Testverbot trifft die Weiß-Blauen allerdings hart, da gerade sie jetzt viel Entwicklungsarbeit leisten müssten, um wieder weiter nach vorne zu gelangen. McLaren Mercedes hat sich unterdessen zu diesem Zeitpunkt zu einem klaren Sieganwärter der Zukunft gemausert, für welchen es vielleicht sogar schon in Ungarn reichen könnte.

Denn der Hungaroring könnte den Silbernen sehr entgegen kommen. Deswegen wird Michael Schumacher in Budapest von den noch ausstehenden Rennen am härtesten kämpfen müssen, wenn er seine Siegesserie auch dort fortsetzen möchte.

Entsprechend sind Renault und McLaren für Ungarn ganz heiße Kandidaten, um den zwölften Sieg von Michael Schumacher sportlich auf der Strecke verhindern zu können. Bevor es jedoch soweit ist, geht es erst einmal mit großer Vorfreude auf dieses hoffentlich anstehende Duell in die wohl verdiente Sommerpause.