Formel 1

Schlimme Situation für alle Beteiligten - Perez: Fahrer ohne Vertrag nun machtlos

Sergio Perez wartet nach wie vor auf einen Vertrag für die kommende Formel-1-Saison. Die Phase sei zwar schwierig, jedoch profitiert er von Erfahrungen aus 2013
von Samy Abdel Aal

Motorsport-Magazin.com - Nach einem insgesamt schwierigen Jahr liegt der Mexikaner Sergio Perez vor dem Formel-1-Saisonfinale in Abu Dhabi mit 47 WM-Zählern derzeit nur auf Gesamtrang zwölf. Obwohl Force-India-Teamkollege Nico Hülkenberg 33 Punkte mehr sammelte, sieht Perez sich nicht in der Rolle des Verlierers. Während der Deutsche allerdings bereits für die kommende Saison beim indischen Rennstall planen kann, wartet Perez nach wie vor auf die Fortsetzung seines Kontrakts.

Ich bin eigentlich ganz optimistisch, dass ich weiter bei Force India bleiben werde
Sergio Perez

"Es ist natürlich eine blöde Situation, am letzten Rennwochenende des Jahres noch nicht zu wissen, wo du ab der kommenden Saison fährst, aber ich bin eigentlich ganz optimistisch, dass ich weiter bei Force India bleiben werde", ließ der Mexikaner am Rande des Abu Dhabi Grand Prix verlauten. So habe er im ersten Jahr der neuen Turbo-Ära der Formel 1 bewiesen, dass er einer der besten Piloten der Welt sei: "Ich habe seit der Sommerpause mehr Punkte geholt als mein Teamkollege, stand auf dem Podium und hatte viele starke Rennen."

Mehrere Ursachen für Rückstand auf Hülkenberg

Seinen Rückstand auf Hülkenberg - der zu Jahresbeginn einen sehenswerten Punkterun hinlegte - begründet Perez mit Gewöhnungsproblemen an das neue Team sowie Pech mit defekten und unverschuldeten Defekten und Ausfällen. "Auch bei McLaren lief bei mir im vergangenen Jahr in der ersten Saisonhälfte nicht viel zusammen, und anschließend habe ich mehr Punkte geholt als Button nach dem Sommer. Auch hier war das wieder so, und ich bin mir sicher, 2015 von Beginn an angreifen zu können."

Sergio Perez blickt nach wie vor in eine ungewisse Zukunft - Foto: Sutton

Insgesamt erinnert den Mexikaner seine aktuelle Situation bei Force India an sein einjähriges Intermezzo bei McLaren: "Auch damals wurde ich spät darüber informiert, dass ich raus bin. Mir wurde immer versichert, dass ich bleibe, und plötzlich war alles anders. Als Fahrer bist du dann in einer schlimmen Situation: Die meisten Cockpits sind schon weg, und du musst Glück haben, noch eine halbwegs passable Alternative zu finden." Dies sei ihm mit seinem Engagement mit Force India allerdings gelungen, weswegen er alles für einen Verbleib im Team tun will.

Perez: Keinen Vorteil im Vertragspoker durch Mexiko City

Wie Perez gegenüber Motorsport-Magazin.com verriet, geht er jedoch nicht davon aus, dass das Rennen in Mexiko City 2015 ihm Vorteile im Vertragspoker bringen wird. "Natürlich ist Mexiko nun an sich deutlich interessanter geworden, vielleicht auf Piloten aus Mexiko, aber das wird bei meinen Verhandlungen mit Sicherheit keine Rolle spielen. Ich hatte immer klare und eindeutige Verträge - und Boni dieser Art haben da noch nie irgendwelche Auswirkungen gehabt."

Seine Erfahrung aus dem Vorjahr ermögliche ihm nun, ruhiger und besser mit der ganzen Angelegenheit umzugehen: "Ich weiß zwar, dass ich nun eigentlich machtlos bin und in einer bitteren Situation, aber das Vorjahr hat mir geholfen, besser mit derartigen Dingen umzugehen. Ich weiß nicht, dass das Team bisher mit anderen Fahrern verhandelt hat oder die in Planung ist, weswegen ich doch sehr optimistisch bin."

Das Vorjahr hat mir geholfen, besser mit derartigen Dingen umzugehen
Sergio Perez

Sollte die Fortsetzung der Liaison mit Force India wider Erwartens scheitern, hat Perez jedoch klare Vorstellungen, in welche Richtung es für ihn weitergehen wird: "Ich will immer in der höchsten Klasse fahren, mich mit den besten Piloten der Welt messen und diese nach Möglichkeit besiegen. Natürlich bleibt die Formel 1 mein einziger Fokus." Jedoch gibt es auch für Perez Einschränkungen: "Ich will nicht in einem zweigeteilten Feld fahren, in dem irgendwelche B-Teams der Top-Rennställe quasi eine zweite Klasse ausfahren, weil zu viele Teams aufgrund schwieriger Umstände verschwinden. Das wäre nichts für mich und wir müssen dafür sorgen, dass Traditions-Rennställe wie Sauber nicht verschwinden müssen."


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